Heike Drechsler (r.) würdigte Malaika Mihambo bei ihrer Kür zur Sportlerin des Jahres 2019
Heike Drechsler (r.) würdigte Malaika Mihambo bei ihrer Kür zur Sportlerin des Jahres 2019 © Imago
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München - Malaika Mihambo lässt sich künftig von Superstar Carl Lewis trainieren. Olympiasiegerin Heike Drechsler sieht nun den deutschen Verband DLV in der Pflicht.

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Der USA-Wechsel von Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo und neue Partnerschaft mit Superstar Carl Lewis schlägt in der deutschen Leichtathletik hohe Wellen und hat spürbare Irritation beim deutschen Verband ausgelöst.

Muss sich der Verband, der zuvor schon Konstanze Klosterhalfen und Gina Lückenkemper nicht im Land halten konnte, aber nicht eher an die eigene Nase fassen?

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Die deutsche Weitsprung-Legende Heike Drechsler deutet das im SPORT1-Gespräch an: "Vielleicht muss sich auch der DLV mehr anstrengen, um Athleten wie Malaika zu halten", sagt die zweimalige Olympiasiegerin.

Heike Drechsler kann Malaika Mihambo verstehen

Drechsler kann die Motivation von Deutschlands Sportlerin des Jahres prinzipiell in jedem Fall nachvollziehen: "Sie sucht die besten der Welt, das kann ich schon verstehen." Auch sie hätte seinerzeit vom Austausch mit den Besten profitiert, unter anderem mit Dawn Burrell, Schwester von Ex-Sprinter Leroy Burrell, der nun Mihambos Sprint-Trainer wird: "Wir waren auch eine internationale Trainingsgruppe."

Verurteilen mag Drechsler Mihambos Schritt auf keinen Fall: "Sie ist jung und sucht ihren eigenen Weg." Alle Hintergründe der Entscheidung kenne sie nicht, Drechsler ist nur nicht ganz sicher, dass der Standortwechsel Mihambo zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus dem Konzept bringt: "Ich hoffe, es ist ein guter Plan so kurz vor Olympia."

Mihambo selbst wollte sich auf SPORT1-Anfrage nicht weiter zum Thema äußern.

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Carl Lewis nicht unumstritten

Mihambo hatte ihren Wechsel zum neunmaligen Olympiasieger Lewis am Wochenende der Bild am Sonntag bestätigt, sie wolle sich "als Athletin und als Mensch weiterentwickeln". Der DLV wirkte kalt erwischt, wurde nach eigenen Angaben erst am Freitag informiert und kurz darauf vor vollendete Tatsachen gestellt.

Mihambo wird für die Zusammenarbeit wahrscheinlich ab August ihren Trainingsmittelpunkt in die USA verlegen. Bislang war Mihambo im beschaulichen Umfeld der LG Kurpfalz beheimatet, hatte seit Kindertagen bei Ralf Weber trainiert, der sie zur Weltmeisterin von Doha und zweitbesten deutschen Weitspringerin nach Heike Drechsler machte. Von Weber hat sie sich aber aus persönlichen Gründen getrennt und über einen Online-Termin Kontakt zu Lewis geknüpft.

Carl Lewis (l.) und Leroy Burrell auf ihrem Karriere-Höhepunkt 1992
Carl Lewis (l.) und Leroy Burrell auf ihrem Karriere-Höhepunkt 1992 © Getty Images

Für den DLV ist der Schritt brisant, weil Mihambo nach Klosterhalfen und Lückenkemper die dritte Ausnahmeerscheinung ist, die mit einem USA-Wechsel den Gedanken nahelegt, dass in den USA bessere Voraussetzungen für die Entwicklung von Top-Athleten herrschen - eine Einschätzung, der der DLV in der Reaktion auf Mihambos Wechsel widersprach.

Im Fall von Klosterhalfen war der Wechsel besonders kontrovers, weil sie beim mittlerweile aufgelösten Oregon Project von Nike aktiv wurde, wo der berüchtigte Alberto Salazar wirkte. Aber auch Lewis ist - wie viele Sprinter seiner Ära - nicht von Doping-Schatten frei: 1988 - im Jahr, in dem Lewis nach dem Doping-Skandal um Ben Johnson auch Olympia-Gold im 100-m-Sprint zufiel - war ein krachend positiver Test unter den Tisch gekehrt worden.