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München - Nichts geht mehr: Das Coronavirus legt den Sportbetrieb lahm. SPORT1 gibt einen Überblick über die Auswirkungen auf die einzelnen Sportarten und Athleten.

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  • Boxer verliert nächstes Familienmitglied (18.30 Uhr)
  • Abbruch: Belgien verhandelt mit UEFA (17.03 Uhr)
  • Ligaboss: Juve würde Titel ablehnen (12.54)
  • Serie A droht Millionenverlust (11.01 Uhr)

+++ 21.21 Uhr: Baumann kritisiert Innensenator Mäurer +++

Im Streit mit Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat Geschäftsführer Frank Baumann von Werder Bremen deutliche Kritik geübt. "Wir sind über die regelmäßigen öffentlichen Auftritte von Herrn Mäurer mit dieser so negativen Haltung gegenüber dem Profifußball irritiert", sagte Baumann im Interview mit dem Weser-Kurier (Sonntagsausgabe).

Vorausgegangen war eine Aussage Mäurers über einen Antrag des Klubs, im Zuge der Coronakrise am kommenden Montag in den eingeschränkten Trainingsbetrieb zurückkehren zu dürfen. Mäurer bewertete diesen Antrag als "keine gute Idee" und bezeichnete die "Botschaft" des Profifußballs als "keine gute an die Republik".

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Baumann kann diese Äußerungen nicht nachvollziehen. "Wir wurden öffentlich bloßgestellt, aber der Antrag wurde nicht abgelehnt", sagte er: "Herr Mäurer liest in dieser Pressekonferenz einen kurzen Teil aus unserem mehrseitigen Antrag vor, ohne sich seit der Antragstellung mit uns abzustimmen und behauptet Dinge, die überhaupt nicht stimmen."

Die Aussagen des Politikers würden suggerieren, "dass wir den Ernst der Lage nicht erkannt haben und die Gesundheit der Allgemeinheit auf Spiel setzen. Dies ist nachweislich falsch", echauffierte sich Baumann.

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+++ 19.10 Uhr: Trainingszentrum der italienischen Nationalelf öffnet für Corona-Patienten +++

Der italienische Fußball-Verband (FIGC) stellt das Traingszentrum seiner Nationalelf für Corona-Patienten zur Verfügung.

Ab Montag sollen in dem Komplex bei Florenz Menschen unterkommen, die die Erkrankung zwar überstanden haben, aber immer noch positiv auf das Virus getestet wurden und daher in Quarantäne bleiben müssen. Darauf einigte sich der FIGC mit dem italienischen Zivilschutz. Insgesamt 54 Zimmer werden im Trainingszentrum Coverciano zur Verfügung gestellt.

"Ich bin zufrieden, dass der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, unser Angebot angenommen hat, unser Trainingszentrum für die Aufnahme von Patienten auf dem Weg zur Genesung zu nutzen", sagte Verbandschef Gabriele Gravina: "Zum ersten Mal dient das Trainingszentrum gesundheitlichen Zwecken. Das wird in die Geschichte eingehen und uns helfen, die Notlage zu bewältigen."

Im italienischen Fußball ruht seit Anfang März der Ball. Italien ist mit über 15.000 Todesopfern eines der weltweit am stärksten betroffenen Länder.

+++ 18.30 Uhr: Boxer verliert nächstes Familienmitglied +++

Was für ein Schicksalsschlag: Der Halbschwergewichtsboxer Anthony Yarde hat binnen einer Woche seinen Vater und seine Oma verloren, die infolge einer Coronavirus-Infektion starben.

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Der 28 Jahre alte Brite, der seit Mai 2015 Profi (19 Siege in 20 Kämpfen) appellierte nun in einer Instagram-Story, gemeinsam gegen Corona zu kämpfen: "Es ist ernst! Menschen gehen immer noch raus, wenn sie es eigentlich nicht brauchen. Bleibt einfach zu Hause."

