Tim Lobinger kämpft mit einer Leukämie-Krankheit
Tim Lobinger kämpft mit einer Leukämie-Krankheit © Imago

Tim Lobinger will die erneut ausgebrochene Leukämie mit Sport bekämpfen. Der frühere Stabhochsprung-Star erklärt, seine Lebensqualität sei wie früher.

Tim Lobinger setzt im Kampf gegen den Blutkrebs auf den Sport.

"Ich bin und bleibe Leistungssportler", sagte der ehemalige Sechs-Meter-Stabhochspringer im Interview mit leichtathletik.de: "Inzwischen kann ich auch wieder Ausdauer trainieren. Damit ist meine Lebensqualität wie früher." Bei dem 45-Jährigen war nach erfolgreicher Chemotherapie und Stammzellenbehandlung erneut Leukämie ausgebrochen.

Nach der Neudiagnose im Januar müsse er keine neue Chemotherapie machen, berichtete der Vizeeuropameister von 2006 und EM-Dritte von 2002, der 1999 als erster Deutscher im Freien 6,00 m gemeistert hatte. Durch Medikamente werde der Krebsbefall eingedämmt, er bekomme Lymphzellen-Infusionen.

Derzeit gehe es ihm gut, betonte Lobinger. "Wer mich jetzt einen Tag lang begleitete, würde nicht vermuten, dass ich ein Jahr wie das letzte hinter mir habe und noch als krank gelte."

Nachdem er im vergangenen Jahr nicht einmal joggen konnte, sprinte er mittlerweile wieder. "Ich kämpfe mir jeden Tag ein Stück Normalität zurück, und dazu gehört eben auch das Sprinten." Die Botschaft der Ärzte sei, dass jede Form von Bewegung unheimlich wichtig sei. "Es gibt Studien über Menschen mit Leukämie und schweren Krebserkrankungen, die geschafft haben, Sport zu machen, und die so eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben."

Er sei die Chemotherapie im vergangenen Jahr wie eine sportliche Herausforderung angegangen. "Das ist auch meine Art. Verlieren ist keine Option, aufgeben gibt es nicht." Nach der erneuten Krebsdiagnose sei er "erstmal zerschmettert" gewesen: "Aber dann sagte ich mir, ich habe noch eine Chance zu überleben und es neu anzugehen. Ich will ein Leben führen, also stecke ich die Ziele neu."