Roland Asch denkt gerne an seine DTM-Zeit mit Mercedes zurück
Roland Asch denkt gerne an seine DTM-Zeit mit Mercedes zurück © Daimler AG

In unserer neuen Serie blicken wir auf die erfolgreichen Karrieren der ehemaligen DTM-Fahrer zurück und verraten, was aus den "Rennlegenden" geworden ist

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Die DTM hat viele Rennfahrer hervorgebracht, die den DTM-Fans durch ihre Erfolge und Einzigartigkeit in Erinnerung geblieben sind. Doch um viele der Helden von damals ist es nach ihrer DTM-Zeit ruhig geworden. In unserer neuen Serie blicken wir auf die Karrieren jener Rennlegenden zurück und verraten, was aus ihnen geworden ist. Heute: Roland Asch.

1988 wurde Roland Asch Werksfahrer von Mercedes und wurde in seinem ersten DTM-Jahr auf Anhieb Vizemeister. Mit 38 Jahren bei seinem ersten DTM-Rennen zählt der Schwabe zu den ältesten "Rookies" in der deutschen Tourenwagenserie. Mittlerweile hat er seinen Profi-Helm an den Nagel gehängt und nimmt nur noch hobbymäßig an einzelnen Rennen teil. "Ich habe zuhause mein Autohaus, eine Familie und drei Kinder, um die ich mich kümmere", sagt der 67-Jährige im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Anfang des Jahres 2018 fuhr Asch mit seinem Sohn Sebastian bei den 24 Stunden von Dubai mit und hatte dort eine prominente Teamkollegin: Cora Schumacher, Rennfahrerin und Ex-Frau von Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher. "Ein Sponsor gefragt hat, ob ich mitfahren möchte", erklärt Asch, wie der Dubai-Deal zustande kam.

"DTM ist das Größte"

"Ich bin seit vier oder fünf Jahren das erste Mal wieder richtig Rennen gefahren. Es war ein tolles Erlebnis und hat mir sehr viel Spaß gemacht!", sagt er. In seiner Freizeit bewegt er gerne historische Fahrzeuge und geht auch schon mal bei verschiedenen Klassik-Rennen an den Start. Dort kann er die Rennwagen aus seiner DTM-Zeit bewegen und kommt bei der Erinnerung daran ins Schwelgen.

"Die DTM war damals das Größte, das es gibt. Die Zuschauer konnten sich mit den Autos anders identifizieren als heute. Es waren Autos, die jeder kaufen konnte und manch einer sogar in der Garage stehen hatte", sagt Asch. "Deshalb waren die Tribünen damals voll. Was da los war, werde ich nie vergessen!"

Zwischen 1984 und 86 absolvierte Asch vereinzelte Rennen in der deutschen Tourenwagenserie, ehe er 1988 zum Mercedes-Werksfahrer befördert wurde. "Für mich waren es wichtige Jahre in meiner Motorsportkarriere. Ich bin damals im Rennsport groß geworden. Die Leute haben mich vorher gar nicht gekannt. Ich werde es nie vergessen, und kann es jetzt kaum glauben, dass es 30 Jahre her ist", sagt er.

Mit Mercedes hat alles angefangen

"Ich bin heute noch dankbar, dass es damals mit Mercedes angefangen hat. Ich war ein Privatfahrer und habe dann einen Werksvertrag von Mercedes bekommen. Das war damals für mich wie ein Sechser im Lotto. Ich bin mit Benzin aufgewachsen und es war zunächst ein Hobby. Und auf einmal wirst du Werksfahrer...das war eine tolle Sache! Ich freue mich heute noch, wenn ich heute noch mit einem alten DTM-Auto unterwegs sein darf."

Auch an den Umgang mit seinen Gegnern denkt er drei Jahrzehnte später noch gerne zurück: "Die Autos, die Gegner und die Kameradschaft damals in der DTM war ein Wahnsinn. Ich glaube, so etwas gibt es heute nicht mehr. Wir haben uns auf der Strecke gnadenlos bekämpft, abends saßen wir zusammen und haben gemeinsam etwas getrunken. Für mich war es eine tolle Zeit!"

In seinem DTM-Debütjahr 1988 wurde Asch auf Anhieb Zweiter in der Meisterschaft hinter Klaus Ludwig. 1994 holte er erneut den Vizemeister-Titel, doch der Meistertitel war ihm nicht vergönnt. In 172 Rennen in der deutschen Tourenwagenserie gewann Asch sechs Rennen und startete fünf Mal von der Pole-Position.

Nach seiner DTM-Karriere war der Mann aus Altingen in den Markenpokalen Porsche Super Cup und Porsche Carrera Cup unterwegs. 2000 gab Asch überraschend sein Comeback in der DTM, allerdings nur für ein Rennwochenende in Oschersleben - und auch nicht mit Mercedes, sondern für das Audi-Privatteam von Abt.

Danach war er noch in der V8-Star-Serie und der Tourenwagen-Europameisterschaft unterwegs und absolvierte Starts bei den 24 Stunden am Nürburgring. Inzwischen konzentriert er sich auf seine Klassik-Rennen, sein Autohaus und unterstützt seinen Sohn Sebastian Asch, der im GT-Masters startet.

Asch (noch) kein Fan der Formel E

Dass Mercedes am Ende der Saison das DTM-Engagement nach 30 Jahren beendet, schmerzt Asch, der sehr an der Marke mit dem Stern hängt und damit eng verbunden ist. Immerhin haben die Stuttgarter ihm vor 30 Jahren den Weg für seine erfolgreiche Motorsportkarriere geebnet.

"Ich hatte damals nur wenig Geld und wir waren nur eine kleine Truppe. Ich werde nicht vergessen, dass mir der damalige Mercedes-Chef gesagt hat, ich darf mir einen LKW für den Transport des Autos in Stuttgart abholen. So etwas konnte ich mir selbst nicht leisten. Das war eine tolle Geschichte!", erinnert er sich.

Die DTM liegt Asch immer noch am Herzen, und das wird auch nach dem Ausstieg der Stuttgarter so sein. Denn mit dem neuen Formel-E-Projekt von Mercedes kann er sich derzeit noch nicht recht anfreunden. "Ich bin mit Benzin aufgewachsen und muss mich in das Thema Elektromobilität erst noch hineindenken. Ich finde, dass der Motorenlärm zum Motorsport einfach dazu gehört. Das ist in der Formel E noch ungewohnt", sagt Asch.

Ein paar Monate hat er noch, in denen er Mercedes in der DTM verfolgen und unterstützen kann. Und bei seinen Rennteilnahmen mit historischen DTM-Fahrzeugen wird er noch lange in den Genuss von "echten" Rennautos kommen.

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