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Motorsport

Geschwindigkeit, Abenteuerlust, Adrenalinüberschuss und Risiko. Auf wohl keine andere Sportart treffen diese Begriffe mehr zu als auf den Motorsport.

Kaum ein Sport ist so vielschichtig, so teuer, so exklusiv. Alleine im Profibereich existieren dutzende Rennserien. Um den Durchblick zu behalten, stellt SPORT1 den Motorsport kurz und kompakt vor:

Motorsportklassen

Zum Motorsport werden alle Sportarten gezählt, die mit motorbetriebenen Fahrzeugen betrieben werden.

Bei uns ist der Automobilsport die beliebteste Spielart des Motorsports. Die Formel 1 ist die berühmteste Rennserie der Welt, es existieren aber unzählige weitere Meisterschaften: DTM, Formel 2, Formel 3 und Indycar sind nur wenige Beispiele. Hinzu kommen Klassiker wie die 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, in Spa-Francorchamps oder in Le Mans.

Viele Nachwuchsfahrer steigen über den Kartsport ein. Die Teilnahme an Kartrennen oder -slaloms wollen sie sich für eine Karriere im Automobilsport empfehlen. Nahezu jeder Formel 1-Weltmeister ist durch diese Schule gegangen. Rolf Schumacher, der Vater von Michael und Ralf Schumacher war zwischenzeitlich ein Kartbahn-Pächter. Dadurch hatten seine Söhne optimale Voraussetzungen, um sich auf den Motorsport vorzubereiten. Auf dem Erflandring, der Haus-und-Hof-Strecke der Schumachers, bestritten aber auch andere Champions wie Mika Häkkinen und Sebastian Vettel Rennen.

Der Rallye-Sport ist der einzige Automobilsport, der nicht auf Rennstrecken durchgeführt wird. Rallye-Fahrer messen sich auf abgesperrten Straßen. Ein Beifahrer navigiert sie über die Wertungsprüfungen.

Eine Mischung zwischen Rallye- und Rundstreckensport ist der Rallyecross. Die höchste Kategorie ist die Weltmeisterschaft WRX. Sie trägt ihre Wettbewerbe auf Rennstrecken aus, die durch Abschnitte im Rallye-Stil unterbrochen werden.

Auch auf zweirädrigen Gefährten wird um Titel gefahren. Der Motorradsport erfährt vor allem in Spanien große Beliebtheit, wird wie der Automobilsport auch auf Rennstrecken durchgeführt. Die bekanntesten Serien sind die MotoGP, die Moto2 und die Moto3.

Der Motorsport wurde stetig um Disziplinen erweitert. Auch Traktoren und Lastkraftwagen messen sich in Wettbewerben. Seit einigen Jahren gibt es im Motorbootsport-Rennserien. Besonders spektakulär sind die Flugzeug-Rennserien. Bei sogenannten Air Races müssen Piloten auf der Jagd nach Bestzeiten durch enge Pylonen fliegen.

Im Geschwindigkeitsrausch - Die Geschichte des Sports

Kein Motorsport ohne Motor, das liegt in der Natur der Sache! Deshalb wurde der Motorsport erst Ende des 19. Jahrhunderts nach der Entwicklung erster motorisierter Fahrzeuge geboren. Die Wiege des Motorsports liegt genau wie die der Automobile in Europa.

Zu Beginn traten die Kraftfahrzeuge noch in Wettfahrten gegen Reiter, Fahrradfahrer und Eisenbahnen an. Mit der rasenden Weiterentwicklung der Fahrzeuge, ihrer steigenden Zahl und Vielfalt ging man schon um die Jahrhundertwende zu KFZ-internen Wettfahrten über.

Die wurden aber noch auf öffentlichen Straßen durchgeführt, führten häufig von einer Großstadt in die Nächste. Bei den ersten Boliden stand - wie heute noch im Radsport - die Ausdauerleistung im Vordergrund.

Das änderte sich nach dem Ersten Weltkrieg. Der Geschwindigkeitsrausch packte die Motorsportszene. Um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden und das Bestmögliche aus den Kraftfahrzeugen herauszuholen, wurden Rennstrecken gebaut. So geschehen im italienischen Monza oder in Indianapolis (USA). In Berlin wurde die Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße (AVUS) 1950 für den Großen Preis von Deutschland der Formel genutzt. Ein Jahr später wurde fand das Rennen auf dem 1927 eröffneten Nürburgring statt.

Die Professionalisierung des Rennsports spiegelte sich auch in den Rekorden wieder. Schon 1937 erreichten die Rennwagen Top-Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h, die Motorräder packten damals die Schallmauer von 200 km/h.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stagnierte der Rennsport einige Zeit. 1950 wurde schließlich die erste Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragen. Es war die erste internationale Meisterschaft mit regelmäßigen Rennen. Sie setzte damals neue Maßstäbe und tut dies bis heute.

Es setzte schließlich eine Revolution bei der technischen Entwicklung ein: Stromlinienförmige Karosserien bei den Rennwagen sorgten für neue Bestleistungen. Auch unabhängige Konstrukteure etablierten sich. Sie machten traten in den Wettbewerb ein, der zuvor den Herstellern vorbehalten war. Das große Problem blieb die Sicherheit. Unzählige Todesopfer sowohl unter Rennfahrern als auch unter Zuschauern waren zu beklagen. Ein schwerer Unfall beim 24 Stunden Rennen von Le Mans kostete 1955 mehr als 80 Zuschauern das Leben. Das Ereignis führte sogar dazu, dass die Schweiz ein Rundstreckenverbot erließ, das bis heute Bestand hat.

