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München - Bei Olympia 2016 holte Thomas Röhler Gold im Speerwurf. Im SPORT1-Interview äußert er sich zu einer möglichen Absage der Spiele in Tokio wegen der Corona-Epidemie.

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Beinahe täglich werden aufgrund des Coronavirus weitere Sportveranstaltungen abgesagt.

Und auch wenn der IOC erst am Mittwoch bekannt gegeben hat, dass die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Tokio weiter nach Plan laufen, scheint die Austragung der Spiele zumindest nicht mehr komplett gesichert zu sein.

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Für die betroffenen Sportler bedeutet dies natürlich auch Unsicherheit in Sachen Saisonplanung. Einer von ihnen ist Speerwerfer Thomas Röhler, seines Zeichens Europameister von 2018 und Goldmedaillengewinner bei Olympia 2016.

Im Interview mit SPORT1 erklärt der 28-Jährige, für wie wahrscheinlich er eine Absage hält und wie das Geschehen seine Saisonvorbereitung beeinflusst.

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SPORT1: Herr Röhler, das Coronavirus bestimmt immer mehr die Schlagzeilen. Wie groß ist Ihre Sorge als Sportler auch mit Hinblick auf eine mögliche Olympia-Absage?

Thomas Röhler: Es scheint, als wäre die Sache größer, als man als einzelner Athlet zunächst vielleicht denkt. Es hat definitiv Auswirkungen auf den Sport. Den Virus sehe ich aktuell für die Athleten weniger als Problem, als die Reiseeinschränkungen. Die Planungssicherheit für den Sommer ist natürlich definitiv eingeschränkt.

SPORT1: Glauben Sie, dass die Spiele in Tokio zum jetzigen Zeitpunkt gefährdet sind?

Röhler: Olympia ist auf jeden Fall gefährdet. Ich denke, dass es in den nächsten zwei bis vier Wochen ein Signal geben wird, was die Planung angeht: Olympia ist ein Riesen-Event, das kann man nicht von heute auf morgen verlegen oder ausfallen lassen. Das heißt, die nächsten zwei bis drei Wochen wird es sehr, sehr spannend zu sehen sein, wie sich der Virus in Asien entwickelt.

Röhler: "Ich bin gesund und fit"

SPORT1: Beeinflusst Sie das in Ihrem täglichen Training oder lassen Sie das abprallen?

Röhler: Man versucht erst einmal, das rein professionell auszublenden. Training hat aber auch mit Planung zu tun. Wir haben entschieden, dieses Jahr flexibel anzugehen, dass wir für viele Szenarien offen sind und nicht steif auf einen Tag hintrainieren. Gerade in unserer Sportart sind viele Athleten noch gar nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert. Da haben die aktuellen Reisebeschränkungen großen Einfluss, weil man die Wettkampfplanung wahrscheinlich nicht so durchziehen kann, wie man es im Januar oder Februar vorhatte.

SPORT1: Wie lief ansonsten bislang Ihr Wintertraining?

Röhler: Bis jetzt sehr, sehr gut. Ich bin gesund und fit. Wir starten in zwei Tagen ins Trainingslager nach Belek in die Türkei und dann werden die ersten Speere geworfen.

SPORT1: Falls die Spiele ganz normal stattfinden – mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Saison? Sie haben ja bereits 2016 Olympia-Gold gewonnen. Nimmt das etwas den Druck?

Röhler: Ja definitiv. Ich kann relativ unbeschwert in die olympische Saison gehen. Es ist eine riesige Vorfreude, sollte das Event stattfinden. Ich bereite mich natürlich auf sehr weite Würfe vor, weil alle wissen, dass das Niveau im Speerwurf kräftig angezogen hat. Würfe an und über 90 Meter werden wieder das Jahr bestimmen.

Röhler über Tokio: "Wird relativ feucht werden"

SPORT1: Wann haben Sie Ihren ersten Wettkampf in dieser Saison geplant?

Röhler: Geplant ist erst Mal die Diamond League in Doha im April.

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SPORT1: In Tokio werden die Bedingungen noch einmal anders sein, als beispielsweise in Doha, wo im Stadion relativ gemäßigte Temperaturen waren. Wie kann man sich darauf einstellen?

Röhler: Es wird relativ feucht werden. Wir hatten 2015 schon einmal eine WM-Vorbereitung in einer ähnliche Klimazone. Es wird sehr feucht und sehr warm werden. Letzlich kann man sich schwer darauf vorbereiten, man kann ja nur schwer in einer Dampfsauna werfen. Aber aus meiner Sicht wird das Klima wenig Auswirkungen auf den Speerwurf haben.