Ingrid Klimke war bei der EM in Luhmühlen nicht zu besiegen
Ingrid Klimke war bei der EM in Luhmühlen nicht zu besiegen © Getty Images
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Ingrid Klimke verteidigt ihren Titel bei der Vielseitigkeits-EM erfolgreich. Michael Jung gewinnt Silber. Auch das deutsche Team holt Gold.

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Ingrid Klimke schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf und fiel schließlich ihrem Springtrainer Kurt Gravemeier in die Arme: Die zweimalige Team-Olympiasiegerin aus Münster verteidigte nach einem Krimi im Springparcours bei der Vielseitigkeits-EM in Luhmühlen ihren Einzeltitel erfolgreich und führte damit gleichzeitig auch die deutsche Equipe zum EM-Triumph.

"Ich bin einfach glücklich, dass mein Pferd so gut war. Und ich bin dankbar, dass Kurt Gravemeier da war. Ich habe ihm gesagt, er müsse unbedingt kommen", sagte Klimke über den früheren Bundestrainer der Springreiter, der sie extra auf die EM vorbereitet hatte. "Hauptsache wir haben Teamgold geholt, das freut mich für Bundestrainer Hans Melzer", sagte Klimke.

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Vor 4000 Zuschauern legte Klimke mit dem 15 Jahre alten Wallach Hale Bob eine starke Nullrunde hin und siegte am Ende mit nur 22,2 Minuspunkten. Teamkollege Jung, der nach dem Geländeritt noch geführt hatte, erlaubte sich mit seinem neuen Pferd Chipmunk einen Abwurf und musste sich nach dreimal Doppel-Gold (2011, 2013, 2015) mit Silber begnügen. 

Jung selbstkritisch

"Ja, so ist der Sport. Ein klitzekleiner Fehler, schon rutscht man zurück. Chipmunk ist trotzdem gut gesprungen. Alles in allem war es eine tolle Woche", sagte Jung und übte Selbstkritik: "Vielleicht hätte ich etwas ruhiger sitzen können." Bronze holte Cathal Daniels (Irland/29,0) mit Rioghan Rua.

Melzer konnte mit den Leistungen seiner deutschen Reiter bei der Heim-EM mehr als zufrieden sein. Zwei Einzelmedaillen, dazu zum fünften Mal in der EM-Geschichte Gold mit der Mannschaft - mehr geht kaum. Neben Klimke und Jung gehörten Andreas Dibowski mit Corrida und Kai Rüder mit Colani Sunrise zum deutschen Team. In der Einzelwertung belegte Dibowski Platz 16, Rüder landete auf Rang 24.

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Jung dürfte trotz des Patzers im Parcours weiter auf sein neues Pferd Chipmunk setzen. Der dreimalige Olympiasieger hatte den elf Jahre alten Oldenburger erst vor einem halben Jahr von seiner Teamkollegin Julia Krajewski übernommen. In der Dressur und vor allem im Gelände zeigte das Paar eine starke Vorstellung, beim Springen gab es noch leichte Probleme. 

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"Es ist eines der weltbesten Pferde. Es ist gut, dass wir es hier halten konnten. Das verbessert unsere Aussichten für die Olympischen Spiele im nächsten Sommer in Tokio", sagte Dennis Peiler, der Sportdirektor des nationalen Verbandes FN in Luhmühlen. Die FN gehört genauso wie das Bundesinnenministerium (BMI) zum neuen Besitzerkreis von Chipmunk, mit dem Jung im kommenden Jahr in Tokio sein drittes Einzelgold in Folge bei Olympischen Spielen gewinnen soll.