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Die Olympiasiegerin Ruth Jebet wurde suspendiert © Getty Images

Olympiasiegerin Ruth Jebet ist eine von rund 100 Top-Leichtathleten, denen wegen möglicher Dopingvergehen Sperren drohen. Das gab die unabhängige Integritätskommission (AIU) des Weltverbandes IAAF am Freitag bekannt.

Wie die AIU mitteilte, sei sie seit April 2017 in 120 Fällen tätig geworden. Bis auf zwei Untersuchungen stünden alle Verfahren im Zusammenhang mit Doping. In elf Fällen seien die Sperren bereits abgelaufen.

Betroffen sind insgesamt 103 Sportler, die zusammen 85 Medaillen bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften gewonnen haben, 13 weitere international startende Athleten sowie vier Offizielle. In 57 Fällen ist Russland involviert. 

Mehr Transparenz in Doping-Verfahren

Unter Dopingverdacht steht dabei auch Jebet, Rio-Olympiasiegerin und Weltrekordlerin über 3000 m Hindernis. Bereits im März hatte die englische Tageszeitung The Guardian von einem positiven Dopingtest der für Bahrain startenden gebürtigen Kenianerin berichtet.

Nun bestätigte die AIU erstmals, dass Jebet provisorisch suspendiert ist.

Die Veröffentlichung ist Teil einer Transparenzoffensive der AIU. Bisher wurden lediglich abgeschlossene Fälle veröffentlicht, nun sollen transparent alle Schritte der jeweiligen Disziplinarverfahren nachvollziehbar sein. 

AIU als Teil des Reformprogramms

Die Einleitung eines Verfahren bedeutet allerdings nicht, dass der jeweilige Sportler schuldig ist. 

"Transparenz und Integrität gehen Hand in Hand. Die unabhängige Integritätskommission glaubt, dass die Transparenzmaßnahmen dabei helfen werden, größeres öffentliches Vertrauen in die Integrität der Leichtathletik und in die Arbeit der AIU herstellen", sagte der AIU-Vorsitzende David Howman.

Nach dem Doping- und Korruptionsskandal im Weltverband IAAF war die Schaffung der AIU eines der Herzstücke des 15-Punkte-Reformprogramms des IAAF-Präsidenten Coe. Das Gremium soll verbandsunabhängig für die Themen Doping, Manipulation, Korruption sowie Interessenkonflikte zuständig sein.