Mark S. kritisiert seine schlechten Haftbedingungen
Mark S. kritisiert seine schlechten Haftbedingungen © POOL/POOL/SID/PETER KNEFFEL
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Im Dopingprozess gegen den Sportarzt Mark S. hat sich der Hauptangeklagte erneut geäußert, dürfte aber kaum zu seiner Entlastung beigetragen haben.

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München (SID) - Im Dopingprozess gegen den Sportarzt Mark S. hat sich der Hauptangeklagte erneut geäußert, dürfte aber kaum zu seiner Entlastung beigetragen haben. Dafür kritisierte er umso deutlicher die unwürdigen Bedingungen seiner Haft.

"Ich wusste nicht, wo ich gelandet bin. Das hat meine ohnehin schwer angeschlagene Psyche schwer beeinträchtigt", klagte der Sportarzt bei seiner Einlassung vor dem Landgericht München II. "Unfassbar, dass so etwas überhaupt in Deutschland möglich ist", meinte der Angeklagte.

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In der U-Haft habe er in einem versifften Bett schlafen müssen, "wie wenn ich zu Hause drei Jahre nicht putze", schilderte S. Er habe erleben müssen, wie sich ein Hepatitis-C-Kranker den Arm aufschlitzte und im Bad das Blut verspritzte. Es habe 30 bis 40 Minuten gedauert, bis der Inhaftierte abgeführt worden sei. Ein anderer Inhaftierter habe stundenlang in einer Erwachsenenwindel in seinen Exkrementen gelegen.

Bei der Beschreibung seiner Rolle in dem Doping-Netzwerk versuchte S. erneut den Eindruck zu erwecken, dass er nicht der Initiator gewesen sei. Vielmehr habe es eine große Nachfrage unter den Sportlern gegeben. Nachdem er die notwendigen Maschinen für das Blutdoping übernommen hatte, "kamen schon die Anfragen von Sportlern", sagte S.

Wie schon bei seinem Geständnis versuchte er sich als eher harmlos und etwas naiv zu inszenieren. Er habe den Strafrahmen "völlig falsch eingeschätzt und nie gedacht, dass mir eine Inhaftierung droht". Bei seinem Geständnis Ende September hatte er erklärt, dass es ihm nicht um Geld gegangen sei. Zudem sei es ihm immer wichtig gewesen, die Gesundheit der Sportler zu schützen.

Die Anklage wirft Mark S. Dopingpraktiken über mehrere Jahre vor, dem Erfurter Mediziner droht eine mehrjährige Haftstrafe. Der Prozess sollte eigentlich vor Weihnachten enden, wurde aber zuletzt zunächst bis zum 11. Juni 2021 verlängert.

Der Skandal war durch die Operation Aderlass bei der Nordischen Ski-WM im Februar 2019 in Seefeld aufgeflogen. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch den österreichischen Langläufer und Kronzeugen Johannes Dürr. Bisher bekannt ist die Verwicklung von 23 Sportlern aus acht Ländern.