+++ 17.46 Uhr: Coe warnt Doper in Coronazeiten +++

Sebastian Coe hat Sportler weltweit gewarnt, die aktuelle Coronakrise als Schlupfloch für Doping zu nutzen.

"Kein Sportler sollte jemals zu dem Schluss kommen, dass er sich in einer Test-Sperrzone befindet, das ist nicht der Fall", sagte der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics der ARD-Dopingredaktion. Derzeit ruht das internationale Kontrollsystem weitgehend.

Coe wies auf weiterlaufende Prozesse hin und ergänzte: "Kein Athlet sollte sich jetzt etwas vormachen und glauben, nach Belieben an Wettbewerben teilnehmen zu können, ohne sich der Integrität des Sports zu unterwerfen. Wir werden sie erwischen!" Besorgt sei er dennoch. "Es wäre ja lächerlich, wenn ich sagen würde, dass dies keinen Einfluss haben wird. Ich denke, das wissen wir alle", sagte Coe

+++ 17.40 Uhr: Degenkolb in der Coronakrise mit Zukunftssorgen +++

John Degenkolb sieht durch die Coronakrise tiefgreifende Probleme auf den Radsport zukommen. "Man rechnet natürlich in so einer Situation mit dem Schlimmsten", sagte der ehemalige Sieger von Paris-Roubaix dem Spiegel: "Das Worst-Case-Szenario wäre, dass viele Teams zumachen, weil sie nicht mehr das Geld von den Sponsoren haben."

Er selbst sei deshalb "wirklich besorgt. Mich beschäftigt das Thema rund um die Uhr, und da bin ich nicht der einzige. Ich bin besorgt, wie es mit mir persönlich weitergeht im Sport." Bei Teamschließungen würden "zu viele Fahrer für wenige Plätze zur Verfügung stehen." Dadurch würden die potenziellen Einnahmen für jeden Fahrer sinken.

Die immer wahrscheinlicher werdende Absage der Tour de France würde diese Probleme noch weiter verschärfen. "Im Moment sind die Chancen leider Gottes nicht so gut. Das muss man ehrlich anerkennen", sagte der 31-Jährige zu einer planmäßigen Austragung: "Denkbar ist aber nach wie vor alles. Man muss schauen, wie sich die nächsten Wochen entwickeln."

+++ 17.03 Uhr: Saisonabbruch in Belgien - Lösungssuche mit UEFA +++

Der belgische Fußball-Verband (RBFA) hat Gespräche mit der UEFA aufgenommen, um eine "gemeinsame Lösung" im Ringen um das vorzeitige Ende der Meisterschaft zu finden. RBFA-Präsident Mehdi Bayat habe dazu bereits ein Gespräch mit UEFA-Chef Aleksander Ceferin geführt, teilte der Verband am Samstag mit.

Ziel sei es, die Europapokal-Plätze belgischer Klubs für die Saison 2020/2021 zu sichern. Der Verband werde dem UEFA-Exekutivkomitee den Vorschlag der belgischen Pro League, die Saison vorzeitig zu beenden, in Kürze "vorstellen".

Die Pro League hatte am Donnerstag als erste große Fußball-Liga weltweit die Reißleine gezogen und die Saison angesichts der anhaltenden Coronakrise vorzeitig abgebrochen. Damit steht Tabellenführer Club Brügge als belgischer Meister 2019/20 fest.

Ceferin reagierte mit Unverständnis. "Das ist nicht der richtige Weg, Solidarität ist doch keine Einbahnstraße", sagte der Slowene im Interview mit dem ZDF. "Man kann nicht nach Hilfe fragen und dann einfach selbst entscheiden, wie es gerade passt. Die Belgier und andere, die jetzt vielleicht darüber nachdenken, riskieren ihre Teilnahme am Europapokal in der nächsten Saison".

Der Boss der Europäischen Fußball-Union bekräftigte damit die Warnung, die bereits in einem gemeinsamen Brief der UEFA, der Klubvereinigung ECA und der europäischen Ligavereinigung ausgesprochen.

