Grigorij Rodtschenkow (oben) begründet seine Arbeit im russischen Dopingsystem mit Todesangst
Grigorij Rodtschenkow (oben) begründet seine Arbeit im russischen Dopingsystem mit Todesangst © Getty Images

Grigorij Rodtschenkow nennt erschütternde Details der Doping-Praktiken in Russland. Hätte er die Leitung des Dopinglabors abgelehnt, wäre das sein "Todesurteil" gewesen.

Whistleblower Grigorij Rodtschenkow hat seine jahrelange Arbeit im Zentrum des russischen Dopingsystems mit Todesangst begründet.

Staatspräsident Wladimir Putin habe gesagt, "Russland muss um jeden Preis gewinnen und das Sportministerium hat dieses Kommando ausgeführt, indem wir immer mehr Möglichkeiten bekamen, leistungssteigernde Substanzen zu liefern", ließ Rodtschenkow, der jahrelang das Moskauer Doping-Kontrolllabor geleitet hatte, mitteilen: "Das abzulehnen, wäre ein Todesurteil gewesen."

Verlesen wurden Rodtschenkows Worte durch dessen Anwalt Jim Walden am Mittwoch (Ortszeit) in Washington während einer Anhörung vor der Helsinki-Kommission, über die der Branchendienst insidethegames berichtete. "Ich möchte mich noch einmal für meine Rolle im Staatsdoping entschuldigen", ließ Rodtschenkow mitteilen: "Die Anweisungen kamen von der Spitze der Regierung." Der Whistleblower lebt inzwischen an einem unbekannten Ort in den USA.

Der Chef der US-Anti-Doping-Behörde (USADA), Travis Tygart, griff derweil das Internationale Olympische Komitee (IOC) an, weil es russischen Athleten die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 und den Winterspielen 2018 erlaubt hatte. Das IOC habe "entschieden, nicht für den Kampf für saubere Athleten und gegen institutionalisiertes Doping einzustehen", sagte Tygart.