Missbrauch? Ermittlungsverfahren gegen Springreiter eingestellt, Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Reiter ein
Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Reiter ein © Getty Images

Springreiter aus dem Nationalkader werden mit Vorwürfen des Missbrauchs und der Alkoholexzesse belastet. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt.

Im Zuge des jüngsten Skandals um Alkoholexzesse und sexuelle Übergriffe im deutschen Reitsport hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Ermittlungen gegen einen 20 Jahre alten Nachwuchs-Springreiter eingeleitet. Der Mann stamme aus dem Landkreis Neuwied, teilte die Behörde am Montag mit.

Gegen den Mann bestehe der Verdacht, auf Reitturnieren im In- und Ausland "allein oder mit weiteren Beteiligten gegen junge Frauen sexuell übergriffig geworden zu sein", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die Vorwürfe würden auf die Angaben eines Anzeigenerstatters zurückgehen, dessen Erkenntnisse auf Aussagen anderer Zeugen beruhten. "Zur Ermittlung eines konkreten Sachverhaltes hat die Staatsanwaltschaft Koblenz zunächst die polizeiliche Vernehmung des Zeugen angeordnet", hieß es.

Verdacht des sexuellen Missbrauchs

Weitere Einzelheiten wollte die Behörde nicht mitteilen. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte in seiner neuesten Ausgabe über junge Springreiter aus dem Nationalkader berichtet, die unter Alkoholeinfluss auf Turnieren junge Mädchen gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben sollen.

In dem Zuge berichtete der Spiegel auch darüber, dass die Staatsanwaltschaft Koblenz Hinweisen nachgehe, wonach ein junges Mädchen bei den Europameisterschaften im slowakischen Samorin Opfer einer Vergewaltigung oder sexueller Nötigung geworden sei. Zudem sollen bei dieser EM zwei Nachwuchsreiter im Alkoholrausch ein Hotelbett zerlegt haben.

Ob es sich bei den eingeleiteten Ermittlungen um diesen Fall handelt, blieb zunächst offen. Die Staatsanwaltschaft teilte auf SID-Anfrage mit, dass es nur ein Verfahren gebe. "Ob und wo dieser Beschuldigte gegebenenfalls Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung begangen haben könnte, ist noch nicht geklärt und muss im Laufe des anhängigen Verfahrens erst noch ermittelt werden", hieß es.