+++ 16.09 Uhr: Liverpool schickt Angestellte in Kurzarbeit +++

Champions-League-Sieger FC Liverpool hat im Zuge der Coronakrise einige Angestellte in Kurzarbeit bzw. Zwangsurlaub geschickt.

Wie der Klub um Teammanager Jürgen Klopp am Samstag mitteilte, wurde das von der britischen Regierung aufgelegte Notfall-Programm in Anspruch genommen. Dieses garantiert im Falle von Kurzarbeit bzw. Zwangsurlaub (engl. furlough) rückwirkend ab 1. März zunächst für drei Monate 80 Prozent des Gehalts bis zu einer Höhe von 2500 Pfund/Monat (2824 Euro).

Die Reds teilten mit, dass die Angestellten weiterhin ihr volles Gehalt beziehen sollen, um finanzielle Nachteile auszuschließen.

Die Maßnahme stieß indes auf Kritik. "Warum nutzt ein Klub, der mehr als 100 Millionen Pfund umsetzt, ein Regierungsprogramm für seine Mitarbeiter, wenn andere Unternehmen es mehr brauchen?", sagte ein anonym bleibender Mitarbeiter der BBC.

Auch die ehemaligen Liverpool-Spieler Jamie Carragher und Stan Collymore zeigten wenig Verständnis. "Jürgen Klopp hat seit Beginn der Pandemie viel Mitgefühl gezeigt. Und dann ist das alles vergessen", schrieb Carragher bei Twitter. Collymore wurde noch deutlicher: "Ich kenne keinen Liverpool-Fan, egal aus welchem Umfeld, der angesichts dieses Schritts nicht empört ist."

Am Freitag hatten sich die Premier-League-Klubs darauf geeinigt, von ihren Profis eine Kombination aus Kürzungen und Stundungen des Gehalts um 30 Prozent zu fordern. Zuvor war der Druck auf die Spieler auch aus politischen Kreisen immer größer geworden, weil diese sich im Gegensatz zu anderen Ligen in Europa nur sehr zögerlich zu Gehaltseinbußen bereit erklärt hatten. Detaillierte Verhandlungen sollen folgen.

+++ 15.12 Uhr: Schalke-Keeper backt für Fanclub +++

Torhüter Markus Schubert vom Bundesligisten Schalke 04 hat in Zeiten der Coronakrise dem ältesten Fanklub der Gelsenkirchener mit einem Besuch große Freude bereitet. Der 21-Jährige hat für die Mitglieder des Klubs "WohlAuf Blau Weiß", die im Johanniter-Stift Gelsenkirchen leben, selbst Muffins gebacken, und diese persönlich – unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsmaßnahmen – per Flaschenzug an die Bewohner übergeben.

Zudem organisierte Schubert, der Alexander Nübel als Nummer eins im Schalker Tor abgelöst hat, Bettwäsche aus dem Schalke Fanshop und spendete diese ans Altenheim. Eine eigens engagierte Näherin soll daraus S04-Mundschutzmasken nähen. Außerdem spendete Schubert einen beträchtlichen Geldbetrag an den Johanniter-Stift.

+++ 15.07 Uhr: Koch nimmt Politik in die Pflicht +++

DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat die Politik dazu aufgerufen, den Amateursport in Zeiten der Coronakrise mit "Hilfspaketen" finanziell zu unterstützen. Dabei gehe es laut Koch "nicht nur um Fußball", sondern um das gesamte Gemeinwesen, sagte der 61-Jährige der ARD: "Wenn das nicht passiert, mache ich mir Sorgen." 

Die Sportverbände alleine könnten diesen finanziellen Kraftakt nicht schultern. Im Fußball gebe es 25.000 Vereine, Koch rechnete für den Deutschen Fußball-Bund vor: "Wenn unser Schatzmeister nur jedem dieser Vereine 2000 Euro zukommen lassen würde, wären das 50 Millionen. Das wäre für den DFB auch nicht ansatzweise verkraftbar. Aber 2000 Euro würden bestenfalls aktuelle Liquiditätsfragen zu überbrücken helfen, aber nicht dauerhaft nützen."

