Abderrahman Samba verpasste den Weltrekord über 400 m Hürden um zwei Zehntelsekunden
Abderrahman Samba verpasste den Weltrekord über 400 m Hürden um zwei Zehntelsekunden © Getty Images

Aderrahman Samba und Caster Semenya sorgen bei der Diamond League in Paris für die Highlights. Christoph Harting erzielt die beste Platzierung aus deutscher Sicht.

Caster Semenya und Abderrahman Samba haben beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Paris die Glanzlichter gesetzt: Der Katerer Samba ist seit Samstagabend der zweitschnellste 400-m-Hürden-Läufer aller Zeiten, Südafrikas Olympiasiegerin Semenya die Nummer vier über 800 m.

Ohne Sieg blieben in der Seine-Metropole dagegen die deutschen Starter. Für die beste Platzierung sorgte Diskus-Olympiasieger Christoph Harting (Berlin) als Zweiter mit 64,80 m.

Alle in den Schatten stellten Abderrahman Samba und Caster Semenya. Samba durchbrach in 46,98 die Schallmauer von 47 Sekunden und verfehlte damit den 26 Jahre alten Weltrekord von Kevin Young (USA/46,78) nur um zwei Zehntelsekunden.

Semenya lief in 1:54,25 Minuten so schnell wie nie, steigerte ihre persönliche Bestzeit über die zwei Stadionrunden um fast eine Sekunde. Und das trotz ihres juristischen Kampfes vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS. Dort will sie gegen die neue Regel des Weltverbandes IAAF zum Umgang mit hyperandrogenen Sportlerinnen vorgehen. Leichtathletinnen wie Semenya müssen unter anderem ihren Blut-Testosteron-Spiegel medikamentös unter einen Grenzwert senken.

Der 23-Jährige Samba vollzog einen gewaltigen Leistungssprung. Seine alte persönliche Bestzeit lag bei 47,41 Sekunden, erzielt am 10. Juni in Stockholm. Auch der hinter ihm zweitplatzierte Kyron McMaster von den Britischen Jungferninseln verbesserte sich erheblich und wurde in 47,54 Sekunden gestoppt.

"Salto nullo" für Holzdeppe

In Paris gab es noch fünf weitere Saison-Höchstmarken. Einen hochklassigen Stabhochsprung gewann Weltmeister Sam Kendricks aus den USA mit 5,96 m vor dem Schweden Armand Duplantis (5,90) und Weltrekordler Renaud Lavillenie aus Frankreich (5,84). Einen "salto nullo" leistete sich bei der Einstiegshöhe von 5,45 m Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken).

Die als neutrale Athletin startende zweimalige Hochsprung-Weltmeisterin Marija Lassizkene (Russland) meisterte im ersten Versuch 2,04, scheiterte anschließend dreimal an 2,08 m. Hinter ihr wurde Siebenkampf-Olympiasiegerin Nafissatou Thiam aus Belgien mit 1,97 m Zweite, auf rang sieben landete Marie-Laurence Jungfleisch (Stuttgart) mit 1,94.

Ebenfalls 2018 noch unerreicht waren die 3:29,71 Minuten von Kenias 1500-m-Läufer Timothy Cheruiyot und die 8:59,36 Minuten seiner Landsfrau Beatrice Chepkoech über 3000 m Hindernis. Über 100 m egalisierte der US-Amerikaner Ronnie Baker in 9,88 Sekunden die Jahres-Weltbestzeit seines Landsmannes Noah Lyles.

Harting landet auf Platz zwei

Ohne Sieg blieben die deutschen Starter. Christoph Harting musste sich dem Jamaikaner Fredrick Dacres (67,01) geschlagen geben. Nur Achter wurde der Olympiadritte Denial Jasinski (Wattenscheid). Seinen 62,40 im ersten Versuch folgten fünf ungültige.

Kroatiens zweimalige Olympiasiegerin Sandra Perkovic überzeugte mit ihrem Diskussieg mit 68,60 m. Keine Rolle spielte ein deutsches Trio. Als Beste landete Ana Rüh (Greifswald) mit 62,65 m auf Rang fünf. Vierte im Dreisprung wurde Kristin Gierisch (Chemnitz) mit 14,42 m, nicht zu schlagen war Kolumbiens Olympiasiegerin Caterine Ibarguen (14,83).