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München - Als Papa Shango sorgte Charles Wright bei WWE für Grusel, danach hatte er Erfolg als Zuhälter-Figur The Godfather - eine Rolle, die er nicht zufällig bekam.

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In den frühen Neunzigern verpasste er den jungen Wrestling-Fans einen Schock fürs Leben.

Im Nachhinein blicken viele nostalgisch auf den Grusel zurück, den Papa Shango bei WWE verbreitet hat - auch manch einer, den man nicht auf den ersten Blick mit dem Gewerbe verbindet.

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Zu den Fans des "Sultan of Voodoo" zählt zum Beispiel der vielfach preisgekrönte Schriftsteller Sasa Stanisic ("Wir liebten ihn damals! Und fürchteten") - dessen Faible für die WWF-Stars seiner Jugend eine kleine Rolle in seinem autobiografischen Bestseller-Roman "Herkunft" spielt.

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Auch für viele andere war die von Undertaker-Kumpel Charles Wright gespielte Figur eine besonders einprägsame Erscheinung der comicbunten Showkampf-Welt von damals. Aber auch danach führte der heute 59-Jährige ein buntes Leben - im Ring und außerhalb.

WWE-Fans machen "Papa Shango" zum Trend auf Twitter

Wright verkörperte den Charakter zwischen 1992 und 1993 und schuf dabei einige denkwürdige Momente: Vor allem sein "Fluch", mit dem er den 2014 verstorbenen Publikumsliebling The Ultimate Warrior belegte, blieb in nachhaltiger Erinnerung (The Ultimate Warrior: Eine WWE-Legende mit menschlichen Makeln).

Der Augenblick, in dem der Warrior nach einem Match plötzlich Magenkrämpfe signalisierte und sich schließlich vor laufender Kamera übergab, war seinerzeit ein effektiver Schocker - als Reaktion auf den von WWE ähnlich angelegten Effekt um Randy Orton in dessen Story mit The Fiend und Alexa Bliss in dieser Woche wurde "Papa Shango" zum Twitter-Trend.

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Der Charakter spielte seinerzeit sogar eine Hauptrolle bei der Megashow WrestleMania: Nach dem Sieg von Superstar Hulk Hogan über Sid Justice bei der 8. Auflage 1992 attackierte er den Hulkster zusammen mit Sid - das Vorspiel für das Überraschungs-Comeback des Warrior an diesem Abend.

Charles Wright "hasste" seine Rolle

Was nicht mehr jeder Fan im Blick hat: Zur damaligen Zeit wurde der Papa-Shango-Charakter letztlich als Flop empfunden, der damals viel Fan-Kritik eingesteckt hatte und von der Liga recht schnell aus dem Programm genommen wurde. Wrights damaliger Rivale Bret "The Hitman" Hart berichtete später, dass das im vergangenen Jahr verstorbene WWE-Mastermind Pat Patterson nicht überzeugt und für ihr Ende verantwortlich war.

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Auch Wright selbst fühlte sich nicht wohl in seiner Haut. "Shango ist so dunkel, so fordernd gewesen - es hat mich viel gekostet und es war erschöpfend", berichtete er einmal in einem Interview. Er sei ein "fröhlicher Typ" und habe das Gimmick deswegen "gehasst".

Die andere Rolle, mit der er später eine Hall-of-Fame-Karriere bei WWE hinlegte, hätte ihm weit mehr Freude gemacht, aus nicht ganz so schwer nachvollziehbaren Gründen.

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Entdeckt bei einem Sylvester-Stallone-Film

Wright, geboren am 16. Mai 1961 in Las Vegas, war einst auf kuriosem Wege fürs Wrestling entdeckt worden: In einer Bar fiel der Muskel- und Tattoo-Look des früheren College-Footballers der University of Nevada einer Gruppe von Wrestlern auf, die dort als Statisten für den Dreh des Sylvester-Stallone-Films "Over the Top" agierten.

Nach einem Training in der "Monster Factory" von Larry Sharpe (unter anderem auch Lehrmeister von Tatanka) und einem Karrierestart in der regionalen USWA der Legende Jerry "The King" Lawler verhalf ihm seine Freundschaft mit dem Undertaker zu einem Job bei der WWF - wo er sich nach dem Aus für Papa Shango schließlich im zweiten Anlauf festbiss.

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The Godfather: Großer Erfolg mit tragischer Note

1994 feierte Wright ein Comeback mit einem neuen Charakter als "Supreme Fighting Machine" Kama und Schützling des "Million Dollar Man" Ted DiBiase und Rivale des Taker, später agierte er dann als Kama Mustafa in der Gruppierung "Nation of Domination" an der Seite des jungen Dwayne "The Rock" Johnson.

Hieraus entwickelte sich dann wiederum Wrights erfolgreichste Rolle: die als The Godfather.

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In der von kontroversen Ideen geprägten Attitude Era spielte Wright eine Zuhälter-Figur, die sich stets mit hübschen Frauen, seinen "Hoes" umgab (und damit nebenbei einigen späteren weiblichen WWE-Stars wie Amy "Lita" Dumas und Victoria zu ihren ersten Auftritten vor der Kamera verhalf).

Der nach #MeToo so wohl nicht mehr denkbare Charakter war zwischen 1998 und 2000 eine der populärsten Nebenfiguren der Liga. Als schillernder "Pimp" errang Wright auch seinen größten Erfolg bei WWE, die Regentschaft als Intercontinental Champion nach einem Sieg über Goldust - die dann tragisch überschattet wurde: Der Godfather sollte der Gegner von Owen Hart sein, als der beim Event Over the Edge 1999 bei einem missglückten Einlauf-Stunt in den Tod stürzte.

Manager eines bekannten Stripclubs in Las Vegas

Eine Neuerfindung Wrights als böser "Goodfather", der seine schlüpfrigen Auftritte bereute und als Teil der Gruppierung "Right to Censor" um Steven Richards den Fans die anzüglichen Momente verderben wollte, hatte dann keinen großen Erfolg mehr.

2002 wurde Wright entlassen, schon damals zurückgekehrt zum Godfather-Charakter, den er seitdem auch immer wieder in Nostalgie-Auftritten für WWE und kleinere Independent-Ligen verkörperte, wobei die "Hoes" inzwischen zu "Escorts" (Escort-Damen) entschärft worden sind.

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Die Rolle seines (Wrestler-)Lebens bekam Wright - 2016 in die WWE Hall of Fame aufgenommen - nicht zufällig: Abseits der Kamera arbeitete der vierfache Familienvater als Manager das Etablissements "Cheetah's" in Las Vegas - ein Stripclub, berühmt-berüchtigt als Kulisse des Trashfilms "Showgirls".