Vom Kommandostand aus haben die Ingenieure alles im Blick
Vom Kommandostand aus haben die Ingenieure alles im Blick © xpbimages.com

Laptops, Tablets, Smartphones: Das digitale Zeitalter beeinflusst den Arbeitsalltag in der DTM - "Für alles gibt es eine App und wird ein Programm geschrieben"

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Es ist ein gewohntes Bild im Motorsport: Kommt ein Fahrer an die Box, stöpseln die wartenden Ingenieure ihre Laptops ans Auto. Die Daten werden auf die Rechner kopiert und in ihren rollenden Büros hinter den Garagen ausgewertet. Die Werte werden außerdem an die in den Werken der Hersteller sitzenden schlauen Köpfe geschickt, die durch Computersimulationen und Strategieüberlegungen das Personal an der Strecke unterstützen.

Von den Kommandoständen der Formel 1 können die Ingenieure sogar direkt mit den Mitarbeitern im Werk kommunizieren, so, als würde der Gesprächspartner direkt nebenan sitzen und nicht hunderte Kilometer entfernt. Der technologische Fortschritt macht's möglich. Die Digitalisierung macht auch vor der DTM nicht Halt. "Es ist heute überall so und es geht auch nur noch so", meint Rosberg-Teamchef Arno Zensen im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Für jeden Blödsinn wird eine App oder ein Programm geschrieben."

"Früher haben wir die Luftdrücke und Temperaturen gemessen und sie auf einen Zettel geschrieben. Jetzt hat jeder ein Smartphone mit einer entsprechenden App. Dort tippt er alles ein, drückt auf Enter und alle Ingenieure haben es", wundert sich der Teamchef des DTM-Champions Rene Rast über die rasante Entwicklung im digitalen Zeitalter.

Unmengen von Sensoren beliefern die Ingenieure mit Informationen über Fahrzeug, Reifen und Co., die dem Piloten beim Fahren helfen sollen. Muss das wirklich sein? Nein, meint Zensen. "Die Kerle sollen mehr mitdenken", befürwortet der Rosberg-Chef das vor der Saison eingeführte Funkverbot, durch das die Fahrer während den Rennen nicht mehr ferngesteuert werden können. "Sie sind dadurch mehr gefordert. Es ist gut, dass das Eingreifen von außerhalb weg ist", ergänzt er.

Einige Änderungen in der DTM, zum Beispiel das Verbot der Reifenheizdecken, haben laut dem Team-Champion 2017 dafür gesorgt, dass die Rennen wieder spannender geworden sind. "Ich bin froh, dass die Reifenheizdecken abgeschafft wurden. Dadurch hatten wir dieses Jahr so geile Rennen", ist er begeistert.

Weniger technisch, besser verständlich - das wünschen sich viele im Umfeld der DTM. Ob und wie die Verantwortlichen rund um DTM-Boss Gerhard Berger dies umsetzen können, wird sich zeigen. Der technologische Fortschritt und die voranschreitende Digitalisierung werden aber auch vor der deutschen Tourenwagenserie nicht haltmachen.

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