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München - Früher Messer und Pistolen, heute Videospiele: Der legendäre Undertaker verärgert die WWE-Stars mit einer Podcast-Abrechnung - und kassiert scharfe Konter.

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Als hoch respektiertes Wrestling-Idol ist der Undertaker im vergangenen Jahr wohl endgültig abgetreten - mit diesem Interview hat er nun aber spürbare Verärgerung in der WWE-Umkleidekabine ausgelöst.

In einem Auftritt in dem vielgehörten Podcast The Joe Rogan Experience vergangene Woche kritisierte die Legende die heutige Wrestler-Generation und ließ dabei auch einige diskussionswürdige Ansichten durchblicken.

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Der Taker provozierte damit unter anderem eine Reaktion von WWE-Champion Drew McIntyre und auch einen bemerkenswert harten Konter von Tag-Team-Star Xavier Woods von The New Day.

Undertaker vermisst echte Kerle bei WWE

Im Gespräch mit dem einst auch als UFC-Kommentator bekannten Rogan kritisierte der Taker das heutige WWE-Produkt als "ein bisschen weich" und führte das auch auf die Mentalität der aktuellen Stars zurück, denen eine "gewisse Schärfe" und "Substanz" fehle.

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"Ich erinnere mich, als ich das erste Mal in eine Umkleidekabine gekommen war", blickte der Ende der Achtziger ins Geschäft eingestiegene 55-Jährige zurück: "Was ich da gesehen habe, waren ein paar verdammt echte Männer ('some crusty fucking men'). Die Hälfte von ihnen hatte Messer und Pistolen in der Tasche. Damals wurden die Dinge noch geregelt ('shit got handled'). Jetzt gehst du da rein und siehst Typen, die Videospiele spielen und sicherstellen, dass sie hübsch aussehen."

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Der als politisch konservativ bekannte Undertaker stellte klar, dass er nicht "wie ein verbitterter alter Mann" klingen wolle, aber richtig heimisch fühlte er sich zuletzt bei den jüngeren WWE-Kollegen offenbar nicht mehr. "Das ist wohl einfach die Entwicklung", ergänzte er: "Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich mochte die frühere Ära. Ich mochte es, als Männer Männer waren."

Drew McIntyre stimmt "überhaupt nicht zu"

Keine echten Männer mehr bei WWE? Diese Ansicht musste seinen Erben nur sauer aufstoßen - und blieb auch nicht unkommentiert.

"Da stimme ich überhaupt nicht zu", antwortete der aktuelle Champion McIntyre bei Sportskeeda. Er betonte, dass er den Podcast nicht komplett gehört hätte und nicht sicher wäre, was genau der Taker mit seinem "Zu-weich"-Kommentar gemeint hätte. Die Sehnsucht nach den kontroverseren Storys der "Attitude Era" könne er teils verstehen, aber: "Was die Arbeit im Ring angeht: Glaubt mir, es war nie körperlicher, als es jetzt ist."

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Xavier Woods kontert bitterböse

Deutlicher wurde derweil Xavier Woods, der als Videospiel-Fanatiker bekannt ist und sich daher von den Kommentaren des Taker besonders angesprochen fühlen musste.

"Ich wäre nicht der, der ich bin ohne die Lektionen, die ich von einigen Schlüsselfiguren der vergangenen Wrestling-Generation bekommen habe", schrieb er bei Twitter: "Sie haben mich gelehrt, wie das Geschäft ist, dass ich mein Geld sparen sollte und dass Videospiele in der Umkleidekabine gesünder sind als [herausredigiert]."

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In Woods' sarkastischer Antwort steckt einiges an nicht auf den ersten Blick ersichtlicher Brisanz: In die von ihm selbst "herausredigierte" Leerstelle kann man sich nämlich nicht nur die vom Taker erwähnten Pistolen und Messer hineindenken. Woods' Worte lassen sich auch als Anspielung auf die Drogenkultur lesen, die in den Umkleidekabinen der vom Taker so gepriesenen Wrestler-Generation grassierte und viele von dessen früheren Weggefährten das Leben kostete - unter anderem seinen Trainer "Mad Dog" Buzz Sawyer, der 1992 mit nur 32 Jahren an einer Überdosis starb.

Woods' Kommentar, dass er gut beraten sei, sein Geld zu sparen, ist ebenfalls ein Tiefschlag gegen diverse frühere Wrestler, die ihren Verdienst verprassten - und womöglich auch gegen den Undertaker selber, dessen viele Rücktritte von vermeintlichen Rücktritten auch mit seiner Finanzlage zu tun gehabt sollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Woods mit nicht selbstverständlichem Selbstbewusstsein die Haltung seiner Generation ausspricht, während andere schweigen: Zusammen mit den New-Day-Kollegen Big E und Kofi Kingston war er schon mit seinem kritischen Blick auf die Aufarbeitung des Rassismus-Skandals um Hulk Hogan aufgefallen. Generell tun sich Woods und Co. immer wieder als politisch engagierte Stimmen hervor - was in vergangenen Wrestler-Generationen eher nicht üblich war.

Bill Goldberg stimmt zu, Mick Foley widerspricht

Auch in der eigenen Generation stößt der Taker nicht auf ungeteilte Zustimmung.

McIntyres Royal-Rumble-Gegner Bill Goldberg - mit dem der Taker noch 2019 ein gefährlich misslungenes Match der Altstars hingelegt hatte - stellte sich im Podcast von WWE-Kommentator Corey Graves hinter den Taker, wobei er seine jüngeren Kollegen aus anderen Gründen zu kritisierten schien: "Die Zeiten waren damals andere, aber ja: Leute heute sind etwas zu weich, nehmen zu schnell an Dingen Anstoß. Legt euch mal ein dickeres Fell zu, Jungs und Mädels."

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Mick Foley, ein anderer alter Undertaker-Rivale, dessen Ruf als knallharter Hund gerade auch wegen seiner brutalen Duelle mit dem Taker über jeden Zweifel erhaben ist, hielt bei Twitter wiederum fest: "Die Wrestler von heute sind in jeder Hinsicht genau so tough wie die meiner Ära. Meine Meinung."