Der Druck auf Klaus Schormann wächst
Der Druck auf Klaus Schormann wächst © AFP/SID/Evgeny Biyatov
Lesedauer: 2 Minuten

Der Druck auf den Weltverband der Modernen Fünfkämpfer UIPM mit dem deutschen Präsidenten Klaus Schormann nimmt zu.

Anzeige

Der Druck auf den Weltverband der Modernen Fünfkämpfer UIPM mit dem deutschen Präsidenten Klaus Schormann nimmt zu. In einem Offenen Brief forderten die mehr als 1200 Sportlerinnen und Sportler der Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF) Schormann auf, die WM (7. bis 13. Juni) dem vom umstrittenen Machthaber Alexander Lukaschenko autokratisch geführten Belarus zu entziehen.

"Die UIPM darf Lukaschenkos gewalttätiges Regime nicht mit der Ausrichtung derart großer Turniere in einem Land belohnen, in dem die Bürger ausschweifender Gewalt, Folter und Diskriminierung durch die Behörden ausgesetzt sind und fast 200 politische Gefangene im Gefängnis festgehalten werden", heißt es in der Stellungnahme aus Belarus, die dem SID vorliegt.

Anzeige

Zuvor hatte es bereits aus Deutschland kritische Stimmen gegen die Austragung der Fünfkampf-WM in Minsk gegeben. SPD-Politikerin Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, sagte: "Es wird niemand ernsthaft behaupten wollen, dass sich bis dahin die Zustände im Lande des Diktators Lukaschenko grundlegend verbessert haben werden.

Für den Verein Athleten Deutschland wäre die Ausrichtung "zynisch und mit den Werten des Sports nicht vereinbar. Sportverbände täten gut daran, ihrer menschenrechtlichen Verantwortung gerecht zu werden und wie das IOC von Sportgroßveranstaltungen in Belarus abzusehen", sagte Maximilian Klein, bei Athleten Deutschland Beauftragter für Internationale Sportpolitik.

Fünfkampf-Präsident Schormann gab im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) zu, dass "der Druck aus der Politik da" sei, "aber wir lassen uns davon nicht treiben, sondern wollen nach Abwägung aller Argumente eine richtige Entscheidung treffen." Dafür sollen alle nationalen Verbände ihre Meinungen vorbringen.

Am vergangenen Montag hatte der Eishockey-Weltverband IIHF Belarus die Gastgeberrolle der WM 2021 entzogen. Begründet wurde die Entscheidung mit den "wachsenden Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit den zunehmenden politischen Unruhen sowie COVID-19" im osteuropäischen Land. Die Entscheidung folgte auf öffentlichen Druck der Athletenverbände, der Politik und der Sponsoren.