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Hiroshi Mikitani ist einer der mächtigsten Männer in der Welt des Sports. Über verschiedene Unternehmen baute sich der Japaner ein riesiges Imperium auf.

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Er ist der Arbeitgeber nicht nur für Lukas Podolski und NBA-Star Steph Curry: Hiroshi Mikitani gilt als einer der einflussreichsten Männer im Sport.

Und im Laufe seiner Karriere baute sich der Japaner ein riesiges Imperium auf - nicht nur rein sportlich, versteht sich.

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Der 54-Jährige machte sich mit diversen Firmen einen Namen und stieg anschließend als Eigentümer sowie Sponsor in den Sport ein.

Mikitanis Werdegang liest sich beeindruckend: Angefangen hatte der Selfmade-Milliardär mit seiner eigenen Firma Crimson Group, außerdem ist er Gründer sowie CEO des Onlineunternehmens Rakuten.

Mit dem japanischen Erstligisten Vissel Kobe begann Mikitani sein Engagement im Sport, zu dem im Laufe der Jahre noch einige Topvereine dazustießen.

Doch wer ist eigentlich dieser Hiroshi Mikitani?

Anfangszeiten des Hiroshi Mikitani

Mikitani wuchs als Sohn eines Wirtschaftswissenschaftlers in Kobe und New Haven (USA) auf. 1988 schloss er sein Studium ab und war daraufhin in Japan als Banker aktiv.

Infolge des verheerenden Erdbebens in Japan 1995 und der Zerstörung seiner Heimatstdt Kobe wurde dem Geschäftsmann laut eigener Aussage klar, dass er einen Teil zur Wiederbelebung der japanischen Wirtschaft beitragen möchte.

Aus diesem Grund folgte der Rückzug aus dem Bankenwesen und die Gründung seines eigenen Unternehmens Crimson Group. Momentan wird sein Gesamtvermögen auf 5,7 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Übernahme von Vissel Kobe 1995

Kurz nach der Naturkatastrophe übernahm Mikitani den japanischen Erstligisten Vissel Kobe. Der Verein wollte Teil des Neuaufbaus einer Stadt sein, die binnen weniger Minuten komplett zerstört wurde und neu aufgebaut werden musste.

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Mit seiner Berateragentur Crimson Group übernahm er die Leitung des Fußballklubs. Für Mikitani war es der Einstieg ins Sportgeschäft.

Nach der Übernahme des Fußballklubs wollte Mikitani immer weiter nach oben. 1997 gründete der Japaner das Onlineunternehmen Rakuten, den mittlerweile drittgrößten Internethandelsplatz der Welt.

Mikitani ist bis heute CEO des Unternehmens, das 2017 einen Umsatz von 7,45 Milliarden Euro erzielte. Die Firma ist seit vielen Jahren auch als Sponsor diverser Spitzenvereine im Sport aktiv.

Rakuten sponsert Golden State Warriors und FC Barcelona

Das Unternehmen ist heute weltweit bekannt, so ist Rakuten seit der Saison 2017/2018 Trikotsponsor des spanischen Meisters FC Barcelona.

Die Katalanen erhalten pro Jahr 55 Millionen Euro vom Onlineunternehmen, das auch auf dem amerikanischen Markt aktiv ist.

Die NBA-Franchise Golden State Warriors, die sich in den letzten fünf Spielzeiten dreimal zum Meister krönte, läuft seit 2017 mit Rakuten als Trikotsponsor auf. Die Warriors erhalten 20 Millionen Dollar pro Spielzeit.

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Aber nicht nur Fußball und Basketball haben es dem Milliardär angetan. Auch Baseball steht ganz oben auf Mikitanis Liste. Im Jahr 2004 ließ die japanische Pacific League wegen finanzieller Schwierigkeiten zwei Mannschaften fallen.

Daraufhin wurde Mikitani von Funktionären des Verbandes gefragt, ob er ein neues Expansionsteam gründen wolle, mit dem Namen Tohoku Rakuten Golden Eagle.

Der 54-Jährige übernahm den Verein und renovierte als erste Amtshandlung das Stadion in Sendai. Nur zwei Jahre nach dem schlimmen Tsunami 2011 gewann der Verein die Nippon Series.

Mikitani-Partnerschaft mit Barca-Star Piqué

2017 gründete Mikitani gemeinsam mit Barcelona-Star Gerard Piqué die Firma Cosmos Holding. Das Unternehmen investiert vor allem in Sport- und Unterhaltungsprojekte.

Im vergangenen Jahr erwarb das Duo die Rechte am Davis Cup und sorgte mit der neuen Regelrevolution für viel Aufsehen, vor allem mit dem im November anstehenden einwöchigen Finalturnier.

Außerdem übernahm das Konsortium auch den spanischen Fußballverein FC Andorra und führte ihn in die dritte spanische Liga. Piqué gilt als Frontmann und Sprachrohr des Unternehmens.

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Podolski seit 2017 bei Vissel Kobe

Vissel Kobe, das Fußball-Projekt in der japanischen Heimat, galt in Europa lange Zeit als relativ unbeschriebenes Blatt. Seit einigen Jahren macht sich der Verein aber auch international einen Namen, vor allem dank Mikitani.

Viele Spitzenspieler und -trainer fanden den Weg in die japanische Liga - wenn auch meist zum Ende ihrer Karriere. Den Anfang machte 2017 Ex-Nationalspieler Lukas Podolski. Mit dem Weltmeister von 2014 bekam Vissel zum ersten Mal wirkliche Strahlkraft.

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Auch in den Folgejahren gelang es dem Klub, stets Topspieler für sich zu gewinnen. So gingen auch die spanischen Weltmeister Andrés Iniesta und David Villa zum Verein aus der Präfektur Hyogo.

Vor allem Iniesta war für die Japaner ein besonderer Transfer. Mit dem langjährigen Barca-Kapitän bekam Vissel nochmal ein ganz anderes Standing.

Auch der Belgier sowie ehemalige Arsenal- und Barcelona-Star Thomas Vermaelen steht seit dieser Saison bei Kobe unter Vertrag.

Fink soll es richten

Mikitani hat wie bei seinen Firmen auch im Sport immer die höchsten Ansprüche. So war das Ziel vor der Saison, um die Meisterschaft mitzukämpfen.

Die bittere Realität sieht aber anders aus. Zwischenzeitlich lag der Klub nur auf Platz 13 und reagierte: Ex-Bundesliga-Spieler Thorsten Fink wurde neuer Cheftrainer und der Verein rief "eine neue Ära" aus.

Fink selbst zeigt sich von seiner neuen Herausforderung begeistert und sieht viel Entwicklungspotenzial: "Hier kann ich noch was erreichen", sagte er.

Mittlerweile liegt Kobe auf Platz neun. Noch immer zu wenig für Mikitanis hohe Ansprüche, aber immerhin ein Anfang.