Deswegen sei die klare Aufforderung, so Koch weiter: "Hier muss auch die Politik, hier müssen die Länder, hier müssen die Kommunen unterstützend eingreifen. Allein werden es viele gemeinnützige Vereine nicht schaffen zu überleben."

Eine Absage erteilte Koch Überlegungen, in einzelnen Ligen auf Absteiger zu verzichten und die Ligen aufzustocken. "Dann bekommen wir einen großen Überhang an Mannschaften in Ligen, müssen dann zum verstärkten Abstieg kommen, das ist für sich schon schwierig, aber niemand kann uns garantieren, dass wir die Ligen in normaler Stärke im nächsten Jahr vernünftig zu Ende bringen können", sagte er.

+++ 14.33 Uhr: Xavi zieht mit Neymar gleich +++

Der ehemalige Profi Xavi unterstützt ein großes Klinikum in seiner langjährigen Heimat Barcelona in Zeiten der Coronakrise mit einer großzügigen Spende. Der frühere Denker und Lenker des Traditionsklubs FC Barcelona spendet zusammen mit seiner Frau Nuria eine Million Euro an die Hospital CLINIC in Kataloniens Hauptstadt.

"Nuria und ich wollen unseren Beitrag leisten im Kampf gegen den Coronavirus", sagte der 40-Jährige in einer Videobotschaft, die auf dem Twitterkanal der Klinik veröffentlicht wurde. Zudem forderte Nuria die Menschen auf, eine Spende auf einem eingerichteten Spendenkonto zu leisten. Damit zieht Xavi mit einem anderen früheren Barca-Star nach: Neymar hatte für seine Heimat eine Million Dollar gespendet.

+++ 12.54 Uhr: Ligaboss sagt, Juve würde Titel ablehnen +++

Die Serie A will die Saison trotz der schlimmen Zustände in Italien noch nicht aufgeben. Verbandspräsident Gabriele Gravina sagte nun, Juventus Turin würde als Tabellenführer einen Abbruch-Scudetto aber ablehnen. "Juventus selbst hat, glaube ich, eine Abneigung gegen eine solche Lösung zum Ausdruck gebracht", sagte Gravina dem Radiosender TMW.

Die Saison doch noch beenden habe "oberste Priorität". Demnach sei der 20. Mai als mögliches Wiederaufnahmedatum im Spiel. Juve hat aktuell zwölf Spiele vor Saisonende einen Punkt Vorsprung auf Lazio Rom. 

+++ 11.01 Uhr: Serie A droht Verlust von 225 Millionen +++

Der italienischen Serie A droht bei einem Saisonabbruch aufgrund der Corona-Pandemie ein Einnahmeverlust von 225 Millionen Euro. Die TV-Sender Sky und DAZN haben bisher 83 Prozent der vereinbarten Summe gezahlt. Sollte die Saison nicht beendet werden, würden sie die verbleibenden 17 Prozent nicht auszahlen. Das berichtet Corriere dello Sport

Laut dem Präsidenten von Italiens Olympischem Komitee (CONI), Giovanni Malago, sei es unwahrscheinlich, dass die Meisterschaft am 20. Mai wieder aufgenommen werden kann. Dieses Datum war zuletzt von einigen Klubs genannt worden.

+++ 9.46 Uhr: Frauen-Länderspiele abgesagt +++

Aufgrund der Coronakrise sind zwei Länderspiele der Frauen-Nationalmannschaft in den USA abgesagt worden. Darauf hätten sich beide Verbände verständigt, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag mit. Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, dass die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg Anfang Juni zweimal gegen das Weltmeisterteam spielt. 

