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Warum Teamchef-Legende Arno Zensen das DTM-Meisterteam Rosberg-Audi verlässt und weshalb der neue Boss von Rene Rast früher selbst für die Truppe Gas gab

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DTM-Meister Rene Rast bekommt einen neuen Teamchef: DTM-Urgestein Arno Zensen geht nach 25 Jahren in den Ruhestand und übergibt die Geschäftsführung der amtierenden Meistertruppe Team Rosberg an den bisherigen sportlichen Leiter Kimmo Liimatainen. Der Wechsel an der Spitze der Audi-Werkstruppe aus Neustadt an der Weinstraße erfolgte am 1. Februar 2020.

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"Ein bisschen Wehmut ist bei diesem Abschied natürlich auch dabei, aber irgendwann ist es eben an der Zeit zu gehen und den Platz für jemand anderen frei zu machen", sagt der 63-jährige Zensen, der das Team von Formel-1-Legende Keke Rosberg seit 1995 leitete. In diesem Zeitraum gelang es 2017 und 2019, die Team- und Fahrermeisterschaft zu gewinnen.

Zensen ist aber davon überzeugt, dass sein Team in guten Händen ist. "Mit Kimmo hat das Team einen starken Nachfolger für mich bestimmt. Ich bin mir sicher, dass er einen guten Job machen wird", sagt die aus der Eifel stammende Teamchef-Legende.

Zensen-Nachfolger Liimatainen fuhr selbst für Rosberg-Team

Nachfolger Liimatainen hat eine interessante Karriere hinter sich: Er war einst selbst Rennfahrer und startete 2000 für das Rosberg-Team in der Formel BMW, ehe er 2002 nach einem Jahr bei Colin Kolles in der Formel 3 erneut für Zensens Mannschaft antrat. Er gewann zwar immerhin ein Rennen, entschied sich aber 2003 für einen fliegenden Wechsel ins Management und fungierte fortan bei Rosberg als Teammanager.

Von Anfang 2018 bis jetzt leitete Liimatainen den sportlichen Bereich - der 41-Jährige zählt inzwischen also auch selbst zum Inventar des Teams. "Dass Arno uns nach so langer Zeit verlässt ist schade", sagt der Finne. "Er hat das Team über Jahre hinweg mitgeprägt und der Ruhestand sei ihm nun vergönnt. Die Fußstapfen, in die ich trete, sind sicher groß, aber ich freue mich auf eine neue Herausforderung und auf eine neue Aufgabe im Team."

Was DTM-Champion Rast an Zensen besonders schätzte? "Arno ist ein guter Menschenkenner", sagt der Audi-Star. "Wenn es irgendwo ein Problem gibt, kann er gut auf die Menschen eingehen."

"Guter Menschenkenner": Rast und Gass würdigen Zensen

Zensen habe alles aus der "Vogelperspektive" beobachtet, "die uns manchmal fehlt, weil wir so konzentriert auf die Menschen sind, mit denen wir eng zusammenarbeiten. Da blenden wir alles andere um uns herum aus." Da Zensen nicht im operativen Bereich tätig war, sei er in der Lage gewesen, "alles zu überblicken".

Auch Audi-Sportchef Dieter Gass würdigt Zensen in der seit 2006 bestehenden Zusammenarbeit der Ingolstädter mit der Rosberg-Truppe als "verlässlichen Partner. Er wird uns fehlen - auch als Mensch. Aber nach einer so langen Zeit hat er sich den Ruhestand redlich verdient. Wir wünschen Arno und seiner Frau alles Gute für die Zukunft."

Jetzt freut sich Gass auf die "nun noch intensivere Zusammenarbeit mit Kimmo Liimatainen. Er kennt das Team in- und auswendig und war daher eine logische und gute Wahl."

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