Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund hofft auf ein Saison-Happy-End durch Geisterspiele
Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund hofft auf ein möglichst störungsfreies Saisonfinale durch Geisterspiele © Getty Images
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München - Eine Beschlussvorlage für die Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs legt offen, wie brüchig ein Re-Start der Bundesliga wäre.

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Wenn es dazu kommt, dann wäre der Traum von Bundesliga-Rückkehr ganz schnell wieder ausgeträumt:

Der Bund und seine Länder bereiten offenbar zwar großzügige Lockerungen bei Corona-Einschränkungen für den Breitensport vor, die ab Mai gelten sollen. Das berichtet die Bild und beruft sich dabei auf eigene Informationen mit Verweis auf eine Einigung der jeweiligen Innenminister hierzu am späten Dienstagabend.

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Allerdings gibt es große Konflikte und keinen Konsens beim Berufssport laut einer entsprechenden Beschlussvorlage, die auch der Deutschen Presseagentur vorliegt und über die die Rheinische Post zuerst berichtet hatte,

Denn während das Papier für die anstehende Corona-Videokonferenz der 16 Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag professionellen Wettkampfsport "jetzt und kurzfristig" ausschließt, soll die 1. und 2. Fußball-Bundesliga - zumindest für Männer - wieder starten können.

Vorlage: Spielabsage bei nur einem Coronafall

Gleichwohl erscheint die Wiederaufnahme des Spielbetriebs höchst zerbrechlich. Denn: Würde aus dem kompletten Mannschaftsstab oder der Mannschaft auch nur eine Person an Corona erkranken, müssten dem Bericht zufolge alle beteiligten Personen in Quarantäne. Die Folge seien sofortige Spielabsagen.

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Ohnehin ist zu vernehmen: Auch wenn die Deutsche Fußballliga (DFL) mit ihrem Hygiene- und Sicherheitskonzept mittlerweile offenbar wichtige Politiker überzeugt und wichtige Hürden genommen hat - abgenickt erscheint es noch nicht.

Das Bundesarbeitsministerium hatte nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in Sachen Arbeitsschutz zuerst grünes Licht für Spiele der Bundesliga und Zweiten Liga unter Ausschluss von Zuschauern gegeben. 

Auch die Sportministerkonferenz (SMK) sprach sich am Dienstag abermals für eine Wiederaufnahme der Bundesliga-Saison frühestens ab Mitte Mai aus.

Watzke: Geisterspiele eine der sichersten Veranstaltungen

Dennoch: Knackpunkt bleibt vor allem die Frage: Was ist bei einem Positiv-Test? Die SMK halte in diesem Fall Quarantänemaßnahmen für das betroffene Team für erforderlich.

In der Beschlussvorlage nun, so heißt es weiter, fordert die Sportministerkonferenz, dass die TV-Produktion "mit dem geringst möglichen Aufwand" betrieben werden soll. Die DFL wiederum sei für den reibungslosen Ablauf der Tests und die Einhaltung der Hygiene-Standards verantwortlich.

"In diesem geschlossenen System bin ich ziemlich sicher, dass wir es hinkriegen, dass es keinen Fall gibt", sagte Hans-Joachim Watzke am Dienstagabend in der ZDF-Sendung Markus Lanz und versuchte, die Gefahrenlage abzuschwächen.

"Mit diesem System, was wir jetzt bilden, gibt es kaum eine Branche, die eine so höhere Sicherheit hat. Ein Geisterspiel ist eine der sichersten Veranstaltungen überhaupt", fügte der Geschäftführer von Borussia Dortmund an.

Offenbar Lockerungen für Amateursportler 

Während die Situation für Berufssportler weiterhin auf wackligen Beinen steht, dürfen Millionen Amateursportler dagegen wohl aufatmen:

Gemäß Beschlussvorlage sollen am Mai Lockerungen für Sportarten vorgesehen sein, die unter freiem Himmel oder an der frischen Luft betrieben werden, die nicht zu den Mannschafts- oder Kontaktsportarten zählen und bei denen sich eine Gruppenbildung ausschließen lässt.

Sprich: Erlaubt sein sollen Individualsport- und Paarsportarten, darunter Tennis (ohne Doppel-Wettbewerb), Golfen, Reiten, Badminton, Tischtennis, Bogenschießen sowie die verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik (Speerwerfen, Weitsprung, Hochsprung, Hammerwerfen etc.).

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Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist dem Beschluss-Papier zufolge angehalten, ein "Leitplanken-Konzept" zu entwickeln. 

Unabdingbar bei den Lockerungen seien die Wahrung des Mindestabstand von 1,5 Metern bei Personen sowie kein Duschen und Umziehen in Räumlichkeiten. Sportgeräte müssen zudem desinfiziert werden, in den Sportstätten sollen nach Möglichkeit Eingang und Ausgang separat geregelt werden.