"Die Gesundheit hat absoluten Vorrang", sagte Voss-Tecklenburg: "Deshalb ist die Absage richtig, auch wenn wir uns sehr auf die Spiele gegen die Weltmeisterinnen als wichtige Schritte im Entwicklungsprozess unseres jungen Teams gefreut hatten."

+++ 6.16 Uhr: Neymar spendet eine Million Dollar +++

Superstar Neymar setzt sich offenbar für die Bekämpfung der Corona-Pandemie in seiner brasilianischen Heimat ein. Wie der Fernsehsender SBT berichtet, spendet der Angreifer vom französischen Fußballmeister Paris St. Germain rund eine Million Dollar, die dem Kinderhilfswerk Unicef und einem Solidaritätsfonds des brasilianischen Fernsehmoderators Luciano Huck zugutekommen sollen. Das Management des 28-Jährigen wollte die Aktion auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht kommentieren.

Neymar hatte sich zuletzt gegen den Verdacht wehren müssen, er halte sich nicht an die Regeln zur Selbstisolation. Grund für die Verdächtigungen waren zwei Fotos, die Neymar auf Instagram mit seinen über 136 Millionen Fans geteilt hatte. Darauf ist der Profi mit Freunden auf einem Beachvolleyballfeld zu sehen.

In einer Stellungnahme seines Kommunikationsteams hieß es allerdings, er lebe in seinem Anwesen in Brasilien "völlig isoliert" und lediglich mit jenen Menschen, die mit ihm aus Frankreich dorthin zurückgereist seien.

Freitag, 4. April:

+++ 20.15 Uhr: Drastische Sparmaßnahmen beim Rad-Team CCC +++

Das Profi-Radsportteam CCC um den deutschen Tour-Etappensieger Simon Geschke ist im Zuge der Coronakrise zu massiven Einsparungen gezwungen. Die Gehälter aller Fahrer seien bis zum Saisonende "stark" reduziert worden, die Verträge mit einem Großteil der Mitarbeiter wurden vorübergehend aufgelöst. Hintergrund der einschneidenden Maßnahmen sind die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für den Hauptsponsor CCC, ein Modeunternehmen.

Teamchef Jim Ochowicz sprach von einem "schmerzhaften Prozess", den man vor Wochen so nicht habe kommen sehen. Die Maßnahmen seien notwendig. Sobald wieder Radrennen gefahren würden, bestehe die Hoffnung, möglichst viele Mitarbeiter zurückzuholen.

Neben Geschke stehen in Jonas Koch und Georg Zimmermann zwei weitere deutsche Fahrer bei CCC unter Vertrag. Auch Rio-Olympiasieger Greg Van Avermaet (Belgien) fährt für CCC.

+++ 19.39: WNBA-Saisonstart auf unbestimmte Zeit verschoben +++

Auch der Saisonstart der Profi-Basketballerinnen in der amerikanischen WNBA fällt der Coronavirus-Pandemie zum Opfer. Wie die Liga am Freitag mitteilte, wird der Beginn der neuen Spielzeit auf unbestimmte Zeit verschoben. Ursprünglich sollte die WNBA am 15. Mai starten, auch die Saisonvorbereitung wurde auf Eis gelegt.

Der Draft am 17. April soll dennoch in "virtueller" Form stattfinden, wie WNBA-Chefin Cathy Engelbert ankündigte. An diesem Tag entscheidet sich auch, für welches Team das deutsche Toptalent Satou Sabally künftig auflaufen wird. Die 21 Jahre alte Berlinerin gilt als heiße Anwärterin auf einen der ersten vier Plätze bei der Talentevergabe.

+++ 19 Uhr: WM-Kampf zwischen Joshua und Pulev verschoben +++

Aufgrund der Corona-Pandemie wird auch der WM-Kampf im Schwergewichtsboxen zwischen Titelverteidiger Anthony Joshua und Herausforderer Kubrat Pulev verschoben. Ein Nachholtermin für das ursprünglich für den 20. Juni geplante Duell zwischen dem britischen Weltmeister und dem bulgarischen Schützling von Trainer Ulli Wegner steht noch nicht fest.

