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Christopher Linke (m.) verpasste eine EM-Medaille deutlich © Getty Images

Die deutschen Geher um Christopher Linke verfehlen die erhoffte Medaille über 20 km. Nils Brembach zeigt beim Sieg eines Spaniers aber eine gute Leistung.

von Sportinformationsdienst

Die deutschen Geher um den WM-Fünften Christopher Linke haben bei der Leichtathletik-EM in Berlin die erhoffte Medaille über 20 km verfehlt.

Beim Sieg des Spaniers Alvaro Martin nach 1:20:41 Stunden erreichte Linkes Potsdamer Klubkollege Nils Brembach (1:21:25) als bester DLV-Starter den guten fünften Platz.  

"Ich bin sprachlos. Das Rennen war nicht einfach, ich bin superzufrieden", sagte Brembach im ZDF: Hagen Pohle (ebenfalls Potsdam) wurde Achter (1:21:35), der hoch gehandelte Linke kam nicht über Platz 13 (1:22:33) hinaus.

"Ich kann nicht sagen, was los war. Ich wollte unbedingt eine Medaille gewinnen", sagte Linke: "Ich hatte hintenraus keine Kraft, nachdem ich lange Zeit der Tempomacher für alle war." 

Bundestrainer hat Mitleid mit Linke

Bundestrainer Ronald Weigel meinte: "Es lief lange alles gut für Christopher. Aber als die anderen nach 15 km angetreten sind, konnte er nicht mitgehen. Das war nicht sein Tag heute. Das tut mir leid, er wollte mehr."

Hinter Martin sicherte sich dessen Landsmann Diego Garcia Carrera Silber (1:20:48), Bronze ging an den als neutraler Athlet angetretenen Russen Wassili Misinow (1:20:50).

Damit müssen die deutschen Geher weiter auf die erste EM-Medaille seit 28 Jahren warten. Damals hatten in Split die DDR-Athleten Bernt Gummelt und Hartwig Gauder Silber und Bronze über 50 km geholt. Die letzte 20-km-Medaille liegt sogar noch weiter zurück: 1978 in Prag siegte Roland Wieser für die DDR.

Gold für Spanien auch bei den Frauen

Auch bei den Frauen ging der Titel an Spanien. Maria Perez siegte mit Meisterschaftsrekord von 1:26:36 Stunden vor der Tschechin Anezka Drahotova (1:27:03) und Maria Palmisamo aus Italien (1:27:30).

Als beste Deutsche kam Emilia Lehmeyer (Berlin) auf Platz 14 (1:32:36). "Ich bin voll und ganz zufrieden", sagte Lehmeyer. Saskia Feige belegte Platz 16, Teresa Zurek (beide Potsdam) Platz 20.  

Vor dem für 9.05 Uhr geplanten Start des Frauen-Rennens in Berlin hatte es einigen Trubel gegeben. Nachdem an einem Gully Gasgeruch aufgefallen war, musste der Beginn verschoben werden. Die Berliner Feuerwehr rückte an, diese gab erst nach umfangreichen Untersuchugen Entwarnung und die Strecke frei.

Nach einiger Wartezeit gingen die Männer schließlich gemeinsam mit den Frauen auf die Strecke. "Die Mädels haben cool und entspannt reagiert, sie haben es ganz gut gemeistert", sagte Bundestrainer Weigel im ZDF. Auf dem nur einen Kilometer langen Rundkurs gab es im deutlich vergrößerten Feld vor allem bei den Überrundungen häufiger Gedränge.