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Rookie Rene Rast geht als Führender in die DTM-Rennen am Norisring. Dass er trotz großen Medienrummels ganz cool bleibt, liegt auch an seinem Alter.

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Nach seinem Husarenritt von Budapest lernte René Rast im Schnellverfahren, was es bedeutet, berühmt zu sein.

"Es gab eine extreme Resonanz übers Handy, im Freundeskreis, aber auch an der Rennstrecke. Es kam mir vor, als hätte jeder das Rennen geschaut", sagte der neue DTM-Spitzenreiter vor dem Stimmungs-Highlight bei der vierten Station am Norisring (ab Samstag im LIVESTREAM).

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Audi-Pilot Rast, der auf dem Hungaroring seine ersten beiden Poles und den ersten Sieg in der DTM feierte, ist eine Ausnahmeerscheinung im modernen Motorsport.

Während selbst die Königsklasse Formel 1 mehr und mehr von Teenagern mit brutalem Gasfuß erobert wird, musste der Mindener einen langen Umweg durch die Rahmenserien gehen, ehe er 2017 endlich ein Stammcockpit in der DTM erhielt. 

Mit seinen 30 Jahren lässt sich der DTM-Rookie vor seinem Tourenwagendebüt im "fränkischen Monaco" daher auch nicht aus der Ruhe bringen.

"Das Einzige, was sich für mich ändern wird, ist die Medienpräsenz. Ansonsten gehe ich das an wie jedes Wochenende auch", sagte Rast. Immerhin kennt er den Druck, der Gejagte zu sein - und hat ihm schon oft genug standgehalten. Rast gewann 2008 den Porsche Carrera Cup 2008, von 2010 bis 2012 den Porsche Super Cup und 2014 das ADAC GT Masters.

In der DTM ist die Herausforderung, an der Spitze zu bleiben, dennoch eine ganz besondere. Das Reglement sorgt für eine enorme technische Leistungsdichte, dazu messen sich in der Tourenwagenserie zahlreiche Top-Piloten.

Wie zum Beweis liegt Spitzenreiter Rast mit 70 Punkten nur hauchdünn vor Mercedes-Aufsteiger Lucas Auer (Österreich/69) sowie seinen Audi-Markenkollegen Jamie Green (England/65) und Mattias Ekström (Schweden/62).

Audi, das im nicht einmal 90 km entfernten Ingolstadt seinen Hauptsitz hat, will beim Heimrennen an den Doppel-Erfolg von 2016 durch den Schweizer Nico Müller und Edoardo Mortara (Italien) anknüpfen. Als erster Anwärter darf dabei Green gelten.

"Mister Norisring" ist mit vier Erfolgen zwischen 2008 und 2012 der Rekordsieger auf dem nur 2,3 km langen Stadtkurs. Allerdings fuhr Green seine Triumphe allesamt für Mercedes ein, das zwölf der letzten 14 Sieger stellte.

Für BMW ist Nürnberg dagegen traditionell kein gutes Pflaster. In den fünf Jahren seit dem DTM-Comeback stellten die Münchner zwar dreimal den Fahrer-Champion und gewannen genauso oft die Markenwertung, doch auf der Powerstrecke Norisring waren zweite Plätze bislang das Maximum.

Besonders der im benachbarten Fürth geborene Vorjahresmeister Marco Wittmann hofft am Dutzendteich auf den Befreiungsschlag. "Vor zwei Jahren war ich Sechster, letztes Jahr bin ich knapp am Podium vorbeigefahren. Beim Heimrennen aufs Podium zu fahren oder vielleicht sogar zu gewinnen, wäre ein Traum", sagte der in der Meisterschaft mit 24 Punkten bereits abgeschlagene Franke.