Es werde zudem geprüft, ob der Kampf um die Titel der Weltverbände WBA, IBF, WBO und IBO weiter im Tottenham-Hotspur-Stadium in London stattfinden könne, teilten die Veranstalter am Freitag mit.

Der 30 Jahre alte Joshua hatte am 7. Dezember des vergangenen Jahres in Saudi-Arabien im Rückkampf gegen den US-Amerikaner Andy Ruiz seine im ersten Duell überraschend verlorenen WM-Gürtel der Verbände WBA, IBF und WBO zurückerobert. 

+++ 17.05 Uhr: Eintracht-Profis in Kleingruppen zurück auf dem Platz +++

Bundesligist Eintracht Frankfurt hat nach dem Ende der Quarantäne in Kleingruppen wieder das Training aufgenommen. Am Freitag arbeiteten die Hessen im Stadion und auf dem Trainingsplatz auch wieder am Ball, wenngleich "mit viel Sicherheitsabstand", wie der Klub via Twitter versicherte.

"Wir müssen uns an die Vorgaben halten, weshalb wir nur in ganz kleinen Gruppen mit maximal drei Spielern trainieren", erklärte Trainer Adi Hütter: "Wir sollten das aber positiv sehen. Ich freue mich, dass wir die Zeit und die Möglichkeit haben, ganz individuell mit den Jungs zu reden und zu trainieren."

+++ 16.35 Uhr: Auch DFB-Pokal der Frauen bis zum 30. April ausgesetzt +++

Die Einschränkungen für den Spielbetrieb im deutschen Frauenfußball durch die Coronakrise weiten sich aus. Nach der Verlängerung der Spielpause in der Bundesliga bis zum 30. April wurde am Freitag auch die weitere Aussetzung des DFB-Pokals bis zu diesem Datum vom zuständigen DFB-Ausschuss beschlossen. 

Wann und in welcher Form der DFB-Pokal der Frauen fortgesetzt werden kann, soll in Abhängigkeit von der behördlichen Verfügungslage entschieden werden. Die nächste zu spielende Runde wäre das Viertelfinale, das ursprünglich im März angesetzt war. 

+++ 16.09 Uhr: Hoffenheim kehrt ans Trainingszentrum zurück +++

Bundesligist TSG Hoffenheim wird in der kommenden Woche "unter sorgfältigster Beachtung der aktuellen Hygiene- und Verhaltensvorgaben der Behörden" ans Trainingszentrum in Zuzenhausen zurückkehren, und dort "rollierend in kleinen Gruppen" Übungseinheiten absolvieren. Das teilte der Verein am Freitag mit. 

Sportchef Alexander Rosen erklärte zudem, dass die Spieler mit einem Video für die wichtigsten Maßnahmen sensibilisiert werden.

"Wir wollen damit explizit auf die grundsätzlichen Anordnungen hinweisen und über angepasste Verhaltensregeln für den Aufenthalt im Trainingszentrum sowie den Umgang mit den Teamkollegen informieren", sagt Rosen.

+++ 14.15 Uhr: Paderborn mit Gehaltsverzicht +++

Die Spieler und Mitarbeiter des Fußball-Bundesligisten SC Paderborn verzichten auf Teile ihres Gehalts, um den Folgen der Coronakrise entgegenzuwirken. Dies teilte der Tabellenletzte am Freitag mit, ohne Angaben zur Größenordnung zu tätigen.

Spieler und Mitarbeiter leisteten "einen Beitrag, um den wirtschaftlichen Spielraum des Vereins zu erhöhen. Damit helfen die Beschäftigten dem Verein bei der Abfederung der großen Einnahmeverluste und realisieren eine kurzfristige Senkung der Kosten", erklärte der SCP, der darüber hinaus "positive Signale" auch von Sponsoren, Partnern und Ticket-Kunden verkündete.

