Hörmann rechnet mit fatalen Folgen durch die Pandemie
Hörmann rechnet mit fatalen Folgen durch die Pandemie © AFP/SID/PATRIK STOLLARZ
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Alfons Hörmann befürchtet durch die andauernde Corona-Pandemie "langfristig fatale Folgen" für die Gesellschaft und den organisierten Sport.

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Bewegungsmangel, Mitgliederschwund und finanzielle Notlagen: DOSB-Präsident Alfons Hörmann befürchtet durch die andauernde Corona-Pandemie "langfristig fatale Folgen" für die Gesellschaft und den organisierten Sport. "Mit jeder Woche, ja mit jedem Tag, den wir länger im Lockdown sind, werden die Probleme beängstigender", sagte Hörmann der Welt und stellte besorgt fest: "Wohl noch nie haben Kinder in unserem Land so ungesund und bewegungslos gelebt wie in den vergangenen zwölf Monaten."

Hörmann beziffert den finanziellen Schaden für den deutschen Sport auf "mehrere Milliarden" Euro. "Als ich nach dem ersten Lockdown vor einem Jahr von mehr als einer Milliarde Euro sprach, haben manche diese Zahl noch infrage gestellt", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Doch diese Kritiker sind längst verstummt, weil sich diese Prognose leider als zutreffend bestätigt hat." Und das trotz der "zahlreichen Hilfsprogramme".

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Große Sorgen bereitet Hörmann (60) der Mitgliederschwund in den Vereinen, 2020 seien "vier bis fünf Prozent unserer Mitglieder verloren" gegangen: "Zwei Drittel unserer 100 Mitgliedsorganisationen sind sich nicht sicher, ob sie in einem Jahr noch eine wirklich stabile Existenzgrundlage haben." Hörmann sieht das ehrenamtliche Engagement, die Spendenbereitschaft und die Förderung durch regionale Sponsoren bröckeln. "Es ist teilweise verheerend", sagte er.

Dabei wird Hörmann nicht müde zu wiederholen, dass der Sport Teil der Lösung und nicht des Problems sei. "Doch wir sind an vielen Stellen in 'Sippenhaft' genommen worden im Sinne der konsequenten Kontaktreduzierung." Der DOSB habe sich "weit offensivere Lösungen gewünscht", gerade für "Kinder und Jugendliche oder die Seniorengymnastik und wichtige Rehagruppen".

Trotz aller Kritik bringt Hörmann (CSU) auch Verständnis für die Beschlüsse in Berlin und den Ländern auf, die Vereins- und Amateursport weitgehend unmöglich machen, "denn einfach ist das so komplexe Pandemiemanagement nun wirklich nicht. Der organisierte Sport als größte gesellschaftliche Gruppe mit 27 Millionen Mitgliedern in rund 90.000 Vereinen befindet sich nun einmal in einer besonderen Form von Staatsbürgerverantwortung."