Sebastien Ogier startet am Red-Bull-Ring für Mercedes
Sebastien Ogier startet am Red-Bull-Ring für Mercedes © Daimler

WRC-Champion Sebastien Ogier steht bei seinem DTM-Gaststart in Spielberg vor vielen Herausforderungen: "Zu erwarten, dass ich am Ende des Feldes lande"

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Am 21. September gibt Sebastien Ogier sein Debüt in der DTM. Im Rahmen seines Gaststarts mit Mercedes am Red-Bull-Ring wird sich der fünfmalige Rallye-Weltmeister mit den 18 Stammpiloten in der deutschen Tourenwagenserie messen. Nach seinem Test in Vallelunga kam der Franzose bereits in den Genuss, ein Tourenwagenauto zu steuern und bekam einen Vorgeschmack auf die Herausforderung, vor der er in Spielberg stehen wird.

"Natürlich will ich mein Bestes geben - wie jedes Mal, wenn ich in ein Rennauto steige. Aber es ist schwierig einzuschätzen, was mich im Rennen erwarten wird. Es ist besser, zu erwarten, dass ich am Ende des Feldes landen werde", sagt Ogier am Rande des DTM-Wochenendes am Nürburgring.

Jedes Ergebnis, das besser ist, als Letzter zu sein, "wäre eine Überraschung". BMW-Gaststarter Alex Zanardi hat mit Platz fünf in Misano die Latte sehr hoch gelegt. Aber der Franzose erwartet nicht, dass ihm ein ähnliches Ergebnis gelingt, obwohl er sehr ehrgeizig ist. "Ich habe es immer gehasst, zu verlieren, was auch immer ich in meinem Leben gemacht habe. Ich weiß, dass es sehr schwierig werden wird, in der Serie, in der ich fahre, das gleiche zu erreichen wie in der WRC", sagt er.

"Alles ist neu für mich"

Für seine Zeit nach der WRC hat er bereits Pläne geschmiedet: "Ich möchte wo fahren, wo ich mitfahren und mich messen kann. Wenn ich nicht wettbewerbsfähig sein würde, würde es mir nicht lange Spaß machen."

Bei seinem DTM-Gaststart erwartet er allerdings nicht, dass es sich mit den Stammfahrern messen und vorne mitfahren kann. "Der Test ist gut verlaufen und ich hatte eine gute Gelegenheit, um herauszufinden, wie das Auto funktioniert. Es gibt aber immer noch so viele Dinge für mich zu lernen. Alles ist mehr oder weniger neu für mich", gibt der 34-Jährige zu. "Ich fühle aber keinen echten Druck auf meinen Schultern, weil meine Zukunft nicht davon abhängen wird."

Bei seiner Premiere im DTM-Auto steht Ogier vor unbekanntem Terrain. "Die größte Herausforderung wird das Fahren im Verkehr und gegeneinander fahren sein. Das habe ich bisher noch nicht so oft gemacht, das wird neu sein. Aber auch andere kleine Dinge, wie das Starprozedere in der Startaufstellung, die Boxenstopps, das DRS - hoffentlich komme ich mal ins DRS-Fenster-, es gibt viele neue Dinge, die ich erlernen muss", erklärt der WRC-Champion.

Was er schon kennt, ist der Red-Bull-Ring. "Spielberg ist eine Strecke, die ich schon ein bisschen kenne. Im vergangenen Jahr habe ich dort einen Formel-1-Test mit Red Bull absolviert. Ich bin da schon ein paar Runden gefahren", sagt der Franzose, der an gleicher Stelle schon einen Gaststart im Porsche Supercup absolvierte.

Dass er ausgerechnet am Red-Bull-Ring startet und vom österreichischen Energydrink-Hersteller gesponsert wird, sei reiner Zufall. "Ehrlich gesagt, ist es eher Zufall. Mein Kalender ist ziemlich vollgepackt und es gibt nicht so viele Möglichkeiten. Ich wollte nicht, dass es meine Titelchancen in der WRC beeinträchtigt", erklärt er.

Aber Ogier gibt zu, dass es eine gute Werbung ist, von der alle Beteiligten profitieren können. "Es ist eine Win-Win-Situation für alle, als Werbezweck und für mich eine neue Erfahrung. Ich sehe es auch als Chance."

Die Idee eines Gaststarts sei kurz vor dem DTM-Wochenende in Zandvoort entstanden. Kurz darauf drehte er auf dem niederländischen Dünenkurs im BMW-Renntaxi seine ersten Demorunden und hatte Blut geleckt. "Nach Zandvoort haben wir es dann bestätigt", sagt er.

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