Isabell Werth und ihr Pferd Emillio hat beim CHIO in Aachen die Einzel-Dressurwertung gewonnen
Isabell Werth und ihr Pferd Emillio hat beim CHIO in Aachen die Einzel-Dressurwertung gewonnen © Getty Images

Die deutsche Dressur-Equipe gewinnt beim CHIO in Aachen den Nationenpreis. Die Vielseitigkeitsreiter verpassen die Medaillenränge dagegen klar und deutlich.

In der Dressur war auf die deutschen "Spitzenreiterinnen" Verlass, in der Vielseitigkeit lagen Enttäuschung und ein "Wahnsinnsgefühl" am Samstag ganz nah beieinander. Während die Equipe auf dem Viereck durch ein ganz starkes Comeback den Nationenpreis beim CHIO in Aachen zum siebten Mal in Folge gewann, verpassten die Buschreiter völlig überraschend sogar das Podium. Für Versöhnung sorgte Julia Krajewski mit ihrem Sieg im Einzel.

Dressur-Equipe beeindruckt

"Einfach super", beschrieb die hocherfreute Bundestrainerin Monica Theodorescu die Leistung ihrer Dressur-Mannschaft im Special, nachdem der Gastgeber im Grand Prix am Donnerstag nur Rang zwei hinter den USA belegt hatte: "Das sind vier absolute Spitzenreiterinnen."

Diese wurden angeführt von der sechsmaligen Olympiasiegerin Isabell Werth, die auf Emilio an ihrem 49. Geburtstag vor Helen Langehanenberg mit Damsey einen deutschen Doppelsieg anführte. Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider mit Sammy Davis jr. und Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera auf den Plätzen sechs und sieben rundeten eine starke Teamleistung ab. Die US-Mannschaft sicherte sich nach einigen Patzern ihrer Topreiterin Laura Graves auf Verdades immerhin noch den zweiten Platz vor Dänemark.

Werth stolz auf Pferd Emilio

Ein besonderer Geburtstag war es für Dressur-Königin Werth aber nicht nur aufgrund des doppelten Triumphs. Die Rheinbergerin rehabilitierte sich auf Emilio auch für den für ihre Verhältnisse völlig verkorksten Ritt am Donnerstag im Grand Prix, in dem das Paar als 17. das Streichresultat geliefert hatte. 

"Er hat mir ein Geburtstagsgeschenk gemacht, ich hätte es noch ein bisschen besser machen können. Aber grundsätzlich war das wieder die alte Linie. Das Pferd war wieder Emilio", sagte die Rheinbergerin und fügte lachend hinzu: "Jetzt sind wir hoffentlich wieder in der Spur."

Vielseitigkeitsreiter enttäuschen

Völlig neben der Spur waren hingegen die Vielseitigkeitsreiter im Team. Die vor der letzten Teilprüfung im Nationenpreis noch in Führung liegende Equipe um die deutsche Meisterin Julia Krajewski mit Samourai du Thot, Europameisterin Ingrid Klimke mit Hale Bob, Andreas Dibowski mit Corrida und Kai Rüder mit Colani Sunrise fiel am Samstag im Gelände auf den fünften Platz zurück und verpasste den zehnten Sieg im Nationenpreis.

"Das ist nicht schön, das ist echt eine Enttäuschung", sagte Bundestrainer Hans Melzer: "Wir hatten vor, hier zu gewinnen." Das taten die starken Neuseeländer vor Frankreich und Schweden.

Krajewski gewinnt im Einzel

Doch es gab auch Grund zum Jubeln, nachdem Krajewski ein veritables Wechselbad der Gefühle durchlebt hatte. Mit Chipmunk und ihrem Mannschaftspferd Samourai du Thot lag sie vor der abschließenden Teilprüfung auf den Plätzen eins und zwei. Im Gelände verweigerte "Sam" an Hindernis 16A dann aber dreimal, das Aus und gleichzeitig das Streichresultat für die deutsche Equipe waren die Folge.

Die 29-Jährige hatte aber ja noch ein zweites Eisen im Feuer und ritt auf Chipmunk zum Titel im Einzel. Bundestrainer Melzer sprach von einer "reiterlichen Meisterleistung" und einer "Bilderbuchrunde". Ein "Wahnsinnsgefühl" war es für die Siegerin selbst - auch wenn sie zugab: "Dieses Hoch und Runter ist anstrengend. Aber das ist auch das, was diesen Sport ausmacht."