Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Erfurter Sportarzt Mark S. erhoben
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Erfurter Sportarzt Mark S. erhoben © Getty Images
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Anfang des Jahres erschüttert der Dopingskandal rund um einen Erfurter Sportarzt die Sport-Welt. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen fünf Personen.

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Die Staatsanwaltschaft München hat fast zehn Monate nach der Operation Aderlass gegen den Erfurter Sportarzt Mark S. und vier seiner Helfer Anklage erhoben.

Allen wird unter anderem eine gewerbsmäßige und teilweise bandenmäßige Anwendung verbotener Dopingmethoden oder Beihilfe dazu vorgeworfen. Gegen Mark S. besteht zudem der Verdacht der gefährlichen Körperverletzung.

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Zwei der insgesamt fünf Beschuldigten befinden sich laut Behörde seit ihrer Festnahme Ende Februar bzw. Mitte März noch immer in Untersuchungshaft, drei der Beschuldigten wurden im Mai bzw. im Juni 2019 aus der Haft entlassen.

Über 20 Sportler in Dopingaffäre verstrickt

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass im Zuge der Affäre 23 Sportler aus acht europäischen Ländern Blutdoping an sich vornehmen ließen. In Österreich wurde der österreichische Langläufer Max Hauke Ende Oktober bereits vom Landgericht Innsbruck zu fünf Monaten Haft verurteilt.

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Wie die Behörde weiter mitteilte, seien in der 145-seitigen Anklageschrift über 30 Zeugen, darunter zahlreiche Sportler, benannt worden. Die Akten des Verfahrens umfassten 54 Bände, wann es zu einer Hauptverhandlung kommen wird, blieb offen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Sportarzt Mark S. seit Ende 2011 "regelmäßig und in einer unbekannten Anzahl von Fällen" weltweit Blutdoping betrieben haben soll. Der Schwerpunkt soll aber in Europa, und da vor allem in Deutschland und Österreich gelegen haben. Dabei soll Mark S. vor allem im Rad- und Wintersport aktiv gewesen sein.

Präparat löst bei Athletin starke Nebenwirkungen aus

Der beschuldigte Sportmediziner habe laut Anklage zur Steigerung der sportlichen Ausdauer- und Leistungsfähigkeit bei seinen Athleten die Entnahme, den Austausch und die Behandlung von Blut vollzogen. Zudem habe der Mediziner die Sportler mit Wachstumshormonen versorgt.

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Seit 2014, so die Staatsanwaltschaft, habe Mark S. einen Kreis von Personen miteinbezogen, der für ihn im Rahmen des Eigenblutdopings Maßnahmen durchführte. Dazu gehörten Fahrdienste oder auch der Transport und die Lagerung von Teilen des benötigten Equipments.

Im September 2017 soll Mark S. einer Sportlerin in deren Wohnung ein neuartiges Präparat namens Erythrozyten verabreicht haben. Der Arzt soll erklärt haben, dass dieses Mittel steril und bereits an mehreren Personen ausprobiert worden sei. Tatsächlich aber stellten sich bei der Athletin nach einer halben Stunde starke Nebenwirkungen ein.