+++ 12.28 Uhr: TV Rottenburg zieht sich aus der Volleyball-Bundesliga zurück +++

Die Coronakrise hat ihr erstes Opfer in der Volleyball-Bundesliga (VBL) gefordert. Der TV Rottenburg kündigte am Freitag an, keine Lizenz für die 1. oder 2. Volleyball-Bundesliga in der Saison 2020/21 zu beantragen.

"Die Corona-Pandemie trifft die Unternehmen und Vereine mit voller Wucht. Allein in den vergangenen Tagen summierten sich die Sponsoren-Absagen für die kommende Saison des TVR auf einen sechsstelligen Betrag", begründete der TVR, Tabellenneunter der am 12. März vorzeitig beendeten Spielzeit, den Schritt: "Ohne größere Finanzhilfen ist der Bundesliga-Spielbetrieb nicht mehr zu stemmen – eine Verschuldung kommt beim TVR prinzipiell nicht infrage, weshalb jetzt die Reißleine gezogen werden musste."

Die VBL-Verantwortlichen zeigten sich überrascht von der Entscheidung des TV Rottenburg, in der 3. Liga einen Neustart unternehmen zu wollen. "Wir wurden am Donnerstagabend über den Schritt informiert und damit vor vollendete Tatsachen gestellt", sagte Liga-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung: "Wir hätten uns gewünscht, gemeinsam mit dem Klub Lösungen zu finden, um den TV Rottenburg durch diese schwierige Zeit zu bringen und der so begeisterungsfähigen Volleyballgemeinde dort auch weiterhin Bundesliga-Volleyball zu ermöglichen."

Um den Vereinen entgegenzukommen, hatte die VBL die Frist für den Lizenzantrag der 1. Bundesliga vom 15. April auf den 15. Mai verschoben. Die Fristen für die wirtschaftliche Lizenzierung in der 1. Bundesliga wurden vom 15. April auf den 1. Juni sowie vom 30. Juni auf den 31. Juli verlegt.

+++ 12.26 Uhr: Schwimmstar Koch nervt die Ungewissheit +++

Der durch Corona ausgelöste Stillstand ist für Schwimmstar Marco Koch vor allem mental belastend. "Diese Ungewissheit nervt einfach", sagte Koch im Interview: "Ich hatte auch ein Telefonat mit unserem Psychologen, darüber haben wir auch geredet. Aber am Ende kann man nur abwarten und Tee trinken." Corona-Nachrichten liest er kaum noch, "ansonsten wird man nur noch banane".

Dass nun zumindest in der Olympia-Frage Klarheit herrscht, macht Koch "sehr glücklich". Ohne eine Verschiebung um ein Jahr "hätte man sich illegale Lösungen suchen müssen, wie man doch noch hätte weiter trainieren können". 

Im übernächsten Sommer ist Koch aber 31 Jahre alt, die Zeit spielt eigentlich gegen ihn. Doch der Darmstädter, der seit Ende des Jahres mit Ex-Bundestrainer Dirk Lange zusammenarbeitet, sieht den Zeitfaktor sogar auf seiner Seite: "Wir können nun noch mehr Nuancen austesten. Ich bin für Olympia nicht weniger optimistisch als ich es dieses Jahr gewesen wäre."

Bei den Tokio-Spielen will Koch auf seiner Paradestrecke 200 m Brust um eine Medaille kämpfen, die er 2012 in London und als Goldfavorit 2016 in Rio de Janeiro verpasst hatte. Mit seinem neuen Trainer Lange habe er sich eine neue Zielzeit gesetzt, "die werde ich natürlich nicht verraten", so Koch, "aber sie geht in Richtung sehr, sehr schnell. Auf jeden Fall eine schöne persönliche Bestzeit." 

Kochs deutscher Rekord liegt bei 2:07,47 Minuten - geschwommen allerdings bereits vor fünfeinhalb Jahren. Bei der WM in Gwangju im vergangenen Sommer kam er bis auf 13 Hundertstel an diese Zeit heran.