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Der ehemalige MMA-Profi "War Machine" muss wegen zahlreicher Gewaltverbrechen lebenslang hinter Gitter. Vor Gericht vergleicht er sich mit einem toten Ex-NFL-Star.

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Entführung, Körperverletzung, sexuelle Gewalt - wegen insgesamt 29 Fällen von Gewaltverbrechen ist der ehemalige Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Jonathan Paul Koppenhaver von einem Gericht in Nevada zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Koppenhaver, der im MMA-Käfig mit dem Kampfnamen "War Machine" auftrat, seine aus der Porno-Branche bekannte Ex-Freundin Christy Mackinday und deren späteren Freund Corey Thomas mehrmals attackierte und schwer verletzte - zum Beispiel, als er den beiden auflauerte und das Paar im Bett überraschte.

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"Wenn er raus kommt, bringt er mich um"

Bei dem Übergriff vor drei Jahren erlitt Mackinday unter anderem 18 Knochenbrüche und einen Leberriss.

Die heute 26-Jährige, die sich mit Künstlernamen Christy Mack nennt, gestand vor der Urteilsverkündung unter Tränen, dass sie noch immer um ihr Leben fürchte, sollte Koppenhaver aus dem Gefängnis entlassen werden. "Wenn er raus kommt, bringt er mich um", sagte Mackinday.

Vom Vorwurf zweier Mordversuche wurde der 35-jährige Koppenhaver allerdings frei gesprochen.

MMA Fighter Jonathan Koppenhaver aka War Machine Booking Photo
MMA Fighter Jonathan Koppenhaver aka War Machine Booking Photo © Getty Images

Vergleich mit Aaron Hernandez

Vor Gericht verglich sich der frühere Kampfsportler mit dem Ex-NFL-Profi Aaron Hernandez, der im April in einer Gefängniszelle in Massachusetts Selbstmord beging.

"Eigentlich hätte ich mich schon längst umbringen sollen", sagte Koppenhaver. "Es gibt eigentlich keinen Grund, dass ich gerade nicht neben Aaron Hernandez im Dreck liegen sollte."

Der Verurteilte soll bereits im Januar einen Selbstmordversuch begangen haben, gab sein Anwalt an.

Erster Anflug von Reue

In seinem Schlussplädoyer zeigte Koppenhaver erstmals Reue. "Es vergeht nicht ein Tag, an dem ich meine Taten nicht bereue. Ich war ein sehr verlorener, sehr leerer Mensch. Irgendetwas stimmt schlicht und ergreifend in meinem Kopf nicht. Ich weiß das schon lange und ich habe es immer gehasst."

Er wisse oft nicht, warum er Dinge tue, bevor sie bereits geschehen sind. Unter anderem stehe er immer wieder vor dem Spiegel und verprügele sich selbst als eine Art von "Selbst-Therapie".

Erst in 36 Jahren könnte Koppenhaver dem aktuellen Urteil zufolge einen Antrag auf Haftentlassung stellen. Sein Anwalt hat bereits angekündigt den Richterspruch vor dem Obersten Gericht in Nevada anfechten zu wollen.