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Im vorerst letzten DTM-Rennen von Mercedes sichert sich Gary Paffett zum zweiten Mal den Meistertitel. Rene Rast kann daran auch mit einem Sieg nichts ändern.

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Gary Paffett schossen die Tränen in die Augen, er konnte und wollte sie nicht zurückhalten. 

"Das ist der schönste Tag meines Lebens", stammelte der neue DTM-Champion, als er den Titel in einem Herzschlagfinale in Hockenheim endlich gewonnen hatte und seinen Emotionen freien Lauf ließ: "Es ist ein unglaubliches Gefühl, das Auto und das Team waren überragend. Wir haben es einfach verdient."

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Für den Engländer war es der zweite DTM-Titel nach 2005 - und für Mercedes der perfekte Abschied aus der Tourenwagenserie. "Besser kann es gar nicht sein! In unserem letzten Jahr in der DTM das Triple nach Stuttgart zu holen, ist sensationell", sagte Mercedes-DTM-Teamchef Uli Fritz angesichts des Triumphs in der Marken-, der Team- und der Fahrerwertung: "Es war ein unglaublicher Kampf am Ende mit einem denkbar engen Ausgang." Auch Toto Wolff, der Motorsportchef der Stuttgarter, feierte in der Boxengasse mit.

Rast mit sechstem Sieg in Serie

Paffett hatte bis zum Schluss gekämpft, Platz drei im letzten Saisonrennen genügte, um den furiosen Rene Rast einzubremsen. Der Titelverteidiger gewann im Audi auch am Sonntag und feierte dabei seinen sechsten Laufsieg in Folge. Paffett aber rettete seinen knappen Vorsprung ins Ziel, am Ende lag er vier Punkte vor Rast, dessen Siegesserie in der DTM-Geschichte einmalig ist.

Entsprechend glücklich und erleichtert war Paffett, der sich seiner Tränen nicht schämte. "Du denkst, du bist ein Mann und weinst nicht. Aber diese Saison war so hart", sagte der 37-Jährige und fügte mit Blick auf Rene Rast an: "Der Druck, den dieser Typ auf dich ausübt, ist unglaublich hart. Dann den Titel zu gewinnen, ist so emotional."

Der angesprochene Rast gratulierte seinem Nachfolger fair - er haderte aber auch ein wenig mit dem Saisonverlauf. "Ich kann meine Gefühle schwer einschätzen. Im Moment bin ich schon etwas enttäuscht. Es sind ja nur ein paar Punkte. Man denkt dann zurück, hätte, hätte Fahrradkette", sagte der Seriensieger, der Ende August nach den Rennen in Misano noch 93 Punkte hinter Paffett gelegen hatte.

Das zweite Rennen auf dem Lausitzring hatte er aufgrund eines schweren Unfalls komplett verpasst - es blieb also das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre.

Paffett wechselt in Formel E

Paffett und Mercedes werden 2019 in der Formel E starten, bereits am Montag geht es für gemeinsame Test im Elektrorennwagen nach Valencia. Doch das kümmerte am Sonntag nicht, nachdem Paffett den Startschuss für die große Mercedes-Titelparty gegeben hatte. "Ich habe 13 Jahre lang für diesen Titel gearbeitet", sagte Paffett mit dem Meisterpokal in der Hand und im vor Sekt triefenden Rennanzug: "Das bedeutet mir alles, vielleicht habe ich 2005 nicht genug sehr gewürdigt, weil es damals so schnell ging."

Diesmal genoss der Engländer den Triumph in vollen Zügen - und er bewies in den entscheidenden Momenten Nervenstärke. Vor allem im Qualifying, als er die Startplätze zwei und drei einfuhr und damit den Grundstein für den Titelgewinn legte.

"Das war ein Stück weit der Schlüssel zum Erfolg", sagte er lächelnd.