Louisa Grauvogel nimmt in Berlin erstmals an einer EM teil
Louisa Grauvogel nimmt in Berlin erstmals an einer EM teil © Getty Images

Louisa Grauvogel und Mareike Arndt werden in einen Verkehrsunfall verwickelt. Den Wettkampf bei der EM muss das Siebenkampf-Duo vorzeitig beenden.

von Sportinformationsdienst

Nach dem dramatischen Unfall der beiden Siebenkämpferinnen Louisa Grauvogel und Mareike Arndt am Freitag sind inzwischen beide weitestgehend gesund aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Trotz ihrer Betroffenheit packte Carolin Schäfer gestern zum Abschluss des Wettkampfs für ihre beiden Kolleginnen "das Kämpferherz aus" und holte Bronze - ein versöhnliches Ende der unglücklichen Vorfälle.

Nach den Feierlichkeiten wurden nun Details zum Autounfall bekannt. Wie ein Vertreter des Deutschen Leichtathletik Verbands gegenüber des ZDF erklärte, hätten sich Grauvogel und Arndt bei dem Zusammenprall der Fahrzeuge am Kopf verletzt. "Das Fahrzeug wurde glücklicherweise in die B-Säule, also genau an der richtigen Stelle, getroffen."

Dieser Umstand sei als Glück im Unglück zu verstehen. In der Folge wurden beide Athletinnen in verschiedene Krankenhäuser geliefert und konnten nicht am abschließenden 800-m-Lauf teilnehmen.

Medaillen-Kandidatin Schäfer nicht im Auto

"Die beiden Athletinnen sind auf der Rückfahrt ins Hotel in einen Verkehrsunfall geraten. Sie werden derzeit medizinisch versorgt. Nach Aussage des DLV-Ärzteteams liegen im Ergebniss der medizinischen Untersuchungen keine schwerwiegenden und nachhaltigen Verletzungen vor", hatte Idriss Gonschinska, leitender Direktor Sport beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), am Freitag-Abend gesagt.

"Das Wichtigste ist jetzt, dass sie bald wieder gesund werden." Der Unfall passierte auf dem Rückweg nach den ersten Disziplinen am Freitagmittag ins Hotel. Wie Gonschinska erklärte, sei sofort ein Krisenstab im deutschen Team gebildet worden, Verbandsärzte seien den Verletzten ins Krankenhaus gefolgt. 

Die dritte deutsche Siebenkämpferin Carolin Schäfer, die um eine Medaille kämpfte, saß nicht im verunglückten Fahrzeug.

Arndt schlimmer betroffen

"Louisa Grauvogel ist zusammen mit den Trainern auf dem Weg zurück ins Mannschaftshotel, Mareike Arndt bleibt im Krankenhaus und wird weiter analysiert und bewacht", sagte Gonschinska am Abend in der ARD.

"Das ist natürlich traurig, so unmittelbar vor dem 800-m-Lauf auf den sie sich so gefreut hatten, aber nach der ersten schockierenden Information ist das erst einmal eine entwarnende Nachricht", fügte er hinzu. 

Nächster Unfall nach Schwanitz

Die 21 Jahre alte Grauvogel (Saarbrücken) lag bei ihrer ersten EM-Teilnahme nach sechs Disziplinen auf dem siebten Rang. Die 26 Jahre alte Leverkusenerin Arndt war Zwölfte.

Bereits vor drei Wochen hatte ein weiterer Autounfall die deutschen Leichtathleten in Atem gehalten. Auf dem Weg ins Aktuelle Sportstudio war die ehemalige Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz ebenfalls in einen Unfall verwickelt und wurde dabei leicht verletzt. Sie konnte dennoch bei der EM starten und holte Silber.