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Gerhard Berger erklärt, wie sich sein Neffe Lucas Auer in seinem Japan-Jahr weiterentwickelt hat und stellt klar, dass der Rückkehrer nun ganz nach oben will

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Nach einem Jahr in der Super Formula kehrt Ex-Mercedes-Pilot Lucas Auer 2020 mit BMW in die DTM zurück. Aber ist Gerhard Bergers Neffe, der in seinen vier DTM-Jahren vier Siege feierte, nach dem Japan-Abenteuer nun ein anderer? "Das Jahr in Japan hat ihn in seiner Persönlichkeitsentwicklung wahnsinnig weitergebracht", ist DTM-Boss Berger im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' überzeugt.

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"Er war das erste Mal weg von zuhause, hat gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen und sich in einer anderen Kultur zurechtzufinden", spielt der Österreicher darauf an, dass das Leben in Japan wegen der unterschiedlichen Mentalität, der eigenen Esskultur und der fremden Schrift eine deutliche Umstellung bedeutet.

Und der 25-jährige Auer, der aus dem beschaulichen Tirol stammt, hatte sogar eine eigene Wohnung in Tokio, verbrachte dort also viel Zeit. "Auch fahrerisch hat er sich weiterentwickelt, weil die Super-Formula-Boliden nach der Formel 1 die schnellsten Formel-Autos sind", glaubt Berger.

Berger: Auer will jetzt in der DTM ganz nach oben

"Es war ursprünglich sein Ziel, in Japan die nötigen Superlizenzpunkte für die Formel 1 zu sammeln. Das hat nicht geklappt, aber das hat er akzeptiert. Ich glaube, jetzt ist es sein Ziel, in der DTM ganz nach oben zu kommen und ein Meisterschaftskandidat zu sein."

Tatsächlich wollte Auer in der Super Formula unter die Top 3 fahren, musste sich aber mit Platz neun begnügen. Das hatte auch damit zu tun, dass die Kombination aus dem Motopark-Team aus Oschersleben und der japanischen B-Max-Team komplett neu war und es dadurch Anlaufschwierigkeiten gab.

Wie schnell gewöhnt sich Auer an die DTM?

Noch ist unklar, wann es mit der DTM wieder losgeht. Zudem kann nach der Absage des ITR-Tests in Hockenheim derzeit niemand sagen, ob Auer vor dem ersten Renneinsatz in den Genuss von Testkilometern im neuen BMW M4 kommen wird.

Wie einfach es Auer fallen wird, sich von den schnellen Super-Formula-Boliden auf die langsameren DTM-Autos, die allerdings über einen Turbomotor verfügen, zu gewöhnen? "Das ist jetzt noch schwer einzuschätzen", meint Berger.

"Es kann sein, dass er am Anfang damit beschäftigt sein wird, sich wieder an das DTM-Auto zu gewöhnen. Vielleicht fällt ihm der Umstieg aber auch leicht, weil er nun schnellere Autos gewöhnt ist und ihm auch die neuen Erfahrungen mit den Reifen helfen."

Beim Hersteller-Test in Vallelunga Mitte Februar, der noch vor der Coronakrise stattfand, nutzte Auer die Gelegenheit, sich an sein neues Umfeld bei BMW zu gewöhnen, und beobachtete sein RMG-Team und die Piloten Philipp Eng und Timo Glock bei der Testarbeit.

© Motorsport-Total.com