Gary Paffett gewinnt erstes DTM-Rennen in Zandvoort vor drei weiteren Mercedes von Paul di Resta, Lucas Auer und Pascal Wehrlein, der Pech in der Box hatte

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Sieg für Gary Paffett im ersten DTM-Rennen in Zandvoort. Nach 34 Runden überquerte der Mercedes-Fahrer vor seinen Teamkollegen Paul di Resta (2.), Lucas Auer (3.) und Pascal Wehrlein (4.) die Ziellinie und holte sich seinen dritten Saisonsieg.

"Unser Auto ist das ganze Jahr über großartig. Den dritten Sieg haben wir uns heute genauso verdient, wie die anderen. Das Auto war schon im Qualifying sehr gut und auch im Rennen. Wir haben alles richtig gemacht", freut sich Paffett, der seinen 23. Sieg feierte und damit Mattias Ekströms Bestmarke geknackt hat.

"Ich hatte einen guten Start, der Pitstopp war auch sehr gut. Ich konnte danach in Führung bleiben. Von da an war es relativ ruhig. Das war nicht einfach, denn das ist es nie. Als das Safety-Car rauskam hat es ganz gut funktioniert, auch mit dem IndyCar-Restart. Rene hat sich sehr fair verhalten und ich habe ich fahren gelassen, weil ich wusste, dass er noch an die Box kommen muss. Das Auto hat sich den ganzen Tag über fantastisch angefühlt und das hat es mir leicht gemacht. Ich bin sehr glücklich", ergänzt der DTM-Champion von 2005.

Di Resta neuer Zweiter in Gesamtwertung

"Es war ein produktiver Tag heute. Natürlich wäre ich gerne vor Gary ins Ziel gekommen. Er hat seine Führung weiter ausbauen können, aber wir sind in einer guten Position", sagt der Zweitplatzierte di Resta. "In der DTM kommt es auf die Konstanz an. Morgen werden nochmal viele Punkte vergeben und wir kämpfen weiter. Am Ende musst du vorne dabei sein, da zählt es."

Auch Auer war nach dem Rennen zufrieden: "Stolz bin ich heute eigentlich aufs Qualifying. Der erste Satz war komplett verrückt und ich habe mich sehr gefreut, dass ich noch auf Platz vier gekommen bin. Das Rennen müssen wir nochmal analysieren. Aber es natürlich cool, auf dem Podium zu stehen."

"Nach dem Safety-Car bin ich eigentlich immer ganz gut auf kalten Reifen, da fühle ich mich wohl. Da konnte ich eine Position gewinnen", so der Österreicher weiter.

Die Top 10 komplettierten Robin Frijns (5./Audi), Timo Glock (6./BMW), Marco Wittmann (7./BMW), Augusto Farfus (8./BMW), Joel Eriksson (9./BMW) und Jamie Green (10./Audi). Edoardo Mortara wurde 13.

In der DTM-Fahrerwertung baut Gary Paffett seine Führung aus und hat 127 Zähler auf dem Konto. Neuer Zweiter ist Paul di Resta mit 106 Punkten. Dahinter reihen sich Timo Glock (100), Marco Wittmann (98) und Edoardo Mortara (93) auf den Positionen drei bis fünf ein.

"Gratulation an die gesamte Mannschaft zu diesem spitzen Ergebnis. Ein Vierfacherfolg auf einer so anspruchsvollen Strecke wie Zandvoort ist eine bemerkenswerte Leistung. Die ersten zwei Renndrittel liefen nach Plan und Gary, Paul und Pascal hatten einen komfortablen Vorsprung", sagt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Dann kam das Safety-Car und der IndyCar-Restart. Zum Glück ging auch diese Situation gut für uns aus, sodass wir den Sieg sicher nach Hause fahren konnten. Glückwunsch auch an Gary zu seinem 23. DTM Sieg. Damit hat er nun genauso viele Siege wie Mattias Ekström auf seinem Konto. Das ist natürlich grandios!"

Verpatzter Boxenstopp bei Wehrlein

Pole-Setter Gary Paffett musste sich am Start gegen Pascal Wehrlein behaupten, der gut von seiner Startposition wegkam. Doch an der Reihenfolge auf den vorderen Rängen änderte sich zunächst nichts und Paffett blieb vor seinen drei Teamkollegen Wehrlein, Paul di Resta und Lucas Auer. Audi-Mann Robin Frijns schnappte sich die beiden BMW vor ihm und ging an Marco Wittmann und Timo Glock vorbei für den fünften Platz.

