Markus Rehm will auch mit Prothese bei den olympischen Sportlern mitmachen
Markus Rehm will auch mit Prothese bei den olympischen Sportlern mitmachen © Getty Images

München - Paralympics-Weitspringer Markus Rehm kämpft nach seinem Weltrekord weiter für eine Teilnahme bei den olympischen Sportlern und spricht von möglichen Ängsten.

von SPORT1

Markus Rehm ist seit Jahren der Dominator im paralympischen Weitspringen. Der 30-Jährige ist dreifacher Paralympics-Sieger und stellte am Wochenende bei den Europameisterschaften in Berlin einen neuen Weltrekord über 8,48 Meter auf, mit dem er seine nächste Goldmedaille holte.

Er sprang damit mit seiner Unterschenkel-Prothese 23 Zentimeter weiter als der Sieger bei der Leichtathletik-EM zwei Wochen zuvor.

Rehm gewann auch die deutsche Meisterschaft 2014 - gegen die Konkurrenz ohne Behinderung. Doch seither sieht er sich deutlich größeren Widerständen gegenüber, als "nur" den sportlichen Gegnern.

Denn durch seinen Sieg 2014 ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Rehm seine Unterschenkel-Prothese am rechten Bein einen Vorteil verschafft.

Auch nach mehreren eingehenden Untersuchungen kann die Wissenschaft keine finale Einschätzung darüber liefern, ob oder wie Rehm durch seine Prothese bevorteilt wird. Doch für den Athleten selbst spielt diese Frage nur eine untergeordnete Rolle.

Rehm will außer Konkurrenz mitspringen

"Wir müssen aufhören, von 'denen' und 'uns' zu reden. Es muss ein 'Wir' geben", sagte Rehm der dpa.

Er wolle einfach nur bei den Wettbewerben der olympischen Athleten teilnehmen und seinem Sport so eine größere Aufmerksamkeit verschaffen. Dafür verzichte er auch auf den sportlichen Vergleich und würde außer Konkurrenz mitspringen.

"Vielleicht sind da Ängste da, und sie fürchten, dass ich ihnen die Show stehle. Mir geht es aber nur um das Zeichen, gemeinsam Sport zu machen, nicht um eine Medaille", sagte er der dpa.