Mit einem Weltrekord meldet sich Joshua Cheptegei aus der Corona-Pause zurück
Mit einem Weltrekord meldet sich Joshua Cheptegei aus der Corona-Pause zurück © Imago
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Dieser Weltrekord kam aus dem Nichts. Die Leichtathletik-Szene staunt über die Leistung von Joshua Cheptegei beim Diamond-League-Meeting in Monaco.

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Mit seinem Fabelweltrekord über 5000 Meter hat Joshua Cheptegei in Monaco beim ersten großen Meeting nach der Coronapause die Welt verblüfft.

Kaum hatte Cheptegei einen der ganz großen Weltrekorde der Leichtathletik zerschmettert, hob er herausfordernd die Arme und blickte grinsend ins karge monegassische Publikum.

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Noch Fragen? Und die gab es in der Tat reichlich, nachdem der neue ugandische Wunderläufer die 16 Jahre alte 5000-Meter-Bestmarke des großen Kenenisa Bekele am Freitagabend um zwei Sekunden auf 12:35,36 Minuten gedrückt hatte.

Die drängendste: Wie um Himmels Willen war ein solches Rennen gerade in diesen verrückten Zeiten und beim ersten Diamond-League-Wettkampf nach der Coronapause möglich?

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Trainingsschwerpunkt verlegt

"Es war eine große mentale Herausforderung, in diesem Jahr motiviert zu bleiben", gab Cheptegei in Monaco zu: "Aber ich habe mich immer wieder angetrieben, hatte die richtigen Leute um mich. Und dabei in Uganda bei meiner Familie zu sein, war großartig."

Der 23-Jährige, der normalerweise seinen Trainingsschwerpunkt in den Niederlanden hat, habe in der afrikanischen Heimat viel Zeit mit bodenständiger Arbeit verbracht, eine Grundschule angepinselt, mit dem Vater auf dem Feld geackert. Und nebenher muss ihm noch reichlich Zeit geblieben sein, das nächste läuferische Level zu erreichen.

"Ich wusste, dass Monaco einer dieser besonderen Orte ist, wo ich den Weltrekord brechen kann", sagte Cheptegei. Und es war nicht irgendein Weltrekord: Bekeles Zeit stand anderthalb Jahrzehnte in Stein gemeißelt, 2004 hatte er die Bestmarke seines noch größeren äthiopischen Landsmannes Haile Gebrselassie (12:39,36) auf 12:37,35 verbessert - niemand war seitdem näher als fünf Sekunden an diese Marke herangekommen.

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Und doch kam Cheptegeis Rekordlauf keineswegs aus dem Nichts. "Sein Laufstil ist Poesie als Bewegung", sagte Trainingspartner und Marathon-Superstar Eliud Kipchoge am Donnerstag und kündigte den Monaco-Weltrekord schon an.

Die Bilanz Cheptegeis jüngster vier Rennen ist schwindelerregend: WM-Gold über 10.000 m mit Meisterschaftsrekord in Doha (6. Oktober 2019), Straßen-Weltrekord über 10 km (1. Dezember 2019) und 5 km (16. Februar 2020) - und nun die Krönung in Monaco.

Wie Ronaldo oder Michael Jordan

"Ich möchte die Bahn in den nächsten fünf oder sechs Jahren dominieren", hatte Cheptegei in Doha gesagt, und vielleicht reicht es sogar für die Erfüllung seines Masterplans, den er zu Beginn zur Karriere formulierte: "Ich möchte meinen Sport so verändern, wie es Michael Jordan und Cristiano Ronaldo in ihrem geschafft haben."

Nicht nur Cheptegei zeigte in Monaco, wo 5000 Zuschauer zugelassen waren, Großes. Über 1500 Meter knackte der norwegische Teenager Jakob Ingebrigsten in 3:28,68 Minuten den Europarekord Mo Farahs (3:28,81).

Und mit 6,00 Meter machte Stabhoch-Weltrekordler Armand Duplantis dort weiter, wo er vor dem Break aufgehört hatte. Aus der kleinen deutschen Abordnung überzeugte Senkrechtstarter Deniz Almas beim Diamond-League-Debüt als Dritter in 20,64 Sekunden über 200 Meter.

Beim dritten Platz von Vize-Europameisterin Gina Lückenkemper über 100 Meter (11,31) wurde deutlich, dass der Weg zu alter Klasse noch weit ist.