Das Coronavirus führt im Sport zu immer mehr Absagen
Das Coronavirus führt im Sport zu immer mehr Absagen © SPORT1-Montage/Getty Images/Imago
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München - Von China aus breitet sich der Coronavirus immer weiter aus und hat inzwischen auch den Sport im Griff. Der Fußball setzt aus, weitere Sportarten sind betroffen.

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Der Coronavirus bereitet sich immer mehr aus - trotz der beispiellosen Sicherheitsmaßnahmen der chinesischen Behörden. Auch in Deutschland sind inzwischen Fälle gemeldet worden. 

Laut einer neuen offiziellen Zwischenbilanz vom Donnerstag stieg die Zahl der Todesfälle in China um weitere 38 auf mindestens 170 an. Die Zahl der bestätigten Infektionen in der Volksrepublik wuchs um rund 1700 auf gut 7700 Patienten.

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO will am Donnerstag erneut über die mögliche Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstandes beraten.

Sport wird massiv beeinflusst

Auch der Sport wird durch den Ausbruch der Virus-Erkrankung massiv beeinflusst. Erst am Mittwoch wurden die Hallen-WM der Leichtathletik im chinesischen Nanjing und die Weltcups auf den olympischen Pisten von Yangqing abgesagt. 

"Wir wissen, dass China alles unternimmt, um den Coronavirus in den Griff zu bekommen, und wir unterstützen alle Bemühungen. Aber wir müssen unseren Athleten, Mitgliedsverbänden und Partnern eine klare Linie in einer komplexen und sich schnell entwickelnden Angelegenheit mit auf den Weg geben", teilte der Leichtathletik-Verband in einem Statement mit.

Ursprünglich sollten in Nanjing vom 13. bis 15. März die Hallenwettbewerbe stattfinden, doch das medizinische Team des Weltverbandes habe darauf hingewiesen, "dass die Ausbreitung des Virus in China und im Ausland immer noch auf einem besorgniserregenden Niveau sei und deshalb alle Großveranstaltungen vermieden werden sollten, die sich verschieben ließen". Nun werden die Wettbewerbe um ein Jahr verschoben, sodass den Leichtathleten drei Weltmeisterschaften in zwölf Monaten bevorstehen.

In der Halle im März 2021 in Nanjing und im März 2022 in Belgrad sowie unter freiem Himmel im August 2021 in Eugene/USA.

DLV begrüßt Absage von Hallen-WM

Der deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) begrüßte die Entscheidung für die Absage. "Diese Entscheidung ist hinsichtlich der Gesundheit der Athleten und Betreuer die richtige", sagte Idriss Gonschinska, Generaldirektor Sport im DLV.

Ähnliche Worte wählte auch die FIS bei der Absage des ersten Tests auf den olympischen Pisten von Yangqing, die ursprünglich am 15. und 16. Februar stattfinden sollten. Obwohl das Risiko in Yanqing "niedrig ist, haben die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten und aller Teilnehmer Vorrang", sagte FIS-Präsident Gian Franco Kasper: "Es ist auch unerlässlich, dass sich die Athleten auf ihre Leistung konzentrieren können, insbesondere auf den völlig neuen und sehr herausfordernden Kurs."

Ursprünglich sollte in der kommenden Saison kein weiterer Test auf den olympischen Strecken stattfinden. Aufgrund des Ausfalls will der Verband nun aber "alles unternehmen", um die Herren in der kommenden Saison ebenfalls dort fahren zu lassen. 

Es waren nicht die ersten Absagen und Verschiebungen aufgrund des Virus, das in China bislang mehr als 130 Todesopfer gefordert hat. Der Basketball-Weltverband FIBA hatte das im chinesischen Foshan geplante Olympia-Qualifikationsturnier der Frauen nach Belgrad verlegt. Die Olympia-Qualifikation der Boxer wurde von Wuhan nach Amman/Jordanien transferiert, die Fußballfrauen können sich statt in Nanjing nun in Sydney für Tokio qualifizieren.

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Zudem ist der Radsport betroffen, die Tour von Hainan, die am 23. Februar starten sollte, wurde abgesagt. Auch die World Series im Wasserspringen, die ab dem 7. März in Peking stattfinden sollte, wurden abgesagt. 

Am Donnerstag verkündete der chinesische Fußball-Verband CFA zudem, dass alle Fußball-Spiele im Land bis auf weiteres ausgesetzt werden. Der Saisonstart der Super League, geplant für 22. Februar, wurde ebenfalls verschoben. 

Auch im eSports sorgt der Virus für Streichungen. Blizzard Entertainment hat bekannt gegeben, dass alle Spiele der Overwatch League in China kommenden Februar sowie März abgesagt werden. In dem offiziellen Statement heißt es, nur so könne die Gesundheit und Sicherheit der Spieler, Fans und Mitarbeiter gewährleistet werden.

Wird der Formel-1-Grand-Prix auch abgesagt?

Weitere Events könnten von einer Absage bedroht sein. Der Formel-1-Grand-Prix in Shanghai am 19. April ist die größte Sport-Veranstaltung im "Reich der Mitte" und könnte bei weiterer Verschlimmerung der Lage dem Coronavirus zum Opfer fallen. Wie der Motorsport-Weltverband FIA am Donnerstag mitteilte, werde man, wenn notwendig, alle Schritte einleiten, um die globale Motorsport-Gemeinschaft und die Öffentlichkeit zu schützen.

Auch die chinesische Basketball-Liga, die zahlreiche ehemalige NBA-Stars unter Vertrag hat, könnte beeinträchtigt werden. 

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Zudem könnten die asiatische Olympia-Qualifikation im Ringen, ein internationales Snooker-Event, die Formel E, die Asien-Meisterschaften im Badminton und einige weitere Veranstaltungen von einer Absage betroffen sein. Jedoch werden sich die Veranstalter eine Absage wohl bis zum letztmöglichen Zeitpunkt überlegen. 

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Während in China bereits Ausnahmezustand im Sport herrscht, bereitet man sich auch international auf die Folgen des Coronavirus vor. So sind bei Leichtathletik-Meetings in Karlsruhe und Düsseldorf keine chinesischen Sportler am Start und bei vielen internationalen Sport-Veranstaltungen sind die Ausrichter in engem Kontakt mit medizinischem Personal, um eine Gefährdung von Sportler, Fans und Offiziellen zu vermeiden.

Eine Entwicklung, die sich, je nach Ausbreitung des Coronavirus, noch zuspitzen könnte.