Zwischen WADA und Russland gibt es seit längerem Spannungen
Zwischen WADA und Russland gibt es seit längerem Spannungen © Getty Images

Russische Spione geraten in Verdacht, einen Cyberangriff auf die Welt-Anti-Doping-Agentur verübt zu haben. Aktuell läuft ein Verfahren wegen "politischer Spionage".

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Gegen zwei russische Spione, die in den Niederlanden wegen des mutmaßlichen Hacking-Versuchs auf ein Schweizer Labor verhaftet wurden, wird ebenfalls auf einen versuchten Cyberangriff auf die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ermittelt.

Die Agenten, die Anfang dieses Jahres von niederländischen Geheimdiensten festgenommen worden waren, waren nach aktuellem Ermittlungsstand in einen geplanten Anschlag auf das Labor Spiez in Bern verwickelt, das nach Angaben von Schweizer Beamten die Vergiftung des russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien untersuchte.

Das Büro des Schweizerischen Generalstaatsanwalts (OAG) teilte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP mit, dass dieselben zwei Personen seit März 2017 "wegen eines Cyber-Angriffs gegen die Welt-Anti-Doping-Agentur" separat strafrechtlich verfolgt würden. "Das Verfahren wird wegen des Verdachts politischer Spionage geführt", erklärte OAG-Sprecherin Linda von Burg. Von der WADA gab es zunächst keine Stellungnahme.

Spannungen zwischen Russland und WADA

Seit Jahren herrschen erhebliche Spannungen zwischen Russland und der WADA. Die in Montreal ansässige Organisation suspendierte die russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) im November 2015 nach der Aufdeckung des staatlich gedeckten Dopingsystems. Am Freitag erklärte die WADA allerdings, dass ihr unabhängiger Compliance-Prüfungsausschuss die Wiederaufnahme der RUSADA empfohlen hat. Es wird erwartet, dass dieser Schritt am kommenden Donnerstag beim Treffen der WADA-Exekutive vollzogen wird.