Gesa Felicita Krause hält sich an ihren Olympia-Plan, obwohl die Spiele auf der Kippe stehen
Gesa Felicita Krause hält sich an ihren Olympia-Plan, obwohl die Spiele auf der Kippe stehen © dpa
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Läuferin Gesa Krause bereitet sich in den USA auf Olympia vor. Bei SPORT1 spricht sie über die drohende Absage der Spiele und ihren Alltag während die Coronakrise.

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Sie will sich ihren Traum im Zeichen der fünf Ringe wahren: Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause befindet sich in den USA, um sich für die Olympischen Spiele in Tokio fit zu machen - auch wenn die wegen der Corona-Epidemie vielleicht gar nicht stattfinden.

In der gegenwärtigen Krisensituation immerhin hatte die 27-jährige Frankfurterin Glück: Kurz bevor die USA in dieser Woche einen Reisestopp für Europäer beschloss, konnte Krause noch auf amerikanischem Boden landen.

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Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Athleten: Sprinterin Gina Lückenkemper etwa musste in Deutschland bleiben und kann daher nicht zu ihrem Coach nach Florida zurück.

Im exklusiven SPORT1-Interview spricht Krause darüber, wie sie die Corona-Maßnahmen in den Staaten erlebt. Die WM-Dritte und 1,67 Meter große Ausdauerspezialistin verrät zudem, ob sie noch an die Spiele glaubt und wie sie Spannung hochhält. 

SPORT1: Sie sind gerade noch rechtzeitig von Kenia in die USA geflogen, um Ihr neues Trainingslager in Colorado zu beziehen, bevor die USA die Grenzen für EU-Bürger dicht gemacht haben.. 

Gesa Krause: Als EU-Bürger durfte man noch bis zum vergangenen Freitag in die USA fliegen, die Sperre trat erst um Mitternacht in Kraft. Ich bin aber schon an Freitagmorgen um sechs Uhr gelandet, deswegen hatte ich keine Probleme. 

SPORT1: Wie ist die Lage in Colorado in Corona-Zeiten?

Krause: Man hat hier mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie überall auf der Welt, ergreift Vorsichtsmaßnahmen, es ist aber nicht so drastisch. Einige Fitnesscenter haben geschlossen oder beschränken die Zahl der Trainierenden, manche Kurse fallen aus. Auch in den Supermärkten darf man nur eine begrenzte Anzahl an Sachen einkaufen. Es kann auch sein, dass man mal anstehen muss. Man will vermeiden, dass die Läden proppenvoll sind und sich die Leute an den Kassen auf der Pelle hängen. Aber die haben das hier ganz gut im Griff bisher. Da ich meistens draußen trainiere, ist es für mich ohnehin nicht so relevant.

SPORT1: Sie können also so trainieren, wie Sie es vorhatten?

Krause: Wie gesagt, laufen kann ich sowieso draußen, zudem habe ich ein Fitnessstudio, in dem ich trainiere. Die Sportanlagen funktionieren alle, deswegen betrifft es mich nicht so arg. Ursprünglich waren in den USA drei Wochen geplant, dann wollte ich weiterfliegen nach Südafrika - doch das wird leider nichts (wegen eines dortigen Einreiseverbots, Anm. d. Red.), dementsprechend bleibe ich vorerst hier. 

Olympia? "Natürlich habe ich Hoffnung"

SPORT1: Ihre gesamte Saison ist auf die Olympischen Spiele ausgerichtet. Glauben Sie angesichts der derzeitigen Nachrichtenlage überhaupt noch daran, dass die Spiele stattfinden werden? 

Krause: Natürlich habe ich Hoffnung – auch wenn man sagen muss, dass unser gesamter Jahresplan umgeworfen wurde. Aber Fakt ist: Mein Trainer muss alles auf Olympia ausrichten, und nicht auf die Wettkämpfe davor. Und solange es keine Absage gibt, werde ich mit aller Konsequenz mein Training und meine Vorbereitungen für Olympia bestreiten.  

SPORT1: Und wenn Olympia doch abgeblasen wird? 

Krause: Natürlich kann es passieren, dass sich etwas ändert – aber dann sitzen wir alle im gleichen Boot. Ich muss jetzt natürlich ein bisschen umplanen, was die Orte angeht. Aber ich bin hier gut aufgehoben und kann mich sehr gut vorbereiten. Das werde ich auch weiterhin tun. 

SPORT1: Sie können also im Training ausblenden, sich möglicherweise umsonst für Tokio zu schinden?  

Krause: Das geht definitiv. Ich glaube, das muss man als Sportler einfach, denn es kann immer mal etwas dazwischenkommen. Es ist noch ein weiter Weg, vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, nicht zu verkrampfen. Der Sport gehört zu mir, ist Teil von mir, damit will ich nicht aufhören. Das würde mir überhaupt nicht ähnlich sehen. 

Krause: "Hier besser aufgehoben, als daheim"

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Krause: Wenig. Viele wollten ja ebenfalls in die USA fliegen, was jetzt nicht mehr möglich ist. Viele sind auch aus den Trainingslagern nach Hause gereist, weil sie Angst hatten, nicht mehr nach Hause zu kommen. Bei mir ist es so: Wenn ich in der nächsten Zeit nicht nach Hause komme, dann ist es auch nicht so schlimm. Dann mache ich halt mein Training hier weiter. Ich bin hier sicherlich besser aufgehoben als daheim, denn in Frankfurt sind alle Sportanlagen geschlossen - und Höhentraining ist da auch nicht möglich. Hier habe ich ein optimales Umfeld. 

SPORT1: Abgesehen von Corona – fühlen Sie sich, was den Formaufbau angeht, auf dem richtigen Weg?  

Krause: Das Training lief bisher sehr gut, ich bin damit absolut zufrieden. Natürlich hätte ich mich gerne in dem ein oder anderen Wettkampf getestet, aber die für Ende März, die ich geplant hatte, sind abgesagt worden. Es ist jetzt einfach so, damit muss man umgehen. Aber ich bin gesund und munter und auf dem richtigen Weg. Deswegen bin ich positiv gestimmt.