Sebastian Brendel ist auf seiner Paradestrecke erneut nicht zu schlagen
Sebastian Brendel ist auf seiner Paradestrecke erneut nicht zu schlagen © Getty Images

Sebastian Brendel sichert sich im Canadier-Einer sein viertes Gold in Folge. Nur kurze Zeit später darf auch Max Rendschmidt über seine erste Medaille jubeln.

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Sebastian Brendel grinste breit und streckte triumphierend vier Finger in die Höhe: Zum vierten Mal in Folge schnappte sich der 30 Jahre alte Potsdamer auf seiner Paradestrecke über 1000 m im Canadier-Einer das WM-Gold.

Kurz danach jubelte am zweiten Tag der Rennsport-WM in Portugal auch Doppel-Olympiasieger Max Rendschmidt über Silber, das Duo Jasmin Fritz und Steffi Kriegerstein freute sich über Bronze.

"Ich habe versucht die Gegner zu schocken und sie dann nicht mehr rankommen zu lassen", sagte Brendel im ZDF. Die Taktik ging auf: Der dreimalige Olympiasieger setzte sich mit einem kraftvollen Start direkt an die Spitze, ließ seiner Konkurrenz keine Chance und überquerte die Ziellinie mit fast einer Bootslänge Abstand vor seinem Dauerrivalen Martin Fuksa (Tschechien) und dem Brasilianer Isaquias Queiroz dos Santos.

"Er ist der absolute König", sagte der Silber-Gewinner voller Anerkennung über den Start-Ziel-Sieg seines Konkurrenten.

Brendel setzt Gold-Serie fort 

Brendel ist erst der dritte Kanute, dem vier WM-Siege in Serie über diese Distanz glückten. Vor ihm hatten dies bislang nur der Neubrandenburger Andreas Dittmer (2001 bis 2005) und der Lette Ivan Klementiev (fünf Titel von 1989 bis 1994) geschafft.

Bei seinem wichtigsten Start der Wettbewerbe in Portugal holte Brendel bereits seine zweite Medaille. Schon beim Rennen tags zuvor waren es die selben Drei, die um die Podestplätze kämpften: Dort gewann Brendel hinter Queiroz dos Santos Silber, Fuksa wurde Dritter. Am Sonntag startet das deutsche Kanu-Ass noch im nicht olympischen "Marathon" über 5000 m, wo der Titelverteidiger mit einem Sieg seinen fünften Triumph in Folge feiern würde.

Premiere für Rendschmidt

Direkt im Anschluss an Brendels Gold-Triumph hatte auch Rendschmidt allen Grund zur Freude: Der 24-Jährige feierte mit dem zweiten Platz im Kajak-Einer über 1000 m seine erste WM-Medaille im Einer und musste sich nur dem Lokalmatador Fernando Pimenta geschlagen geben. "Direkt bei der ersten WM-Finalteilnahme im Einzel Silber zu gewinnen, ist einfach unbeschreiblich", sagte Rendschmidt, der am Sonntag als Schlagmann des Kajak-Vierers den WM-Titel erfolgreich verteidigen will.

Eher überraschend war dagegen die Bronzemedaille für Jasmin Fritz und Steffi Kriegerstein im Kajak-Zweiter über 500 m. Die EM-Dritten paddelten hinter den Siegerinnen Anna Karasz/Danuta Kozak (Ungarn) und Lisa Carrington/Caitlin Ryan (Neuseeland) ins Ziel.

Durch einen Sieg im Vorlauf hatten die Olympiazweite Kriegerstein und Fritz auf direktem Wege das Finale erreicht, dennoch waren sie als Außenseiter in das Rennen gestartet. Franziska Weber und Tina Dietze freuten sich in der nicht olympischen Disziplin Kajak-Zweier über 200 m außerdem über Gold.

Schon der Auftakt der deutschen Kanu-Flotte am Freitag war erfolgreich ausgefallen. Neben Brendels Silbermedaille hatten Max Hoff und Marcus Groß im Kajak-Zweier ebenso Gold gewonnen wie auch die Titelverteidiger Peter Kretschmer und Yul Oeltze im Canadier über 1000 m. Tom Liebscher holte im Einer über 500 m Silber. Sarah Brüßler und Melanie Gebhardt paddelten im Zweier über 1000 m zu Bronze.