Hans Günter Winkler verstarb im Alter von 91 Jahren
Hans Günter Winkler verstarb im Alter von 91 Jahren © Getty Images

Der CHIO in Aachen nimmt Abschied von Hans Günter Winkler. Beim Großen Preis von Europa muss sich davor Markus Ehning nur knapp geschlagen geben.

Erst verpasste Marcus Ehning den ersten Sieg eines deutschen Springreiters beim CHIO in Aachen nur knapp, dann stand die Zeit in der Soers still.

Am Rande des "Weltfestes des Pferdesports" verabschiedete der deutsche Reitsport eine seiner größten Legenden. In einer liebevoll inszenierten Trauerfeier gedachte der CHIO unter dem Motto "Aachen verneigt sich vor HGW" der in der Vorwoche verstorbenen Reiter-Ikone Hans Günter Winkler.

"Heute hier zu stehen und Hans Günter Winkler zu gedenken, fällt mir unglaublich schwer", sagte Bundestrainer Otto Becker mit tränenerstickter Stimme in einer Rede: "Du liebtest das Aachener Publikum und das Aachener Publikum liebte dich. Wir alle, Zuschauer und Reiter, werden dich sehr vermissen."

Angeführt vom viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum versammelte sich die deutsche Reiter-Equipe, um Winkler in dessen "Wohnzimmer" die Ehre zu erweisen. In kleinen Einspielern auf den Leinwänden konnten die Zuschauer im größten Reitstadion der Welt nochmals auf legendäre Momente in der Karriere von "HGW", wie etwa seinen Ritt auf der Wunderstute Halla zum Olympiagold 1956 in Stockholm, zurückblicken, ehe sie Winkler mit lautem Applaus verabschiedeten.

Zuvor hatten die deutschen Springreiter für Aufsehen gesorgt, Ehning (48,72 Sekunden) fehlten nur mickrige 1,42 Sekunden im Stechen zum Sieg im Preis von Europa. Doch zufrieden war der 44 Jahre alte Routinier allemal. "Zwei Nullrunden - das gibt Motivation und Schub für die nächsten Tage", sagte der Mannschafts-Olympiasieger von Sydney und lächelte verschmitzt.

Ehning musste sich bei der mit 125.000 Euro dotierten Prüfung nur dem Schweden Henrik von Eckermann auf Castello (0/47,30 Sekunden) und dem zweimaligen Team-Olympiasieger McLain Ward (USA) auf HH Azur (0/47,56) geschlagen geben.

"Es war ein heikles Stechen", sagte Ehning und spielte damit auf die beiden Stürze an, die den Wettkampf überschatteten. "Zwei sind auf die Nase gefallen, als Familienvater geht man dann nicht mehr ganz so entspannt rein", sagte er.

Der Brasilianer Yuri Mansur wurde am dritten Hindernis von seinem Pferd Vitiki abgeworfen. Während Mansur sofort wieder auf den Beinen war, verletzte sich der zehnjährige Hengst am rechten Fesselbein und wurde in eine Spezialklinik gebracht. Auch die Team-Olympiasiegerin von Peking, Laura Kraut (USA), wurde von ihrem Wallach Confu abgeworfen, beide blieben aber offenbar unverletzt.