Ruder-WM in Plowdiw: Die Halbfinals , Oliver Zeidler steht bei der Ruder-WM im Finale
Oliver Zeidler steht bei der Ruder-WM im Finale © Imago

Oliver Zeidler steht vor dem größten Erfolg seiner Karriere. Der 22-Jährige zieht bei der Ruder-WM im Einer ins Finale ein. Weitere Boote folgen.

Oliver Zeidler saß in der aufblasbaren Eistonne, strecke die Füße von sich und grinste zufrieden. "Das war einfacher, als ich gedacht habe. Jetzt liebäugle ich mit einer Medaille", sagte der Ruder-Neuling nach seinem souveränen Einzug ins WM-Finale. Dann schüttelte der 22-Jährige die kleinen Eiswürfel ab, entstieg dem kühlen Nass und genoss die Sonne von Plowdiw.

Für Zeidler ist die WM-Medaille im traditionsreichen Einer in der Tat zum Greifen nahe. Im Halbfinale lieferte er sogar dem großen Tschechen Ondrej Synek, der in Bulgarien den fünften WM-Titel in Folge anstrebt, einen großen Kampf. Am Ende lag Synek nur eine halbe Bootslänge vor dem Deutschen. "Ein bisschen mehr wäre noch drin gewesen. Ich weiß aber nicht, was Synek dann gemacht hätte. Wir sind beide fit. Im Finale entscheidet es sich", sagte Zeidler.

Sein Saisonziel hat Zeidler ohnehin schon jetzt erreicht. Bis vor zwei Jahren war der Quereinsteiger noch Schwimmer, dann wechselte er die Sportart. "Mein Saisonziel habe ich jetzt erreicht, ich wollte ins Finale. Jetzt ist alles nur noch Bonus", sagte der Enkel von Ruder-Olympiasieger Hans-Johann Färber und fügte an: "Im Finale schätze ich vier der sechs Starter etwas stärker ein - darunter auch ich."

Zeidler auf den Spuren von Hacker 

Sollte Zeidler am Sonntag tatsächlich auf dem Treppchen landen, wäre das eine dicke Überraschung. Letzter Deutscher auf dem Podest war Marcel Hacker, der 2013 in Südkorea zu Bronze gerudert war. Hacker ist bis heute auch der letzte DRV-Starter, der Silber (2006) und Gold (2002) bei einer WM holte.

Den Einzug ins Finale schafften am Freitag auch Vierer-Olympiasiegerin Annekatrin Thiele im Einer sowie die Medaillenkandidaten Timo Piontek und Lars Hartig im Doppelzweier. Beiden Booten reichte ein dritter Rang. Der Deutsche Ruderverband (DRV) ist am Final-Wochenende somit in sechs der 14 olympischen Klassen mit einem Boot vertreten.

Osborn gewinnt Gold im Leichtgewichts-Einer 

In den nicht olympischen Klassen wurden am Freitag bereits die ersten Medaillen vergeben. Jason Osborn, der im Vorlauf eine Weltbestzeit aufgestellt hatte, wurde dabei seiner Favoritenrolle gerecht und holte als erster Deutscher seit Peter Ording (2004) Gold im Leichtgewichts-Einer. Zuvor hatten bereits die leichten Doppelvierer Gold (Männer) und Bronze (Frauen) gewonnen.

Größte Gold-Hoffnung des Wochenendes ist der Deutschland-Achter, der am Sonntag (12.15 Uhr MESZ) um die erfolgreiche Titelverteidigung kämpft. Das deutsche Paradeboot wird dort auch auf den alten Rivalen Großbritannien treffen. Der Olympiasieger löste am Freitag ebenso wie der EM-Dritte Rumänien im Hoffnungslauf das Finalticket.