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Günstiger, leichter, weniger stark: Die FIA hat angekündigt, dass die LMH-Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans und in der WEC an die LMDh angeglichen wird

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Die Kategorie Le Mans Hypercar (LMH) bleibt ein bewegliches Ziel: Erneut haben FIA und ACO die Parameter der Topklasse geändert, um sie an die jüngst verkündete LMDh anzugleichen.

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Das bedeutet, dass die Leistung drastisch reduziert wird und das Gewicht sinkt. Außerdem sollen die Hypercars günstiger werden, um so attraktiv wie die LMDh zu werden. Wie die Kostensenkungs-Maßnahmen genau aussehen, verrät die FIA nicht.

Die LMH-Fahrzeuge werden künftig wie die LMDh auch über eine Systemleistung von maximal 680* PS (500 Kilowatt) verfügen. Während das in der LMDh über 635 Verbrenner- und 45 Elektro-PS erfolgen soll, sind die Parameter im jetzigen Entwurf noch nicht kommuniziert worden. Gleichzeitig wird das Mindestgewicht auf 1.030 Kilogramm herabgesetzt.

Der ursprüngliche Regelentwurf hatte vorgesehen, dass die LMH-Klasse 750 PS stark sein und 1.100 Kilogramm wiegen soll. Im November 2019 wurden die Parameter auf Wunsch von Aston Martin geändert: Der Leistungs-Output sollte sich nun auf weit über 800 PS belaufen.

Die jetzt verkündete Doppelrolle rückwärts ist vor allem für Glickenhaus ärgerlich. Diese hatten nach der November-Änderung extra den Motorenpartner gewechselt, was das Projekt um Monate zurückgeworfen hat. Auch Toyota und ByKolles werden ihre Konzepte nun auf die neuen Parameter abstimmen müssen.

Attraktivität von LMH könnte wieder steigen

Auf der anderen Seite unternehmen IMSA und ACO damit einen weiteren großen Schritt in Richtung Konvergenz. Es wäre sonst zu befürchten gewesen, dass die leichteren LMDh vor allem auf den meisten IMSA-Strecken im Vorteil gewesen wären, die Hypercars aber mit ihrer größeren Leistung die prestigeträchtigen Events in Le Mans und Daytona dominiert hätten.

"Die technischen Teams von FIA und ACO haben hart daran gearbeitet, die LMH-Regularien [auf das LMDh-Reglement] anzupassen", sagt ACO-Chef Pierre Fillon. "Das wurde von den Herstellern sehr begrüßt." Informationen von 'Motorsport-Total.com' zufolge hat sich vor allem Peugeot sehr dafür eingesetzt, die Leistungs-Parameter zwischen den beiden Philosophien anzugleichen.

Richard Mille, Vorsitzender des FIA-Langstrecken-Komitees, begründet den Schritt so: "Wir müssen die Entwicklung der ökonomischen Rahmenbedingungen im Auge behalten und Maßnahmen zur Kostensenkung einführen, um Hersteller-Engagement zu fördern." Damit spricht er natürlich die Wirtschaftskrise durch das Coronavirus SARS-CoV-2 an.

Sollten die Kosten für ein LMH-Projekt tatsächlich auf das Niveau der LMDh gesenkt werden können, wäre die Klasse auf einen Schlag wieder deutlich attraktiver.

*In englischsprachigen Quellen ist von "670 bhp" die Rede. Zwischen "Brake Horse Power" und der deutschen Pferdestärke besteht jedoch ein minimaler Unterschied.

© Motorsport-Total.com