Hochsprung-Weltmeisterin Marija Lassizkene ist von dem möglichen Startverbot betroffen
Hochsprung-Weltmeisterin Marija Lassizkene ist von dem möglichen Startverbot betroffen © Imago
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Nachdem der russische Leichtathletikverband die vom Weltverband verhängte Strafe nicht gezahlt hat, droht den russischen Athleten das Startverbot für Olympia.

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Der russische Leichtathletik-Verband RUSAF hat die vom Weltverband World Athletics verhängte Geldstrafe nicht gezahlt. Dies bestätigte World Athletics am Donnerstag. Russlands Topstars um Hochsprung-Weltmeisterin Marija Lassizkene und Stabhochsprung-Weltmeisterin Anschelika Sidorowa droht ein internationales Startverbot und womöglich das Olympia-Aus für Tokio.

Die RUSAF hätte bis zum 1. Juli fünf Millionen Dollar (4,46 Millionen Euro) überweisen müssen, sah sich dazu aber nicht in der Lage. Das Council des Weltverbandes will Ende Juli über den Fall beraten. 

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Mangelnder Fortschritt beim RUSAF

"Wir sind uns darüber bewusst, dass dies schwierige Zeiten sind, aber wir sind sehr enttäuscht über den mangelnden Fortschritt, den die RUSAF im Hinblick auf die im März gestellten Anforderungen erzielt hat", sagte World-Athletics-Präsident Sebastian Coe: "Wir hatten Zusicherungen und haben gehofft, dass Veränderungen vorgenommen werden. Die Erfahrung der russischen Taskforce unter dem Vorsitz von Rune Andersen zeigt jedoch, dass diese weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist."

Sidorowa reagiert resigniert. "Es ist eine Schande. Nach fünf Jahren sind wir immer noch keinen Schritt weitergekommen. Manchmal will ich einfach diesen ganzen Schmutz hinter mir lassen, in dem wir anscheinend für immer feststecken, Richtung Sonnenuntergang laufen und nie mehr etwas mit diesem Sport zu tun haben", schrieb die 29-Jährige bei Instagram.  

Bereits am Mittwoch hatte Jewgeni Jurtschenko, Präsident der seit 2015 wegen des russischen Dopingskandals suspendierten RUSAF, der Nachrichtenagentur TASS gesagt: "Wir haben das Geld leider nicht auftreiben können."

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Jurtschenko, der an den "gesunden Menschenverstand seitens World Athletics" appellierte und die "schwierige wirtschaftliche Situation in der Welt" angesichts der Coronakrise anführte, wolle weiter mit dem Weltverband über eine Stundung verhandeln. World Athletics hatte aber bereits Mitte Juni eine Bitte um Aufschub abgelehnt.

Kein Startrecht für neutrale Athleten?

World Athletics hatte die RUSAF im März wegen wiederholter Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien zu einer Strafzahlung von zehn Millionen Dollar verurteilt. Sollte die RUSAF bis zum Stichtag nicht die geforderte Rate von fünf Millionen Dollar zahlen (der Rest wäre auf Bewährung ausgesetzt worden), würde das bisherige System kassiert werden, das nachweislich unbelasteten russischen Athleten wie Lassizkene Starts als neutrale Athleten gestattet.

World Athletics hatte im Juni noch einmal klargestellt, dass bei Nichtleistung den nach den jüngsten wiederholten Manipulationsvergehen ohnehin nur noch zehn erlaubten neutralen Athleten das Startrecht entzogen wird. Neben Lassizkene sind davon unter anderem Stabhochsprung-Weltmeisterin Anschelika Sidorowa und der frühere Hürdensprint-Weltmeister Sergej Schubenkow betroffen.