Schwieriges Terrain für die ARD: Die DTM war zuletzt kein Straßenfeger mehr
Schwieriges Terrain für die ARD: Die DTM war zuletzt kein Straßenfeger mehr © LAT

Die Zahlen zeigen bei Sehbeteiligung und Marktanteil einen stetigen Abwärtstrend in der ARD - Trotzdem war die DTM im Vergleich zur MotoGP noch stark

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Die Analyse der DTM-Einschaltquoten der vergangenen sechs Jahre macht deutlich, wieso sich die ARD als langjähriger TV-Partner von der Tourenwagen-Serie verabschiedet hat: Von 2012 bis 2017 - also in der Phase seit dem Einstieg BMWs als dritter Hersteller - war ein kontinuierlicher Rückgang der Zuschauerzahlen und des Marktanteils an der werberelevanten Zielgruppe zu verzeichnen. Über die Zeit schrumpfte die Sehbeteiligung um 31,5 Prozent, der Marktanteil um 27 Prozent.

Während 2012 im Schnitt aller Saisonrennen noch 1,3 Millionen Zuschauer dabei waren, schalteten 2017 nur 0,89 Millionen ein. Der Negativtrend verlief unaufhaltsam: In keinem einzigen Jahr verlor die DTM weniger als 700.000 Zuschauer - egal, wie spannend die Rennen waren und wie der Titelkampf verlief. Der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen ging von zehn auf 7,3 Prozent zurück.

Dabei war die DTM zwischen 2004 und 2006 - also noch nach dem Opel-Ausstieg und in der Zeit mit nur zwei Herstellern - für die ARD ein publikumsträchtiges Format. In dieser Zeit strahlte das Erste die zehn meistgesehenen seiner 187 DTM-Läufe nach Neuauflage der Rennserie aus. Quotenkönig war das Rennen am Nürburgring 2006, das Bruno Spengler (Mercedes) für sich entschied. In Zahlen: eine Sehbeteiligung von 2,61 Millionen Zuschauern und ein Marktanteil von 16,8 Prozent.

Zum Vergleich: Die Formel 1 brachte es im Free-TV bei RTL im Saisonschnitt 2017 auf eine Sehbeteiligung von 4,36 Millionen Zuschauern und einen mittleren Marktanteil von 29,19 Prozent pro Rennen. Dass die DTM trotz allem ein prestigeträchtiges Format ist, untermauert der (Miss-)Erfolg der MotoGP-Läufe bei Eurosport. Sie erreichten in der Spitze rund eine halbe Million Zuschauer. Hinzu kommt der generelle Abwärtstrend bei Sportübertragungen im Fernsehen bedingt durch die zunehmende Nutzung von Internet- und On-Demand-Angeboten - etwa die offiziellen Livestreams auch bei Youtube oder in den Mediatheken.

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