Vierter Sieg in Folge: Rene Rast gewinnt vor Nico Müller
Vierter Sieg in Folge: Rene Rast gewinnt vor Nico Müller © LAT

Rene Rast gewinnt auch das zweite DTM-Rennen in Spielberg vor Nico Müller und Gary Paffett - Müller ohne Gegenwehr bei Rasts Attacke, Probleme bei Paffetts Stopp

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Erneuter Sieg für Rene Rast im zweiten DTM-Rennen in Spielberg. Nach 40 Runden kam der Audi-Fahrer vor seinem Markenkollegen Nico Müller (2.) und Gary Paffett (3./Mercedes) ins Ziel und fuhr so seinen fünften Saisonsieg und den vierten in Folge ein. Damit hat der amtierende DTM-Champion erneut Geschichte geschrieben, denn dies ist vor ihm bisher nur Alessandro Nannini 1996 gelungen. Es ist außerdem ein historischer Sieg für Audi: Rast holte den 100. DTM-Sieg für die Ingolstädter.

In der DTM-Fahrerwertung verkürzt Rene Rast (199) den Rückstand auf 30 Punkte und belegt weiterhin den dritten Gesamtrang. In Führung liegt Paul di Resta mit 229 Zählern auf dem Konto, Gary Paffett (225) ist Zweiter.

Die Top 10 komplettierten Paul di Resta (4./Mercedes), Joel Eriksson (5./BMW), Pascal Wehrlein (6./Mercedes), Timo Glock (7./BMW), Mike Rockenfeller (8./Audi), Philipp Eng (9./BMW) und Edoardo Mortara (10./Mercedes). Sebastien Ogier wurde 17.

Rast holt 100. Audi-Sieg in der DTM

"Ich kann es eigentlich nicht glauben. Wir haben momentan einen brutalen Lauf. Das ist schon unheimlich, aber ich bin natürlich megahappy", jubelt Rast. "Vor vier Rennen waren es noch knapp 100 Punkte Rückstand auf Paul di Resta. Jetzt sind es 30. Wir haben immer gesagt: Nichts ist unmöglich. Wir haben immer daran geglaubt, wir haben immer gekämpft. Gestern von neun auf eins, heute von sieben auf eins. Wer weiß, was in Hockenheim noch passiert. Alles kann passieren. Es braucht nur ein chaotisches Rennen, dann sind wir wieder zurück im Spiel. Von daher: Wir hatten ein mega tolles Wochenende. So kann es weitergehen."

"Nico ist ein brillantes Rennen gefahren. Am Anfang hatte er eine irre Pace. Zum Schluss haben wir wieder Teamwork betrieben. Ich war auf einem ähnlich guten Level. Man hat gesehen, wie wir von Gary weggefahren sind. Es hat alles gepasst. Wir waren sauschnell unterwegs. Alles gut", ergänzt der Sieger.

"Der 100. Sieg für Audi in der DTM - das hatten wir nicht erwartet, als wir nach Spielberg kamen. Und dann zwei Mal durch Rene, das ist einfach unglaublich!", kann Audi-Motorsportchef Dieter Gass sein Glück kaum fassen. "Wir haben nicht mal über einen Sieg heute nachgedacht. Nach dem Qualifying haben wir auf Nico gesetzt und versucht, ihn vor die Mercedes zu bekommen. Rene hatte einen fantastischen Start und sich so in eine sehr gute Position gebracht. Er ist ein exzellentes Rennen gefahren, hat nichts falsch gemacht, der Boxenstopp war im richtigen Moment. Es ist fantastisch, und so gehen wir nach Hockenheim."

Heißer Kampf in Hockenheim erwartet

"Es wird ein toller Kampf. Es liegen nur noch vier Punkte zwischen uns. Aber Rene kommt näher. Das ist großartig. Es fühlt sich klasse an, als Titelkandidat zum großen Finale nach Hockenheim zu reisen", resümiert Paffett. "Heute lief es von der Pole-Position nicht ganz so gut, wie wir uns das erhofft hatten. Wir haben aber den Rückstand auf die Tabellenspitze verkürzt und nur darauf kommt es an. Ich bin wirklich zufrieden. Und jetzt freue ich mich auf Hockenheim."

Pünktlich zum Rennstart kam die Sonne zwischen den Wolken hervor und das Thermometer kletterte auf 17 Grad Celsius. Der Red-Bull-Ring war an manchen Stellen immer noch nass, aber die Ideallinie war trocken. Den Start gewann Polesetter Paffett, der als Erster vor Müller und di Resta in die erste Kurve einbog. Auch Rast war ein Gewinner der Startphase, denn er kam vom siebten auf den vierten Platz nach vorne.

In der dritten Runde kam Müller in Paffetts Windschatten in der Anfahrt zur zweiten Kurve in die Position, zum Überholen anzusetzen und der Schweizer kam vorbei und übernahm die Führung. Der Brite blieb am Audi #51 dran und versuchte, sich die Spitzenposition zurückzuholen.

Müller konnte ein kleines Polster herausfahren, sodass Paffett aus dem DRS-Fenster fiel. In Runde 18 kamen die beiden Führenden an die Box. Während die Audi-Crew Müller in 7,6 Sekunden abfertigte, dauerte Paffetts Stopps neun Sekunden und er verlor wertvolle Zeit an der Box. Zu Paffetts Übel ging nur wenige Runden später sein Markenkollege di Resta an ihm vorbei und eroberte den zweiten Platz.

Nutznießer der Situation war Rast, der nach vorne kam und hinter Müller auf Rang zwei lag. Am Vortag ließ der Schweizer der heraneilenden amtierenden DTM-Champion vorbei, um seine Chance im Titelkampf aufrecht zu halten. Rast kam ins DRS-Fenster und Müller wehrte sich gegen den Angriff des Audi #33 nicht und fiel auf den zweiten Rang zurück, während Rast in Führung ging. Dahinter holte sich Paffett den dritten Platz von di Resta zurück und lag rund sechs Sekunden hinter dem führenden Audi-Duo.

"Wir können mit dem heutigen Ergebnis nicht zufrieden sein. Wenn man mit drei Autos in den Top 4 startet und am Ende nur eine Podiumsplatzierung herausspringt, dann ist das sehr enttäuschend. Vor allem, da Rene Rast durch seinen Sieg wieder wichtigen Boden auf Paul und Gary gut gemacht hat", sagt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Da tröstet auch der heutige Gewinn der Herstellermeisterschaft nicht darüber hinweg. Es ist schon jetzt klar, dass uns ins Hockenheim ein harter Kampf erwartet. Darauf müssen wir uns jetzt einstellen."

In drei Wochen findet das Finale der DTM-Saison 2018 in Hockenheim (12. bis 14. Oktober) statt. Im badischen Motodrom fällt dann die Entscheidung, wer DTM-Champion 2018 wird.

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