Mattias Ekström gratuliert Lucas Auer zu seinem ersten DTM-Sieg
Mattias Ekström gratuliert Lucas Auer zu seinem ersten DTM-Sieg © Mario Bartkowiak

Lucas Auer spricht über seine Freundschaft zu Mattias Ekström und warum er den Schweden in der DTM vermissen wird: "Er ist eine lebende Legende"

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Auf der Strecke sind sie Gegner, abseits gute Kumpels: Freundschaften zwischen Rennfahrern sind selten, aber nicht ungewöhnlich. Unter Teamkollegen, die das ganze Jahr gemeinsam für den Erfolg kämpfen, können sich schnell Freundschaften entwickeln. In der DTM beschränken sie sich allerdings meisten auf Hersteller-interne Beziehungen. Dass Fahrer verschiedener Marke untereinander Freunde sind, ist in der politisch-geprägten deutschen Tourenwagenserie ungewöhnlich - und dennoch gibt es sie, wie Mercedes-Fahrer Lucas Auer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' verrät. "Mattias (Ekström; Anm. d. Red.) ist ein guter Freund", spricht der Tiroler über das DTM-Urgestein, dass Ende Januar seinen Rücktritt erklärt hat. "Er war einer der Ersten, der mich unterstützt hat."

"Er war einer der Ersten, der in Interviews gut über mich gesprochen und an mich geglaubt hat", sagt Auer über seine freundschaftliche Beziehung zu Ekström. Die Verbindung der beiden Rennfahrer mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, denn sie sind in der DTM für zwei konkurrierende Hersteller angetreten und waren nie Teamkollegen. Auch vom Alter her liegen sie weit auseinander: Der zweimalige DTM-Champion ist mit 39 Jahren ein alter Hase im Motorsport und der Neffe von Gerhard Berger steht mit 23 Jahren noch relativ am Anfang seiner Karriere.

Doch warum sich ausgerechnet zwischen Auer und Ekström diese besondere Verbindung entwickelt hat, kann sich der Österreicher auch nicht erklären: "Ich glaube, ich gefalle ihm vom Charakter her." Möglicherweise erkannte sich der Audi-Mann im jungen Auer wieder. Denn auch Ekström kam im zarten Alter von Anfang 20 in die DTM und musste sich gegen "echte Kerle" wie Bernd Schneider, Klaus Ludwig, Uwe Alzen und Co. durchsetzen.

Beide Piloten haben einen ähnlichen Werdegang: Ekström und Auer gewannen beide in ihrer zweiten DTM-Saison ihr erstes Rennen. Im vierten Jahr holte der "alte Schwede" seinen ersten DTM-Titel. Auer bestreitet 2018 seine vierte Saison im Deutschen Tourenwagen Masters. Kann er es seinem Kumpel gleichtun und in diesem Jahr ebenfalls seine erste DTM-Meisterschaft gewinnen?

Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Liebe zum Land Österreich. Auer lebt in seiner Heimat Kufstein und Ekström im nur rund 18 Kilometer entfernten Ellmau am Wilden Kaiser. An den freien Wochenenden könnten sich die ehemaligen Konkurrenten in der Heimat treffen, an der Rennstrecke werden sie sich vorerst nicht mehr begegnen. Dass Ekström seinen DTM-Helm an den Nagel hängt, bedauert Auer sehr. "Das ist traurig, aber für mich war es sehr cool, dass ich noch gegen ihn fahren konnte. Als Rennfahrer ist er für mich eine lebende Legende. Ich wünsche ihm nur das Beste", so der Tiroler an den Wahl-Tiroler.

Der Einblick, den Auer über das Verhältnis zu seinem ehemaligen DTM-Gegner Ekström gibt, zeigt, dass Freundschaften im Motorsport - über die Herstellergrenzen hinaus - möglich sind. Die Tatsache, dass sich der Schwede der Jugend annimmt und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht, zeigt von der wahren Größe des Mattias Ekström und macht ihn zu einem noch größeren DTM-Helden.

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