Hermann Tomczyk fordert eine stärkere Nachwuchsförderung in Deutschland © ADAC Motorsport

ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk fordert eine stärkere Nachwuchsföderung im deutschen Rallye-Sport. "Von nichts kommt nichts", so der ADAC-Sportpräsident.

ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk (66) sieht die Nachwuchsförderung im Rallye-Sport als wichtiges deutsches Gemeinschaftsprojekt.

"Um deutsche Piloten in der Weltspitze zu haben, muss man etwas für den Nachwuchs tun, denn von nichts kommt nichts", sagte Tomczyk im Vorfeld der ADAC Rallye Deutschland: "Wir engagieren uns seit Jahren sehr intensiv, würden uns aber auch ein größeres Engagement seitens der Industrie wünschen. Denn Deutschland braucht wieder einen Rallye-Weltmeister."

Dies könne in Zukunft dem Rallye-Sport dabei helfen, wieder stärker in den Mainstream zu rücken. "Sicherlich würde ein deutscher Spitzenfahrer der öffentlichen Wahrnehmung sehr stark helfen", sagte Tomczyk: "Der Motorsport auf der Rundstrecke hat in den vergangenen Jahren auch von den Erfolgen der deutschen Top-Fahrer in der Formel 1 profitiert."

Internationale Konkurrenz "verdammt hart"

Vor der am Donnerstagabend in Saarbrücken startenden Rallye Deutschland sieht der veranstaltende ADAC die Förderung grundsätzlich auf dem richtigen Weg. "Marijan Griebel ist Junior-Europameister, und Fabian Kreim kommt als amtierender deutscher Meister zur Rallye Deutschland", sagte Tomczyk. Die internationale Konkurrenz sei aber "verdammt hart. Wir wären glücklich, wenn einem der Jungs der Sprung in die Weltmeisterschaft gelingt."

Bei der Rallye Deutschland wird der mehrfache deutsche Meister Armin Kremer (48) in der Topgruppe P1 als Gaststarter antreten und dabei im baugleichen Auto wie der französische Weltmeister Sébastien Ogier (M-Sport/Ford) um ein starkes Ergebnis kämpfen. Dies sei zumindest "ein tolles Signal für den deutschen Rallye-Sport", sagte Tomczyk.

"Zuschauerinteresse so hoch wie nie"

Auch der nach neun von 13 Rallyes in diesem Jahr sehr ausgeglichene Titelkampf vor allem zwischen Ogier und Thierry Neuville (Belgien/Hyundai) sorge beim deutschen WM-Lauf dafür, "dass das Zuschauerinteresse so hoch ist wie noch nie zuvor", sagte Tomczyk: "Aktuell liegt der Ticket-Vorverkauf deutlich über dem Vorjahr. Sicherlich spielt auch der Wechsel in das Saarland eine Rolle."

Die Rallye Deutschland hat zu diesem Jahr Abschied von ihrem langjährigen Zentrum Trier genommen und bietet 2017 neue Wertungsprüfungen. Viele traditionelle Teilabschnitte in den Weinbergen der Moselregion und auf dem Truppenübungsplatz Baumholder bleiben allerdings erhalten.