Anschließend versuchte der Niederländer das in Führung liegende Mercedes-Quartett zu knacken und setzte Lucas Auer auf Platz vier unter Druck. In der fünften Runde konnte der Österreicher etwas Durchschnaufen, als Frijns in die Box zum Reifenwechsel abbog. Auer kam im 13. Umlauf zu seinem Pflichtboxenstopp und vor Nico Müller und dessen Teamkollegen Frijns wieder auf die Strecke.

Müller nutzte die Gunst der Stunde als Auer noch mit den kalten Reifen zu kämpfen hatte und schnappte sich den fünften Platz vom Österreicher. Auch Frijns versuchte erneut, am orangen Mercedes vorbeizugehen, aber ohne Erfolg.

Pech für Pascal Wehrlein: Beim Boxenstopp klemmte ein Rad, sodass der Mercedes-Mann nach eigenen Angaben "zehn Sekunden" in der Box verlor. "Was für ein Witz!", schimpfte er kurz darauf über den Funk. Durch den Zeitverlust fiel er hinter di Resta auf Platz vier zurück.

Safety-Car verhagelt Rene Rasts Strategie

An der Spitze drehte Rene Rast einsam seine Runden und hatte rund 24 Sekunden Vorsprung vor Paffett herausgefahren, der bereits an der Box war. Doch in der 19. Runde sorgte Müller sorgte für eine Safety-Car-Phase, sodass der Vorsprung des amtierenden DTM-Champions dahin war, denn er konnte nicht rechtzeitig in die Box einbiegen, als das Safety-Car auf die Strecke kam.

An Müllers Audi gab es ein Problem mit einem sinkenden Reifendruck im linken Vorderrad. Der Schweizer versuchte noch eine Runde zu fahren, bevor er einen zweiten Boxenstopp absolviert hätte. Aber so weit kam er nicht.

"Ich hatte einen Plattfuß vorne links. Auf der Start-Ziel-Geraden habe ich es gemerkt und wollte die Runde noch zu Ende fahren. In Kurve 2 ist der Reifen dann ganz kollabiert und ich im Reifenstapel gelandet", schildert Müller nach seinem Aus. "Das ist sehr frustrierend, denn Platz vier wäre drin gewesen. In einem solchen schwierigen Jahr wäre das ganz gut gewesen, aber leider wurde nichts draus."

Beim Neustart im IndyCar-Stil blieb Rast, der seinen Boxenstopp noch nicht absolviert hat, weiter vor Paffett. Wehrlein verlor einen Platz an Auer und fiel auf Rang fünf zurück. Erst in der vorletzten Runde kam Rast zum Reifenwechsel an die Box und wurde bis auf Platz 17 durchgereicht. Weil ein Stopp während einer Safety-Car-Phase nicht als Pflichtboxenstopp gewertet wird, ging die Taktik des amtierenden DTM-Champions, der auf gebrauchten Reifen eine beeindruckende Leistung zeigte, nicht auf.

"Bei einer so risikoreichen Strategie kann man natürlich immer das Problem bekommen, wenn ein Safety-Car kommt. Dann ist das Rennen gelaufen. Wir haben versucht, lange zu fahren und es ohne Verkehr hinauszuzögern. Das hat auch gut funktioniert, die Pace war gut. Ich denke, wenn das Safety-Car nicht gekommen wäre, dann wären die Top-5 drin gewesen. Das ist natürlich frustrierend. Morgen probieren wir es nochmal", ist Rast enttäuscht, dass seine Strategie nicht aufgegangen ist.

Am morgigen Sonntag beginnt um 9:15 Uhr das dritte Freie Training und um 11:20 Uhr das zweite Qualifying. Rennstart ist um 13:30 Uhr. Im Live-Stream von Motorsport-Total.com können Sie alle Sessions inklusive Vor- und Nachberichterstattung live verfolgen. In unserem Liveticker halten wir Sie über das Geschehen auf und abseits der Strecke auf dem Laufenden. Dort finden Sie auch weitere Reaktionen der Fahrer und Verantwortlichen.

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