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Auch vor dem Sport macht der Coronavirus nicht halt. Zahlreiche Großveranstaltungen stehen auf der Kippe. SPORT1 zeigt die Situation in verschiedenen Sportarten.

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Das Coronavirus sorgt immer stärker für Verschiebungen und Absagen. SPORT1 gibt einen aktuellen Überblick zu aktuellen Entwicklungen in einzelnen Sportarten.

BASEBALL: Vom 24. Juli bis 9. August stehen in Tokio die Olympischen Spiele an. Jetzt wurde in Japan der Saisonstart der Baseball-Profiliga aufgrund der Epidemie verschoben, erst im April soll es losgehen. In Japan gibt es derzeit 511 bestätigte COVID-19-Erkrankungen, 17 Menschen sind an dem Virus gestorben.

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BASKETBALL: Die Basketball Bundesliga beobachtet die Situation intensiv und steht mit Behörden und den weiteren deutschen Profiligen im Austausch. Maßnahmen wie Spiele ohne Zuschauer oder gar Absagen sind derzeit nicht in Sicht. In der EuroLeague kommt es immer wieder zu Spielen ohne Zuschauer.

EISHOCKEY: Am Mittwoch sollen die Play-offs in der DEL beginnen. Aktuell ist davon auszugehen, dass die Spiele vor Zuschauern ausgetragen werden. Laut Stand vom Montag gab es noch keine Interventionen von zuständigen Behörden.

EISKUNSTLAUF: Die Eiskunstlauf-WM in Montreal vom 18. bis 21. März soll nach aktuellem Stand ausgetragen werden.

FUSSBALL: Um die fortschreitende Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen, hat Italien die Sperrmaßnahmen auf das gesamte Land ausgeweitet. Betroffen davon sind auch sämtliche Mannschaftssportwettbewerbe. Diese werden bis zum 3. April ausgesetzt, wie Italiens Nationales Olympisches Komitee (CONI) bekannt gab. Betroffen ist unter anderem die höchste italienische Fußballliga Serie A.

In der Champions League soll dagegen gespielt werden - das Achtelfinal-Duell zwischen Paris St. Germain und Borussia Dortmund findet aber unter Ausschluss der Zuschauer statt. RB Leipzig gegen Tottenham Hotspur soll dagegen wie geplant stattfinden. Mit Ausnahme weniger TV-Rechteinhaber, die die Partie übertragen, werden zudem keine Medienvertreter zugelassen.

Am Dienstag soll entschieden werden, ob und wie das rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Mittwoch stattfinden kann. Auch ein Beschluss zum Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am Samstag steht bevor. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert rechnet mit Geisterspielen am kommenden Spieltag.

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Das für den 19. März angesetzte Achtelfinal-Rückspiel von Eintracht Frankfurt in der Europa League beim Schweizer Spitzenklub FC Basel wird nicht im St. Jakob-Park stattfinden, entschied die Kantonspolizei Basel-Stadt nach Rücksprache mit dem Kantonalen Krisenstab.

In der 3. Liga könnten die Spiele des 1. FC Magdeburg aufgrund des Coronavirus unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder nur vor einer kleinen Kulisse stattfinden. Die Stadt Magdeburg teilte mit, dass sie "ab sofort" und "bis auf Weiteres Konzerte, Sport- und andere Veranstaltungen mit mehr als 1.000 BesucherInnen" untersage.

FORMEL 1/FORMEL E: Das zweite Saisonrennen in Bahrain am 22. März soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Auch hinter dem dritten WM-Lauf der Saison in Vietnam (5. April) steht ein Fragezeichen, die Einreisebestimmungen wurden für eine mögliche Austragung vorab schon einmal verschärft. Das für den 21. März in Sanya (China) geplante Formel-E-Rennen wurde erst einmal verschoben.

HANDBALL: Den deutschen Handballern droht ein Geisterspiel in Magdeburg: Aufgrund der Coronavirus-Epidemie könnte das Debüt des neuen Bundestrainers Alfred Gislason gegen die Niederlande am Freitag ohne Zuschauer oder nur vor kleiner Kulisse stattfinden. Die Stadt Magdeburg teilte mit, dass sie "ab sofort" und "bis auf Weiteres Konzerte, Sport- und andere Veranstaltungen mit mehr als 1.000 BesucherInnen" untersage. Davon sind auch die Bundesliga-Spiele des SC Magdeburg betroffen.

HOCKEY: Die für den 21./22. März in Mönchengladbach geplanten Duell der deutschen Männer und Frauen gegen Australien wurden abgesagt. Die Australier haben ihre Reiseaktivitäten erst einmal eingestellt. Eine spätere Austragung der Partien scheint möglich.

LEICHTATHLETIK: Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics hat die für das kommende Wochenende in Nanjing (China) geplante Hallen-WM wegen der Epidemie abgesagt. Die Titelkämpfe sollen erst im März 2021 nachgeholt werden. Die geplanten Marathon-Rennen in Seoul (22. März) und Rom (29. März) wurden  abgesagt. Die für Ende März geplante Halbmarathon-WM in Gdingen (Polen) wurde in den Oktober verlegt, ebenso die Marathons in Paris und Barcelona.

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RADSPORT: Mailand-Sanremo (21. März) und die Tirreno-Adriatico (11. bis 17. März) fallen erst einmal aus. Paris-Nizza wird wegen der Coronavirus-Epidemie fortan "hinter verschlossenen Türen" ausgetragen. An den Podien im Start- und Zielbereich werden Pufferzonen eingerichtet.

SKI NORDISCH: Die Skiflug-WM in Planica (19. bis 22. März) wird aufgrund der raschen Ausbreitung des Coronavirus ohne Zuschauer stattfinden. Dies entschied die slowenische Regierung. Der Veranstalter teilte mit, er werde sich bei den Ticketkäufern melden, um das weitere Prozedere zu besprechen. Vorerst rechnet der Veranstalter mit Verlusten in Höhe von 650.000 Euro.

SKI ALPIN: Das Weltcupfinale in Cortina d'Ampezzo (18. bis 22. März) ist abgesagt worden. Der alpine Zirkus endet damit bereits in der kommenden Woche mit den Rennen der Frauen in Are (Riesenslalom, Slalom, Parallelslalom) und der Männer in Kranjska Gora/Slowenien (Riesenslalom, Slalom).

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TENNIS: Die Absage des Masters-Turniers in Indian Wells sorgte für die erste größere Auswirkung des Virus auf das Tennis. Im Coachella Valley, in dem das Turnier stattfindet, hatte es einen Corona-Fall gegeben. Dass nun auch weitere Events wie die anstehenden Miami Open (ab 23. März) gefährdet sind, deutet sich bisher nicht an. 

TURNEN: Der DTB-Pokal in Stuttgart vom 20. bis 22. März steht auf der Kippe. Eine Entscheidung fällt möglicherweise am Dienstag. Da das Weltcup-Turnier auch Teil der Olympia-Quali ist, wird eine Verschiebung praktisch nicht möglich sein. Es ist die wichtigste DTB-Veranstaltung 2020 in Deutschland.

VOLLEYBALL: Die Klubs der ersten und zweiten Volleyball-Bundesliga (VBL) befinden sich in enger Abstimmung mit den zuständigen lokalen Behörden, Maßnahmen wie Geisterspiele oder Absagen sind derzeit aber nicht geplant. Das gab die Liga am Montag bekannt.