Kenia droht ein Doping-Skandal in der Leichtathletik
Kenia droht ein Doping-Skandal in der Leichtathletik © Getty Images
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Kurz vor Beginn der Leichtathletik-WM kommen Vorwürfe gegen kenianische Top-Athleten zum Vorschein. Acht Läufer sollen EPO benutzt haben.

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Kenias umstrittenen Leichtathleten droht womöglich kurz vor der WM in Doha eine neuerliche Dopingaffäre. Nach einem Bericht des ZDF am Sonntag haben sich zwei Topathleten des kenianischen Nationalteams im Vorfeld der Titelkämpfe in Katar (27. September bis 6. Oktober) mit dem Dopingmittel EPO behandeln lassen.

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Dabei handelt es sich um einen Mann und eine Frau, die mit versteckter Kamera dabei gefilmt wurden, wie sie EPO direkt in die Vene injiziert bekamen. In dem Beitrag, der am Sonntag in der Sportreportage ausgestrahlt wurde, sagte ein anonymisierte Mediziner dem ZDF: "Keiner dopt direkt vor den Rennen oder einem wichtigen Wettkampf, hier nutzen sie das EPO im Training. Vom jetzigen Nationalteam hatte ich alleine acht Läufer bei mir."

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Mauscheleien in Kenia?

Von dem Sender dazu befragt, sagte Barnabas Korir, Exekutiv-Mitglied im kenianischen Leichtathletik-Verband Athletics Kenya: "Wir stellen sicher, dass unser Nationalteam die Regeln befolgt. Die Athleten kennen die Konsequenzen: "Wenn einer gedopt hat, wird er aus dem Team geworfen und trägt nie wieder die Nationalfarben Kenias."

Laut ZDF gebe es aber in Kenia Mauscheleien zwischen Athletics Kenya und der nationalen Antidopingagentur ADAK. Der Sender zitiert einen ehemaligen ADAK-Mitarbeiter: "Sie verstecken Ergebnisse von verschiedenen Athleten, sodass ein Sportler nicht gesperrt werden kann. Athletics Kenya und ADAK arbeiten dabei zusammen und verdienen Geld damit. Die Sportler oder ihre Manager müssen dafür bezahlen." 

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IAAF-Boss: "Schwere Anschuldigungen"

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat Kenntnis von dem Bericht. Brett Clothier, der Chef der Athletics Integrity Unit (AIU) in der IAAF, sagte dem ZDF: "Das sind sehr schwere Anschuldigungen, und wir sind nicht so naiv zu sagen, solche Probleme und auch Korruption existieren nicht in Kenia. Wir sind für Hinweise immer offen und versuchen, diesen Anschuldigungen nachzugehen." 

Clothier drohte Kenia, das immer wieder durch positive Dopingtests bei Spitzenläufern aufgefallen war, mit einem kompletten Ausschluss: "Es gibt fünf sogenannte Kategorie-A-Länder, das heißt, in diesen Ländern gibt es intensive Dopingprobleme, und deswegen haben sie sehr strenge Regeln und Vorgaben von unserer Seite, die sie einhalten müssen. Kenia gehört dazu und wenn man sich nicht an diese Regularien hält, dann kann der Weltverband mit seiner Exekutive das Land komplett suspendieren."