Ehemaliger Wasserball-Profi Klingenberg wurde abberufen
Ehemaliger Wasserball-Profi Klingenberg wurde abberufen © AFP/SID/KIRILL KUDRYAVTSEV
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Dirk Klingenberg zeigt wenig Verständnis für seine Abberufung nur einen Tag nach der Ernennung zum Leistungssportdirektor im DSV.

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Dirk Klingenberg zeigt wenig Verständnis für seine Abberufung nur einen Tag nach der Ernennung zum Leistungssportdirektor im Deutschen Schwimm-Verband (DSV). "Ich habe ehrlich gedacht, es sei schon der 1. April", sagte der 51-Jährige dem SID: "Ich fühle mich als Bauernopfer." 

Dem 190-maligen Wasserball-Nationalspieler wurde eine Werbeaktion von 2014 zum Verhängnis. Damals ließ er sich mit vier anderen Wasserballern der Oldie-WM mit drei barbusigen Frauen ablichten, die einen Frottee-Bademantel mit dem Logo des Berliner Groß-Bordells "Artemis" in die Kamera hielten. Der "frivole Bericht" aus Klingenbergs Vergangenheit sei "mit den hohen moralischen Ansprüchen des Spitzenverbandes nicht vereinbar", hieß es als Begründung in der DSV-Pressemitteilung von Dienstag.

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Der Vorwurf des Sexismus, den man aus dem Vorgang ableiten könnte, sei "völlig aus der Luft gegriffen, um gegen mich Politik zu machen", so Klingenberg: "Es gibt keine Leiche bei mir im Keller, nur dieses eine Foto." Und das sei dem Unternehmensberater Michael Rosenbaum, der dem DSV bei der Auswahl des Sportdirektors die Empfehlung gibt, auch bekannt gewesen. "Das Foto hat vielleicht ein Geschmäckle, ist aber nichts Verwerfliches und erst recht nichts Verbotenes", verteidigte sich Klingenberg: "Fachlich war man von mir überzeugt." 

Aber intern soll es Druck von Schwimmerinnen und DSV-Mitarbeiterinnen gegeben haben. Nach den jüngsten Missbrauchsvorwürfen im Verband ist das Thema ein hochsensibles.