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Paradise Island - Tony Hawk ist ein Pionier des Skateboardens und verkaufte Millionen von Videospielen. Im SPORT1-Interview spricht er über seine Karriere und seinen liebsten TV-Auftritt.

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Tony Hawk ist eine echte Skateboard-Legende. Elf Mal wurde der US-Amerikaner Weltmeister, stand als erster Fahrer überhaupt einen 900-Grad-Sprung und wurde spätestens durch seine Videospielreihe "Tony Hawk’s Skateboarding" weltberühmt.

Der heute 50-Jährige wirkte nebenbei auch in zahlreichen Filmen und Fernsehserien mit, wie zum Beispiel in Police Academy 4, Triple X, Jackass: The Movie, CSI: Miami oder Die Simpsons.

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SPORT1 sprach auf den Bahamas mit Hawk, wo der Skateboard-Pionier versuchte, bei einem hochdotierten Pokerturnier Geld für seine Stiftung zu erspielen, aber schon am ersten Tag ohne Preisgeld ausschied.

SPORT1: Herr Hawk, Sie setzen sich mit ihrer Stiftung dafür ein, dass mehr Kinder skateboarden. Warum ist das ein guter Sport für Kinder und Jugendliche?

Hawk: Ich glaube, der Sport lehrt Kinder viel über Selbstdisziplin und Eigenmotivation. Und dass sie an sich selbst glauben können. Sie können etwas machen, was sie individuell weiterbringt, aber innerhalb einer Community. Es ist ein kleines Abenteuer: Nimm dir dein Skateboard und fahr los! Deshalb will ich mehr Skateparks rund um den Globus bauen.

SPORT1: Skateboarden kann aber auch sehr gefährlich sein. Was waren Ihre schlimmsten Verletzungen? 

Hawk: Ich habe mir das Becken gebrochen. Das war die schlimmste Verletzung, die ich hatte und mit der ich am längsten pausieren musste. Ich habe mir aber auch den Ellbogen gebrochen, hatte eine Knie-Operation und einige Gehirnerschütterungen. Aber das gebrochene Becken war mit Abstand das Schlimmste.

Tony Hawk: "Hätte ich mir nie erträumen lassen"

SPORT1: Wenn Sie auf ihre Karriere zurückblicken: Hätten Sie sich jemals träumen lassen, mit Skateboarden reich und berühmt zu werden?

Hawk: Nein. (lacht) Das hätte ich mir nie erträumen lassen. Als ich anfing, war keiner durch Skateboarden reich oder berühmt. Die Top-Profis waren in den Skateboard-Magazinen und bekamen ihre Ausrüstung von Sponsoren bezahlt, aber sie bekamen kein Geld. Unser einziger Traum damals war: Wir wollten einfach in die Magazine. Das war es dann aber auch schon.

SPORT1-Reporter Sebastian Mittag (l.) sprach Tony Hawk auf den Bahamas
SPORT1-Reporter Sebastian Mittag (l.) sprach Tony Hawk auf den Bahamas © SPORT1

SPORT1: Was waren für Sie die wichtigsten Momente ihrer Karriere?

Hawk: Ich würde sagen: Erst einmal, in jungen Jahren Profi zu werden. Ich war erst 14 Jahre alt, als das erste Skateboard mit meinem Namen herauskam. Und dann es regelmäßig in die verschiedenen Skateboard-Videos zu schaffen. Das waren große Meilensteine in meiner Karriere. Dann natürlich die X-Games 1999, wo ich den ersten 900 aller Zeiten gestanden bin. Damit habe ich dann meine Wettbewerbskarriere beendet. Danach habe ich Videospiele gemacht.

SPORT1: Zumindest in Deutschland hatten Sie wegen der Videospielreihe Tony Hawk’s Skateboarding viele Fans, auch wenn diese sie vielleicht zuvor nie wirklich Skateboard fahren sahen. Finden Sie, dass Sie damit der erste virtuelle Superstar waren?

Hawk: Naja, es gab ja schon zuvor andere Sport-Videospiele wie Madden oder NBA. Mein Spiel war vielleicht das erste, das sich nicht um einen Mannschaftssport drehte. Aber das Spiel hat meiner Karriere definitiv eine ganz andere Richtung gegeben und mir viel mehr Möglichkeiten. Plötzlich haben mich viel mehr Leute erkannt. Das hat viel verändert. Das verdanke ich sicherlich dem Videospiel.

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"Skateboarden entwickelt sich gut"

SPORT1: Wie haben Sie persönlich den Erfolg des Spiels wahrgenommen?

Hawk: Es hat mein Leben verändert. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so erfolgreich werden könnte und dass es so viele Teile davon geben würde. Ich konnte dadurch meine Geschäfte und meine Karriere noch weiter ausbauen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das ist eines der besten Dinge, die mir je passiert sind.

SPORT1: Skateboarden ist immer noch kein klassischer Mainstream-Sport. Denken Sie, dass wird sich noch ändern?

Hawk: Ich denke, Skateboarden entwickelt sich gut. Es wird nächstes Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio stattfinden. Das wird der internationalen Anerkennung und Aufmerksamkeit für den Sport guttun. Ich denke, das wird den Grundstein dafür legen, wie Skateboarden in Zukunft international angesehen werden wird.

SPORT1: Sie haben in mehreren Filmen und Fernsehserien mitgewirkt. Was war der Auftritt, an den Sie sich am liebsten zurückerinnern?

Hawk: Mein Lieblingsauftritt aller Zeiten war bei den Simpsons. Es war so eine Ehre für mich, in diese Show eingeladen zu werden. Die Folge handelte davon, wie ich versuchte, Mentor für Bart Simpson zu sein. Ich liebe die Folge immer noch und finde, sie ist zum Totlachen.