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Wayne Taylor Racing auf Kurs zu drittem Daytona-Sieg in vier Jahren und auf Kurs zu neuem Distanzrekord - GTLM-Duell zwischen Porsche und BMW gesprengt

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Bei den 24 Stunden von Daytona, dem Saisonauftakt der IMSA SportsCar Championship 2020, sind 18 der 24 Rennstunden absolviert.

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Vor wenigen Minuten ist die Sonne aufgegangen und das bislang von nur drei Gelbphasen kurzzeitig gebremste Racing nimmt Kurs auf einen neuen Distanzrekord. Der aktuelle Rekord steht bei 808 Runden, aufgestellt vor zwei Jahren von Action Express Racing.

Im Kampf um den Gesamtsieg bei der 58. Auflage hat Wayne Taylor Racing (WTR) die besten Karten. Die Truppe, die den schwarzen #10 Cadillac DPi mit unterschiedlicher Fahrerbesetzung schon 2017 und 2019 zum Sieg gefahren hatte, schlägt mit Renger van der Zande, Ryan Briscoe, Scott Dixon und Kamui Kobayashi ein Höllentempo an. Im dritten Rennviertel, das komplett unter Grün lief, bestimmte man das Geschehen nach Belieben.

Waren es bei Halbzeit noch sechs DPi-Boliden gewesen, die in einer Runde lagen, so sind es derzeit nur noch deren zwei. Neben dem führenden WTR-Cadillac liegt einzig der Cadillac mit der Startnummer 5 von JDC-Miller (Bourdais/Duval/Barbosa) noch in der gleichen Runde. Doch der Rückstand beträgt schon eine Minute.

Mit einer ganzen Runde Rückstand folgt der #77 Joest-Mazda der Polesetter Jarvis/Nunez/Pla. Wenige Minuten vor der 18-Stunden-Marke hat man P3 übernommen vom einzigen Action-Express-Cadillac der langsam in Richtung Box rollte.

Der #6 Penske-Acura (Montoya/Cameron/Pagenaud) und der #55 Joest-Mazda (Bomarito/Tincknell/Hunter-Reay) liegen sogar noch weiter zurück. Beide Autos setzten wiederholt stark auf. Bei Penske musste sogar die Frontpartie gewechselt werden.

GTLM-Klasse am spannendsten

In der GTLM-Klasse setzte sich der stundenlange Kampf zwischen BMW und Porsche bis in die 16. Rennstunde fort. Der M8 GTE mit der Startnummer 24 (Krohn/Edwards/Mostert/Farfus) und der 911 RSR-19 mit der Startnummer 912 (Bamber/Vanthoor/Jaminet) schenkten sich - unabhängig davon, wer gerade am Lenkrad drehte - nichts.

Ein Wechsel der Bremsen am schwarzen BMW aber hat das Duell zumindest für den Moment gesprengt. Der Porsche, an dem die Bremsen schon deutlich früher gewechselt wurden, hat derzeit knapp 15 Sekunden Vorsprung auf das Schwesterauto mit der Startnummer 911 (Campbell/Tandy/Makowiecki).

Ebenso noch im Rennen um den Klassensieg dabei ist die gelbe Corvette (Garcia/Taylor/Catsburg). Um Porsche zu übertrumpfen braucht es aber wohl das Glück einer Gelbphase. Das gilt nach dem Bremsenwechsel auch für den schwarzen BMW.

Dennoch: Mit noch vier Autos in der Führungsrunde ist der Kampf in der GTLM der spannendste im Feld. Der einzige Ferrari weist inzwischen Rundenrückstand auf. Das jeweils zweite Auto von BMW und Corvette hatte in der ersten Rennhälfte größere Probleme.

In der GTD-Klasse liegen aufgrund des langen Stints unter Grün nur noch drei Autos in der Führungsrunde. An der Spitze geführt wird der Paul-Miller-Lamborghini (Sellers/Snow/Lewis/Caldarelli) vor dem WRT-Audi (Bortolotti/Ineichen/Morad/Vanthoor) und dem Magnus-Lamborghini (Potter/Lally/Pumpelly/Mapelli).

Der Pfaff-Porsche, der große Teile der ersten Rennhälfte bestimmt hatte, verlor im Mittelteil des Rennens bei jedem Boxenstopp mehr Zeit als geplant. Ursache war ein Problem an der Tankanlage. In der 16. Stunde bog der rote 911er dann sogar für längere Zeit in die Garage ab. Grund war ein Problem an der Kraftübertragung. Im Kampf um den Klassensieg spielen die Polesetter der GTD somit keine Rolle mehr.

Und auch in der LMP2-Klasse wird das Rennen nach 18 Stunden nicht mehr vom Langzeitspitzenreiter angeführt. Der PR1-Oreca (Keating/Trummer/Boulle/Aubry) hat nicht nur die Spitzenposition an den DragonSpeed-Oreca (Hedman/Hanley/Braun/Newey) verloren. Ein Ausrutscher von Gabriel Aubry und nicht zuletzt ein längerer Reparaturstopp bedeuteten sogar den Verlust mehrerer Runden. Aktuell hat DragonSpeed ein Polster von drei Umläufen.

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