Chemnitzer Turnskandal geht in die nächste Runde
Chemnitzer Turnskandal geht in die nächste Runde © FIRO/FIRO/SID
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Der Streit um die suspendierte Chemnitzer Kunstturntrainerin Gabi Frehse geht in eine neue Runde.

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Der Streit um die suspendierte Chemnitzer Kunstturntrainerin Gabi Frehse geht in eine neue Runde. Der Olympiastützpunkt hat mit einer Gegenexpertise einen Kontrapunkt zu einem vom Deutschen Turner-Bund (DTB) initiierten Untersuchungsbericht gesetzt.

Die ehemalige Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Athletinnen werfen ihrer früheren Betreuerin Beschimpfungen, überhartes Training und die Verabreichung von Medikamenten ohne ärztliche Absprache vor. Der DTB fordert daher vom Olympiastützpunkt Chemnitz die Entlassung Frehses.

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Autor der Chemnitzer Expertise ist Udo Rudolph, Professor für Allgemeine und Biopsychologie am Institut für Psychologie der TU Chemnitz. "Es gibt eine Vielzahl von Indikatoren, die für deutliche Mängel in der Durchführung der Untersuchung sprechen", heißt es in Rudolphs Schlussfolgerungen.

Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf fehlende Begleitung der Befragungen durch psychologisch geschulte Fachkräfte. Auch die Wahrung der zugesicherten Anonymität sei nicht konsistent eingehalten worden.

Mit den Vorfällen im Chemnitz wird sich der Sportausschuss des Deutschen Bundestages am 5. Mai in Berlin erneut beschäftigen. Dann ist eine öffentliche Anhörung mit dem Thema "Physische, psychische oder sexualisierte Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler" geplant.