In den 1970er hielt der Sicherheitsgedanke vermehrt Einzug in den Motorsport. Auslaufzonen auf den zunehmend kurvenreicheren Kursen, die Einführung von Sicherheitsgurten, Überrollbügeln und feuerfester Kleidung sorgten dafür, dass die Fahrer gemessen an den damaligen Maßstäben immer sicherer in ihren Fahrzeugen waren. Die Todeszahlen reduzierte sich - obwohl die Anzahl der Profiklassen und Motorsportler sukzessive stieg und mit den Karts auch im Breitensport Fuß fasste.

Motorsport heute

Der Motorsport im 21. Jahrhundert hat sich weit von seinen Ursprüngen entfernt. Er ist straff organisiert, folgt kommerziellen Absichten und hat kaum noch etwas mit der Abenteuerlust der Vorväter zu tun. Stellenweise werden die Rennstrecken sogar als zu sicher beschrieben. Wegen weitläufiger Auslaufzonen aus Asphalt werden Fahrfehler nicht mehr bestraft. Die Piloten können die Fahrt nach einem Fehler häufig ohne Einschränkungen wieder fortsetzen.

Wie stark die Karriereentwicklung von den finanziellen Möglichkeiten abhängt, zeigen die MotoGP und die Formel 1. Wer kein Geld hat, hat keine Chance in diesen exklusiven Rennserien Fuß zu fassen. Dabei sind die Reisen zu den Rennen nur die geringsten Ausgaben. Die Vorbereitung, die Anschaffung eines Simulators sowie die Bezahlung eines Cockpits sind ohne Unterstützung von Sponsoren nicht mehr zu bewerkstelligen. Ziel junger Piloten ist es daher, in ein Förderprogramm von Herstellern zu kommen. Dort werden sie ausgebildet und auf Renneinsätze in höheren Klasse vorbereitet. Sie erhalten die Möglichkeit, an Rennen teilzunehmen, ohne einen eigenen Beitrag leisten zu müssen.

Der Rallyesport wird in Deutschland in erster Linie als Breitensportveranstaltung für Amateure praktiziert. Auf einen einheimischen Fahrer in der Rallye-WM warten die Deutschen seit vielen Jahren vergeblich. Immerhin findet einmal pro Jahr ein Lauf der Rallye-Wweltmeisterschaft in Deutschland teil, zu dem Zuschauermassen nach Trier und Umgebung strömen.

Neben Deutschland ist der Motorsport vor allem in Italien, Großbritannien, Frankreich und den USA populär. In vielen Ländern ist er vor allem aufgrund seiner Gefährlichkeit und Umweltschädlichkeit ein Politikum. Das gilt auch für Deutschland: Hier waren in den 1980er und 1990er Jahren Straßen- und Flugplatzkurse sehr populär. Der einzige Stadtkurs, der heute übrig geblieben ist, ist der Norisring in Nürnberg. Dort trägt die DTM (Deutsches Tourenwagen Masters) alljährlich ein Rennevent aus.

Vor einigen Jahren hat der ADAC ein Veranstaltungspaket etabliert, das sich großer Beliebtheit erfreut. Es besteht aus dem ADAC GT Masters, der ADAC GT4 Germany, der ADAC TCR Germany und der ADAC Formel 4. Daneben trägt der Porsche Carrera Cup Deutschland den Großteil seiner Rennen in diesem Umfeld aus.

Helden der Geschichte und Gegenwart

Jede Motorsportart hat ihre eigenen Helden. Die größten Legenden im Automobilsport sind Formel-1-Fahrer. Michael Schumacher konnte die Formel-1-WM sieben Mal gewinnen, ihm folgt mit fünf Erfolgen der Argentinier Juan Manuel Fangio. Ayrton Senna galt als bester Fahrer der frühen 1990er. 1994 verstarb er tragisch nach einem Unfall beim Großen Preis von San Marino in Imola.

Aktuell prägen insbesondere Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel und der Brite Lewis Hamilton das Geschehen in der Formel 1. Beide konnten in ihrer Karriere Rekorde für die Ewigkeit setzen. Doch mit Charles Leclerc und Max Verstappen drängen zwei junge Fahrer nach, denen eine große Zukunft im Motorsport vorausgesagt wird.

Die MotoGP wird vor allem mit zwei Namen verbunden. Valentino Rossi gehört als Rekordweltmeister zu den Legenden des Motorsports. Er misst sich aktuell mit dem Spanier Marc Marquez, der trotz seines jungen Alters schon mehrfacher MotoGP-Weltmeister ist, und als talentiertester Fahrer aller Zeiten gilt.

Zwei Franzosen dominieren die Rallye-Weltmeisterschaft. Sébastien Loeb ist Rekordweltmeister, gewann neun Mal den Rallye-Titel. 2012 holte er seinen letzten Titel. Ihm folgte lückenlos sein Landsmann Sébastien Ogier nach, der seit 2012 alle WM-Titel gewonnen hat.

Auch bei der Rallye Dakar gehört seit vielen Jahren ein Franzose zum Kreis der Favoriten. Stéphane Peterhansel konnte sechsmal auf dem Motorrad und siebenmal mit dem Auto bei der schwersten Rallye der Welt triumphieren.

Die wichtigsten Rennserien

Automobilsport: Formel 1, IndyCar, WEC, Formel 2, Formel 3, WRX

Nationaler Automobilsport: ADAC GT Masters, ADAC GT4 GermanyADAC TCR GermanyADAC Formel 4Porsche Carrera Cup Deutschland, DTM

Motorradsport: MotoGP, Moto2, Moto3, Superbike-Weltmeisterschaft

Rallye-Sport: Rallye-Weltmeisterschaft, Rallye Dakar

Neuer Motorsport: Red Bull Air Race, FIA European Truck Racing Championship

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